Schaut man sich Beiträge in sozialen Medien und auf Memes an, stößt man immer wieder auf den Namen „Karen“. Wer ist Karen, warum wird der Name verwendet und was ist die Bedeutung auf Memes?

 

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Der Name „Karen“ taucht vor allem auf englischsprachigen Seiten auf, wird aber auch im deutschen Sprachbereich im Netz verwendet.

Karen, der Manager und das Meme

Es handelt sich um keine echte Person. „Karen“ hat sich in der Online-Sprache als Platzhaltername für eine weibliche Person mit bestimmten, klischeehaften Charakterzügen festgesetzt. Typische Merkmale für Karens sind weiße Hautfarbe, kurze, meist blonde Haare und ein konservatives, oft auch rassistisches Auftreten. Karens sind im mittleren „Boomer“-Alter und durch ihre soziale Situation privilegiert. Zudem sehen sich typische Personen dieser Art stets im Recht, auch wenn das Gegenteil oft offensichtlich ist und haben keine Rücksicht auf andere. In Geschäften wird von Karen gerne der „Geschäftsführer“ verlangt, bei anderen Situationen wird die Polizei gerufen, auch wenn es sich nur um Lappalien handelt. Bei englischsprachigen Memes findet sich daher auch oft der Satz „Can I speak to your manager?“ in Verbindung mit Karen-Personen.

Memes - Die Meme-Kultur erklärt

Erklärung des Karen-Memes

Wo das Karen-Meme seinen Ursprung hat, ist nicht bekannt. Viele Quellen nennen den Film „Mean Girls“. Bekannt geworden ist das Meme durch die afro-amerikanische Community der USA, wo entsprechende Beiträge zunächst gepostet wurden. Bei Reddit gibt es seit Ende 2017 ein Sub-Reddit mit über eine Millionen Mitgliedern. Zudem findet ihr bei YouTube und TikTok zahlreiche Beispiele für „Karen“-haftes Verhalten.

Seinen Höhepunkt hatten die Karen-Memes bislang zu Zeiten der ersten Corona-Welle und der „Black Lives Matter“-Bewegung rund um den Tod von George Floyd. So gibt es für diese Zeit viele Beispiele für weiße Frauen, die sich unberechtigterweise von Afro-Amerikanern bedroht fühlten. Besonders bekannt ist das Foto von zwei Anwohnern, die bewaffnet vor ihrem Haus stehen, als ein „Black Lives Matter“-Protestzug vorbeizieht. Das Ehepaar ist im Netz als „Ken and Karen“ bekannt geworden.

Auch Leute, die rücksichtloses und ablehnendes Verhalten gegen Corona-Maßnahmen zeigen, werden oft als „Karen“ bezeichnet, wie etwa dieser als „Covid Karen“ bekannt gewordene Fall zeigt.

Weitere Beispiele für Karen-Memes bei Twitter:

Auf Plattformen wie Twitter werden auch im deutschsprachigen Bereich häufig zufällig ausgewählte Namen für die Beschreibung einer Personengruppe herangezogen. Ähnlich wie „Karen“ wird in Deutschland etwa „Kevin“ verwendet. Auch bei den Kevins handelt es sich in den sozialen Medien nicht um „echte“ Menschen, sondern um ein Synonym für eine nervige, ungebildete Person. Ähnliches Beispiele sind Namen wie „Lisa“ oder „Torben“.

Ein weiteres Internet-Meme steckt hinter „Chad“. Hierbei handelt es sich aber um keine nervige Person. Um was es genau geht, erfahrt ihr an anderer Stelle:

Weißt du, wofür diese alltäglichen Dinge gedacht sind?

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