Steve Jobs hatte Recht – Zahl des Tages

Stefan Bubeck 7

In einem offenen Brief aus dem Jahr 2010 schimpfte der damalige Apple-CEO Steve Jobs über eine Technologie, die damals das Internet beherrschte. Rund acht Jahre später ist sie so gut wie verschwunden – die Zahlen beweisen es.

Steve Jobs hatte Recht – Zahl des Tages
Bildquelle: Getty Images / Justin Sullivan.

Apple-Veteranen erinnern sich: Als iPhone und iPad noch nagelneu waren, gab es ein kleines Problem. Die revolutionären mobilen Gadgets aus Cupertino verweigerten die Unterstützung von Adobe Flash – zu diesem Zeitpunkt eine führende „Plattform zur Programmierung und Darstellung multimedialer und interaktiver Inhalte“. Zwei der wichtigsten Einsatzzwecke waren sicherlich Videos und Browser-Games (Stichwort: Farmville) – wer iOS nutzte, war hier spürbar eingeschränkt, einige Webseiten funktionierten einfach nicht ohne Flash.

Adobe Flash: Früher überall, heute so gut wie tot

Der Apple Mitgründer und damalige CEO Steve Jobs (* 1955; † 2011) veröffentlichte ein ausführliches Statement namens „Thoughts on Flash“ (heute noch bei Apple online), in dem er Adobe und der Flash-Technologie den Kampf ansagte. Die offenen Standards HTML5, CSS und JavaScript müssten Flash ersetzen. Die Sicherheit und Performance der Plattform seien schlecht, zudem halbiere sie bei Videos die Akkulaufzeit auf die Hälfte. Flash stamme aus der Vergangenheit (Ära des PCs) und Apple werde diese „Vergangenheit hinter sich lassen“.

Wo stehen wir heute? Der Prozentsatz der täglichen Chrome-Benutzer, die mindestens eine Seite mit Flash-Inhalten pro Tag geladen haben, ist von rund 80% im Jahr 2014 auf unter 8% Anfang 2018 gesunken – diese Zahlen hat kürzlich Parisa Tabriz, Director of Engineering bei Google, verkündet.

In den populären Browsern Chrome und Firefox ist Flash seit einiger Zeit standardmäßig geblockt, wer die Inhalte ausführen möchte, muss das manuell zulassen („click-to-run“). YouTube hat 2015 auf HTML5 umgestellt.

Dass Flash am Ende ist, hat auch Adobe längst eingesehen: Der Support für die Plattform wird 2020 endgültig auslaufen. „HTML5, WebGL und WebAssembly“ seien mittlerweile ein angemessener Ersatz. Google wird im Dezember 2020 den Sargdeckel dann schließlich zu machen: Dann soll laut Chromium-Roadmap Chrome 87 erscheinen – komplett ohne Flash. Steve Jobs hat gewonnen.

Quelle: Bleepingcomputer

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