HomeKit: So funktioniert die Heimautomatisierung mit Apple

Sebastian Trepesch 13

Die Smart-Home-Unterstützung „HomeKit“ von Apple wird mit iOS 10 ausgereifter. Wir geben einen Überblick über die Funktionsweise und klären die Frage: Sind HomeKit-Produkte für Jedermann oder nur für Technik-Freaks geeignet?

Licht anschalten, Garagentor öffnen, Heizung regeln – das können iPhone und Siri im Zusammenspiel mit HomeKit-Produkten. Mit iOS 8 hat Apple die Schnittstelle eingeführt. Großer Vorteil: Im Zimmer, in der Wohnung, im Haus sammeln sich nicht mehrere Insellösungen verschiedener Hersteller. Nein, dank HomeKit können sie gebündelt gesteuert werden. Der Befehl „Gute Nacht“ an den Sprachassistenten kann damit für das Abschalten aller Geräte und das Herunterlassen der Rolladen stehen. Mehr dazu siehe unten.

Die Home-App in iOS 10

Die größte kommende HomeKit-Neuerung, wir haben sie bereits gesondert vorgestellt, ist die Home-App in iOS 10: Apple stellt hiermit nun eine eigene Steuerung zur Verfügung – bisher musste man auf Apps der Zubehörhersteller zurückgreifen. Das Unternehmen wollte, so erfuhren wir aus Apple-Kreisen, erst nur eine Infrastruktur installieren und sehen, was die Zubehörhersteller schaffen und benötigen. (Kein Geheimnis, dass der iOS-Entwickler für seine eigenen Apps öfter mal auf die Konkurrenz blickt, sich inspirieren lässt – und dann ein besseres Ergebnis vorlegt.)

iOS10-Home-homekit

Apple hat Home für die Display-Größe der iPads konzipiert, die App ist aber auch auf den iPhones nutzbar. Außerdem finden wir die wichtigsten Schalter im Kontrollzentrum von iOS 10, auf der dritten Seite.

Wir schalten hiermit Szenen, einzelne Geräte, definieren Räume und programmieren Automationen.

Das steckt hinter HomeKit

Apple hat sehr genau festgelegt, welche Produkte unterstützt werden. Zu den Kategorien gehören aktuell unter anderem:

  • Beleuchtung,
  • Lichtschutz (Rolläden),
  • Steckdosen und Schalter,
  • Schlösser,
  • Türklingel (ab iOS 10),
  • Kameras (Livestream, Bilder, Ton; ab iOS 10),
  • Heizung und Klimatisierung,
  • Ventilator,
  • Sensoren.

Zum Beispiel sieht die Beleuchtung das An- und Ausschalten sowie Dimmen vor, die Heizung eine Temperatursteuerung. Für Schlösser gibt es die zusätzliche Sicherung über den Fingerabdrucksensor Touch ID – falls ein entsperrtes iOS-Gerät doch mal in falsche Hände geraten sollte.

Übrigens: Die Gerätesteuerung ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, die Daten liegen lokal auf den Geräten des Nutzers. Die strengen Sicherheitsrichtlinien bereiteten manch Zubehörhersteller Kopfzerbrechen. Letztendlich sind sie in jedermanns Interesse.

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HomeKit unterscheidet Räume und Szenen. Zum Beispiel können wir eine Lampe einzeln, direkt, steuern. Stellen wir eine Szene „Abendstimmung“ zusammen, schalten wir das Licht gebündelt mit anderen Produkten, zum Beispiel gedimmt, an.

Über Automation werden Sensoren, Zeiten oder Standortänderungen zum Auslöser für Aktionen: Man kommt heim und das Licht geht an – dank der Lokalisation des iPhones und einer HomeKit-Programmierung.

Die Zubehörprodukte werden an das Netzwerk (WLAN) angebunden, in einigen Fällen läuft die Steuerung über Bluetooth.

Verfügbare Geräte mit HomeKit-Anbindung

Zu den interessantesten hierzulande verfügbaren HomeKit-Geräten gehören (Amazon-Links):

Das Münchner Unternehmen Elgato ist mindestens hierzulande einer der Vorreiter. In den USA sind mittlerweile weitere Firmen am Start, die in Übersee schon jetzt oder zumindest in Kürze weitere Lösungen anbieten, zum Beispiel Jalousien (Lutron), Deckenventilatoren (Hunter Fan), Rauchmelder (First Alert), Türsprechanlagen mit Kamera (August). Insgesamt sollen knapp 100 Produkte auf dem Markt sein.

homekit-produkte

Apple TV und iPad, ein HomeKit-Hub

Um auswärts auf Lichtschalter, Temperaturanzeige und ähnliches zugreifen zu können, benötigen wir einen Hub, der die Kommunikation im Haus übernimmt. Praktisch: Apple verlangt hierfür keine eigene Hardware, nein, es reicht ein Apple TV ab der 3. Generation. Ab Herbst kann zudem ein iPad mit iOS 10 (siehe Kompatibilität) zum Einsatz kommen, wenn es denn zu Hause liegen bleibt. Über das iCloud-Konto ist eine Haussteuerung somit möglich, selbst wenn man nicht direkt im heimischen Netzwerk eingeloggt ist.

HomeKit-Produkte, nur für Technik-Freaks bedienbar?

Klar möchte Apple mit der iOS-Schnittstelle und der neuen Home-App die breite Masse erreichen. Doch kann das mit einem nicht ganz einfachen Thema wie Smart Home gelingen?

Man kann die Bemühungen von Apple spüren, den Zugang dem weniger Technik-affinen Nutzer so angenehm wie möglich zu machen. Das beginnt bei der Einrichtung – der Sicherheitscode des jeweiligen Produkts muss nicht etwa abgetippt werden, sondern wird wie bei neueren iTunes-Karten einfach abfotografiert. Und es endet bei individuell festlegbaren Hintergrundbildern – zum Beispiel ein Foto des jeweiligen Raumes.

Etwas Gewöhnung erforderte bislang die Unterscheidung von Räumen, Szenen, einzelnen Geräten und die Benennung des jeweiligen Zubehörs. Da musste man sich durchaus etwas reinfuchsen. Mit der neuen Home-App, die der aktuellen Struktur von HomeKit angepasst ist, sollte dies noch ein wenig einfacher sein.

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Das Angenehme an HomeKit: Man kann ganz klein anfangen, mit einem einzelnen Produkt (zum Beispiel einem Thermostat oder Steckdose). Das System lässt sich leicht erweitern – oder auch nicht. An Smart Home kann sich somit Jedermann wagen, der ein Smartphone (beziehungsweise iPhone) nutzt.

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