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Möglicher Huawei-Boykott: Telekom warnt vor drastischen Folgen

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Warnung von der Telekom: Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat sich der deutsche Mobilfunkanbieter gegen einen Boykott von Huawei beim 5G-Netzaufbau gerichtet. Für Europa zeichnet der Konzern eine düstere Zukunftsvision. 

Mit Downloadraten von bis zu 1,25 Gigabyte pro Sekunde gehört 5G zweifellos die Zukunft. Diese Zukunft könnte für Europa aber noch etwas länger auf sich warten lassen, warnt jetzt die Telekom. Sollte Netzwerkausrüster Huawei vom 5G-Aufbau ausgeschlossen werden, so die Telekom in einem internen Briefing, drohe Europa gegenüber den USA und China ins technologische Hintertreffen zu geraten. Der Aufbau der 5G-Netze in Europa werde sich der Telekom zufolge dann um mindestens zwei Jahre verzögern, berichtet Golem unter Berufung auf Bloomberg.

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Telekom warnt: Verzicht auf Huawei-Technik kostet Zeit und Milliarden Euro

Das Problem: Laut der Telekom müssten die kommenden 5G-Netze auf der bereits bestehenden 4G-Infrastruktur aufbauen, die weitgehend auf Huawei-Technik basiere. Ein Ausschluss Huaweis vom 5G-Netzaufbau hätte zur Folge, dass Unternehmen die gesamte Technik „herausreißen“ müssten. Das würde die Netzbetreiber neben dem Zeitverlust von mindestens zwei Jahren auch viele Milliarden Euro kosten

Ob es tatsächlich soweit kommt? Am 30. Januar könnte bereits eine Vorentscheidung getroffen werden. Das Bundeswirtschaftsministerium lädt zu einer nicht-öffentlichen Anhörung zum Thema Huawei, bei der die Telekom, Vodafone und Telefónica anwesend sein werden. Huawei selbst fehlt bei der Veranstaltung. Die drei Netzbetreiber sind dem Vernehmen nach auf der Seite Huaweis. Die Produkte des chinesischen Unternehmens seien „anerkannt und zuverlässig“, unterstrich etwa die Telefónica und Vodafone versicherte, alle Huawei-Produkte laufend auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Funktionalität zu untersuchen.

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Wie wird Huawei eigentlich richtig ausgesprochen? 

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Huawei in der Kritik: Spioniert der chinesische Konzern?

Huawei steht aktuell im Kreuzfeuer der Kritik. Dem Konzern wird vorgeworfen, als trojanisches Pferd für die chinesische Staatsführung zu dienen und die eigenen Produkte mit Hintertüren auszustatten, um Spionage zu ermöglichen. Vor allem aus den Vereinigten Staaten kommen immer wieder derartige Beschuldigungen, harte Beweise konnten die USA bislang aber nicht liefern. Im Gegenteil: Laut New York Times soll die NSA 2010 selbst bei Huawei eingebrochen sein und versucht haben, die Technologie des Herstellers besser zu verstehen und „Back Doors“ zur Spionage gegen verfeindete Staaten zu finden.

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Konzerngründer Ren Zhengfei versuchte vor kurzem, die Zweifel an Huawei zu zerstreuen. Zhengfei zufolge habe der Hersteller „niemals eine Anfrage von einer Regierung erhalten, regelwidrige Informationen zu übermitteln.“ Wie jedes andere chinesische Unternehmen ist aber auch Huawei gesetzlich dazu verpflichtet, mit dem chinesischen Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Andere Staaten besitzen ähnliche Regelungen, ein Beweis für Huaweis Schuld ist das also nicht.

Huawei selbst will sich nicht einschüchtern lassen und plant trotz des politischen Drucks einen Angriff auf Samsungs Smartphone-Thron. Ein möglicher Ausschluss vom milliardenschweren 5G-Netzaufbau könnte den ambitionierten Plänen aber einen Dämpfer verpassen.

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