iTunes-Konto gehackt – wichtige Schritte für besseren Schutz
Zugangsdaten werden gestohlen, Accounts gehackt – das ist keine diffuse Gefahr, sondern passiert regelmäßig. Manch einer kommt glimpflich davon, manch einer bleibt auf dem Schaden von einigen hundert Euro sitzen. Kürzlich haben wir den Fall eines Opfers, das über einen In-App-Kauf einer App betrogen wurde, vorgestellt.

Das Schlimme ist: Im Prinzip kennen wir ja die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen. Wir sind nur zu faul, sie zu befolgen. Mich hat der Fall des In-App-Kaufs mit Texas Poker und die Kommentare auf unseren Beitrag aufgeschreckt: Manche unserer Leser schreiben, ihnen wurden mehrere hundert Euro unberechtigter Weise abgebucht. Zum Glück haben sie es wieder zurückerstattet bekommen.
Ich habe sofort das Passwort meiner Apple-ID geändert, was ich lange, lange nicht gemacht habe. 40 Prozent der Bundesbürger ändern ihre Passwörter laut einer Studie von sich aus sogar niemals!
Ungut und – wenn etwas passiert: selbst schuld! Deshalb:
Sicheres Passwort
Das Passwort ist also das A und O beim Schutze des eigenen Accounts und der persönlichen Zahlungsdaten.
- Eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Zahlen und Sonderzeichen verwenden. Normale Wörter und Zahlenfolgen können sehr schnell maschinell “erraten” werden, das Geburtsdatum oder der Name der Katze ebenfalls.
- Apple empfiehlt mindestens acht Zeichen.
- Nicht das gleiche Passwort für alle Accounts verwenden. Besonders bei sensiblen Konten eine exklusive Zeichenkombination verwenden.
- Passwort regelmäßig ändern. Der Branchenverband Bitcom rät zu einem Wechsel alle drei Monate.
- Um nicht alle Zeichenkombinationen im Kopf behalten zu müssen, verweist Bitcom auf Passwortsafes, also Software, die alle Passwörter verschlüsselt speichert. Somit musst Du Dir nur ein Hauptpasswort merken. Wir meinen: Auch so ein Angebot kann “geknackt” werden. Am besten also einen etablierten Anbieter wählen und die allerwichtigsten Passwörter (Bankkonto!) doch im Kopf und notfalls verschlüsselt auf Papier “speichern”. App-Beispiel für iOS (aber leider sehr teuer):
Wer sich traut, kann seine Passwörter mit 1Password zwischen iOS und OS X synchronisieren.
Sichere Umgebung
Schon auf dem eigenen Rechner kannst Du nicht sicher sein, niemals Opfer eines Trojaners oder eines Pishing-Angriffs zu werden. Auf fremden Computern ist das noch viel schwieriger. Welche Software ist da (ggf. versteckt) installiert? Wer “überwacht” den Zugang ins Internet? Wer nutzt den Rechner nach mir?
- Beim Einloggen auf verschlüsselte Seiten zurückgreifen. Innerhalb eines Netzwerks lässt sich ein Passwort ganz einfach von jedermann auslesen!
- Nicht auf Links in Mails klicken, die auf die vermeintliche Bank-Webseite o.ä. führen. Diese Seiten werden gerne gefälscht, und man übergibt seine Zugangsdaten beim Login-Versuch Betrügern.
- Auf fremden Rechnern – zum Beispiel im Internetcafe – nach dem Einkauf immer ausloggen!
Einzahlungen beschränken
Das iTunes-Konto kann nicht negativ werden. Es wird also nur abgebucht abgebucht werden, was entweder vorher eingezahlt wurde, oder abgebucht werden darf.
- Statt Kreditkartendaten anzugeben lieber auf iTunes-Karten
oder ClickandBuy zurückgreifen.
- Im ClickandBuy-Konto ein maximales monatliches Ausgabelimit angeben, und nur in Bedarfsfällen erhöhen (siehe Bild).
- iTunes-Karten (v.a. bei höheren Beträgen) erst kaufen beziehungsweise einzahlen, wenn sie benötigt werden.
Im Betrugsfall
Hat es Dich bereits erwischt, wurde Dir zum Beispiel Guthaben vom iTunes-Account unberechtigter Weise abgebucht, heißt es schnell handeln:
- Passwort ändern,
- Konto/Account gegebenenfalls sperren,
- Den Betreiber informieren:
Kunden, die Unregelmäßigkeiten bei ihrem iTunes-Account feststellen, sollen sich bitte an den Service von iTunes wenden. Das Kundendienst-Team wird sich so schnell wie möglich melden, laut Apple in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

