Apple spioniert im iPhone: Warum wird jetzt meine Handy-Nutzung überwacht?

Sven Kaulfuss 5

Wer in Apples digitalen Shops (App Store, iTunes Store, Apple Books) einkauft, von dem sammelt der iPhone-Hersteller fleißig Daten. Neuerdings wird sogar die Handy-Nutzung überwacht. Aber warum tut Apple dies und welche Daten werden von mir überhaupt erfasst?

Apple spioniert im iPhone: Warum wird jetzt meine Handy-Nutzung überwacht?
Bildquelle: pixabay.

In den aktualisierten Bestimmungen Apples zum Datenschutz findet sich eine auf den ersten Blick neue und beunruhigende Passage, denn darin beschreibt der Hersteller, wie er bei einem Einkaufsversuch im App Store und Co. Informationen über die Gerätenutzung abgreift. Darunter auch die Anzahl getätigter Telefonanrufe und gesendeter und empfangener E-Mails – sowohl auf dem iPhone als auch auf dem iPad. Was will Apple damit?

Apple überwacht die iPhone-Nutzung: Neuer Vertrauenswert für iOS-Geräte

Der Grund: Anhand dieser Daten errechnet Apple ab sofort weltweit einen individuellen „Vertrauenswert“ für jedes iOS-Gerät, um etwaigen Missbrauch und Betrug beim Einkauf in den Digital-Shops erkennen zu können. Apple dazu in den Datenschutzanmerkungen:

„Um Missbrauch und Betrug zu identifizieren, werden bei einem Einkaufsversuch Informationen über deine Gerätenutzung (inkl. der ungefähren Anzahl von Anrufen oder gesendeter und empfangener E-Mails) verwendet, um eine Bewertung vertrauenswürdiger Geräte zu errechnen.“

Auch für die neuen iPhones wird ein individueller Vertrauenswert ermittelt – dies erfährt man aber nicht im sonst informativen Produktvideo:

iPhone XS: Alles Wissenswerte in 54 Sekunden.

Wie genau Apple den Vertrauenswert für das iPhone berechnet, wird allerdings nicht verraten. Eine Vermutung: Möglicherweise erkennt das Unternehmen typische Nutzungsmuster, die ebenso die Häufigkeit von E-Mails oder Telefonaten einschließen. Eine Änderung dieses Nutzungsverhaltens könnte dann ein Hinweis sein, dass das iPhone oder iPad nicht mehr von seinem eigentlichen Besitzer kontrolliert und vielmehr für einen Betrugsversuch verwendet wird.

Tipp – ein Mittel gegen die Überwachung des persönlichen Datenverkehrs ist dieser unkonventionell bezeichnete Modus auf dem Smartphone:  

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„Inkognito-Modus“ auf dem Smartphone: Surfe sicher und sauber im Web mit iPhone und Co.

Apples Erfassung: Entwarnung für besorgte Datenschützer?

Wer jetzt Angst um seine Daten hat, dem verspricht Apple folgend: „Die Einsendungen sind so gestaltet, dass Apple keine Rückschlüsse auf die echten Werte deines Geräts ziehen kann. Die Bewertungen werden während eines bestimmten Zeitraums auf den Apple-Servern gespeichert.“

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Meint: Apple erfasst zwar die Anzahl der Anrufe und E-Mails, nicht aber deren Inhalt. Auch werden die Daten nicht für immer gespeichert, sondern nach einem gewissen Zeitraum wieder gelöscht. Wirklich transparent ist der neue, von Apple errechnete Vertrauenswert aber nicht. Leider ist es nämlich unmöglich vom Unternehmen zu erfahren, wie hoch dieser Vertrauenswert ganz konkret für das eigene iPhone oder iPad ist.

Wie hoch ist denn euer persönlicher Vertrauenswert, den ihr Apple geben würdet?

Quelle: Apple via CultofMac

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