Klare Dialoge, Surround-Effekte, beeindruckender Bass: Soundbars helfen Fernseher in Sachen Klang gewaltig auf die Sprünge. GIGA-Audioexperte Stefan stellt die besten Modelle bis 600 Euro vor und erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte. Mit dabei sind empfehlenswerte TV-Lautsprecher von Yamaha, Nubert, Sonos, Samsung und Sennheiser.

Inhaltsverzeichnis

Die besten Soundbars 2020: Alle Testsieger und Empfehlungen im Überblick

Platzierung Produkt Straßenpreis Angebot
Testsieger Stiftung Warentest (mit Subwoofer) Samsung HW-R450 ca. 170 Euro Zu MediaMarkt
Testsieger Stiftung Warentest (Standalone/Soundplate) Nubert nuPro AS-250 ca. 545 Euro Zu Amazon
Empfehlung der GIGA-Redaktion (Standalone) Sonos Beam ca. 400 Euro Zu Saturn
Günstige Soundbar (Standalone) Samsung HW-N400 ca. 160 Euro Zu MediaMarkt
Luxus-Soundbar (mit Subwoofer) Sony HT-ST5000 ca. 1.200 Euro Zu Otto

GIGA-Redakteur Stefan hat in diese Zusammenfassung eigene Erfahrungen und Recherche in Fachzeitschriften einfließen lassen. Vorgestellt werden aktuelle TV-Soundbar-Modelle, die besonderes Lob von Presse und Kunden erhalten haben und sich daher für einen Kauf empfehlen. Das von der Stiftung Warentest angewendete Testverfahren für Soundbars wird zudem auf der entsprechenden Webseite erläutert.

Testsieger bei Stiftung Warentest (mit Subwoofer): Samsung HW-R450

Die Stiftung Warentest prüfte Soundbars zuletzt in der Ausgaben 07/2020. Der neue Sieger in der Kategorie „Soundbar mit separatem Subwoofer“ ist die Samsung HW-R450 (Urteil: „gut“, Note 2,4). Mit einem Preis von 169 Euro (UVP) handelt es sich um eine vergleichsweise günstige Soundbar – umso bemerkenswerter, dass sie sich im Test vor deutlich teureren Konkurrenten wie der Panasonic SC-HTB900 (ca. 600 Euro) und sogar der hauseigenen Samsung HW-Q80R (ca. 660 Euro) platzieren konnte.

Der Klang ist „gut“ (2,3), die Ausstattung (u.a. Bluetooth, Subwoofer kabellos) ist in Anbetracht des Preises mehr als in Ordnung. Optional lässt sich das System durch das passende „Wireless Rear Lautsprecher Kit“ SWA-8500S (rund 120 Euro) erweitern. Besondere Features wie WLAN, Dolby Atmos oder Alexa-Kompatibilität sind beim „Einsteigermodell“ Samsung HW-R450 allerdings nicht dabei, dafür muss man schon etwas mehr ausgeben (z. B. Samsung HW-Q70R).

Samsung HW-R 450 Soundbar mit Subwoofer

Samsung HW-R 450 Soundbar mit Subwoofer

Vorteile:

  • Guter Klang
  • vergleichsweise günstig

Nachteile:

  • ohne Netzwerkfunktionen, kein HDMI-Anschluss

Testsieger bei Stiftung Warentest (Standalone-Soundbar): Nubert nuPro AS-250

Kommen wir zu den einteiligen Systemen, also Soundbars ohne Subwoofer. Hier ist die Herausforderung, dass die Soundbar den für Filmeffekte wichtigen Bass ganz alleine erzeugt. Der schwäbische Boxenhersteller Nubert zeigt mit der Nubert nuPro AS-250 für 545 Euro, dass man dieser Aufgabe gewachsen ist – jahrzehntelange Erfahrung im HiFi-Bereich sei dank. Bei der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2018) konnte die Nubert nuPro AS-250 in der Kategorie „Soundbars einteilig“ die Siegernote „gut“ (2,0) erringen. Gelobt werden der gute Klang und die Fernbedienung.

Die Besonderheiten der Nubert nuPro AS-250: Es handelt sich um ein Sounddeck mit einer Tragkraft von über 100 Kilogramm, sodass man den Fernseher auf dem Lautsprecher platzieren kann, wie auf einem Sockel. Die Nubert nuPro AS-250 verzichtet zudem auf virtuellen Surround Sound, den viele andere Hersteller mit digitaler Signalverarbeitung integrieren. Stattdessen spielt die nuPro AS-250 ausschließlich unverändertes Stereo – und zwar so klar und pegelfest, dass sie mit einigen ausgewachsenen Stereoanlagen mithalten kann. Stereocinch, S/PDIF, Toslink, USB, USB-Spannungsbuchse, Sub-Out, Link – die zahlreichen Anschlüsse sind vorbildlich. Schade ist aber, dass ein HDMI-Anschluss fehlt – für die Verbindung per HDMI ARC ist ein Adapter (ca. 65 Euro) erforderlich.

Nubert nuPro AS-250  Soundbar Stereo

Nubert nuPro AS-250 Soundbar Stereo

Vorteile:

  • Guter Klang, eignet sich auch für Musik
  • Robust gebaut

Nachteile:

  • HDMI-ARC-Verbindung nur per Adapter
  • Vergleichsweise wuchtiges und wenig elegantes Design, das sicherlich nicht zu jeder Einrichtung passt
Nachtrag vom 02.07.2020: In der Ausgabe 07/2020 hat die Stiftung Warentest die Nubert nuBox AS-225 Soundbar getestet. Der Lautsprecher konnte in diesem Vergleich mit einer 2,2 („gut“) die beste Note einholen. Die 60 Zentimeter breite nuBox AS-225 ist technisch unterhalb der größeren und schweren Nubert nuPro AS-250 (nuPro-Serie) angesiedelt, die oben beschrieben ist. So bietet der Soundbar aus der nuBox-Reihe weniger Treiber (2 statt 4 Tiefmitteltöner) und ist dafür preislich mit nur 365 Euro einsteigerfreundlicher, als der große Bruder.

Empfehlung der GIGA-Redaktion: Sonos Beam

Sonos Beam: Smarte und kompakte Soundbar (Herstellervideo)

„Weniger ist mehr“ – diese Weisheit trifft gelegentlich auch beim Technikkauf zu. Die Sonos Beam für rund 400 Euro ist so ein Fall. Das schlichte Design und die kompakte Bauweise sind wegweisend. Die Klangqualität ist mit Blick auf die geringe Gehäusegröße erstaunlich. In unserem ausführlichen Test vergaben wir die Wertung 87 Prozent – seitdem ist die Sonos Beam einer unserer Lieblinge, den sich so manches Mitglied der GIGA-Redaktion auch privat angeschafft hat.

Vor dem Kauf der Sonos Beam muss man sich darüber im Klaren sein, dass der kalifornische Hersteller ein mehr oder weniger geschlossenes System anbietet. Dieses punktet mit einfacher Einrichtung, automatischer Klangkalibrierung (Sonos Trueplay), einer hervorragenden App, unzähligen unterstützten Musikdiensten und vielem mehr – ein Traum der Bequemlichkeit! Andererseits ist man in Sachen Erweiterung spürbar eingeschränkt: So ist beispielsweise der einzige mit der Sonos Beam kompatible Subwoofer der Sonos Sub (ca. 800 Euro). In kleinen Räumen kann man sich die zusätzliche Bassbox glücklicherweise sparen, denn da klingt die Beam auch alleine super.

Sonos Beam, smarte Soundbar mit Sprachsteuerung

Sonos Beam, smarte Soundbar mit Sprachsteuerung

Vorteile:

  • Guter Klang bei kompakter Bauweise
  • Alle Vorteile des Sonos-Systems (z. B. viele direkt unterstützte Musikstreamingdienste, spielend leichte Vernetzung)

Nachteile:

  • Nur ein einziger HDMI-Anschluss

Günstige Soundbar: Samsung HW-N400

Der kleine Fernseher im Schlaf- oder Gästezimmer braucht weder Surround-Effekte, noch brachiale Bassgewalt. Eigentlich reicht ein Lautsprecher, der dem flachen Flachbild-TV-Klang etwas auf die Sprünge hilft, sodass man Dialoge besser versteht und die Tatort-Folge ein wenig an Atmosphäre gewinnt. Für solche Fälle kommt die Samsung HW-N400 wie gerufen – eine Standalone-Soundbar zum attraktiven Preis, die kompakt gebaut ist (64 cm breit) und sich einfach per HDMI mit dem TV verbinden lässt.

Die Kundenbewertungen bei Amazon sprechen eine klare Sprache: 4,4 von 5 Sternen, zahlreiche Nutzer loben das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der Samsung HW-N400. Klanglich wertet sie die meisten Fernseher hörbar auf. Ein ergreifendes „Feuerwerk der Effekte“ sollte man aber freilich nicht erwarten, das ist bei der Größen- und Preisklasse nicht machbar.

Samsung HW-N400 Soundbar

Samsung HW-N400 Soundbar

Vorteile:

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile:

  • Klangqualität und Ausstattung eindeutig Einsteigerklasse

Luxus-Soundbar: Sony HT-ST5000

Sei es das Display auf der Vorderseite, Dolby Atmos und Dolby TrueHD, HDMI eARC, Multiroom-Funktionalität per WLAN, Bluetooth, Chromecast oder Spotify Connect – die Sony HT-ST5000 lässt in Sachen Ausstattung fast keine Wünsche mehr offen. Der Hersteller ruft dafür aber auch heftige 1.499 Euro (UVP) auf. Im Handel ist das gute Stück (eigentlich zwei, weil ein Subwoofer dazu gehört) mittlerweile für rund 1.200 Euro zu finden. Das Spitzenmodell von Sony holte sich bei der Fachpresse auch Spitzennoten: 5 von Sterne, sowohl bei WhatHifi als auch bei Techradar.

Lob gibt es für den hervorragenden Klang, die gute Verarbeitungsqualität und die Ausstattung (z. B. 3x HDMI, LAN, Opt. In, USB). Abgesehen vom hohen Preis sollte man auch die Größe berücksichtigen: Mit 118 x 80 x 14,5 Zentimetern (Subwoofer: 24,8 x 40,3 x 42,6 Zentimeter) ist die Sony HT-ST5000 nur dann eine sinnvolle Anschaffung, wenn ausreichend Platz im Wohnzimmer und ein passender Riesen-Fernseher vorhanden sind. Dafür kann man endlich seinen alten AV-Receiver und die Standboxen aus dem Wohnzimmer verbannen, die werden damit nämlich abgelöst.

Sony HT-ST5000, Dolby-Atmos-Soundbar mit Subwoofer

Sony HT-ST5000, Dolby-Atmos-Soundbar mit Subwoofer

Vorteile:

  • Hervorragende Klangqualität
  • Sehr gute Ausstattung (Anschlüsse, Formate)

Nachteile:

  • Dolby Atmos sorgt zwar für Raumeffekte, kann aber echte Surround-Setups aus mehreren Boxen nicht ersetzen

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Soundbar für den Fernseher: Was man vor dem Kauf wissen sollte

Bauweise: einteilig, mehrteilig oder doch ein Sounddeck?

Was genau ist eine „Soundbar“? Die einfachste Unterteilung erfolgt über die Bauart. Das sind die drei wesentlichen Typen von Soundbars, wie sie im Handel angeboten werden:

  • Klassische Soundbar („Klangbalken“ / „Stand-Alone“ / „einteilige Soundbar“): Ein einzelner, meist länglicher Lautsprecher, der vor dem Fuß des Fernsehers platziert wird. Meist optional durch zusätzliche Lautsprecher erweiterbar. Beispiele: Sonos Beam, Bose Soundbar 500
  • Soundbar mit Subwoofer („Soundbar-System“, „2.1“): Diese Modelle sind ab Werk mit einem dazugehörigen Subwoofer ausgestattet. Diese spezielle Lautsprecherbox ist nur für die tiefen Töne (Bässe) zuständig – meist ein quaderförmiger Gehäuse, das auf dem Boden steht und etwas versteckt platziert wird. Beispiele: Yamaha YAS-207, Polk Audio Command Bar
  • Soundplate („Soundbase“, „Sounddeck“): Eine klassische Soundbar stellt man vor den TV oder hängt sie an die Wand – die Soundplate kommt hingegen unter den Fernseher. Es handelt sich um einen flachen und robusten Lautsprecher, der dafür ausgelegt ist, das gesamte Gewicht des darauf stehenden TVs zu tragen. Beispiele: Nubert nuPro AS-450, Sonos Playbase

Vor dem Kauf macht es Sinn, die Anforderungen in den eigenen vier Wänden zu ermitteln. Ein kleiner TV (z. B. 32 Zoll Diagonale) im Schlafzimmer lässt sich mit einer einteiligen Soundbar ausreichend aufrüsten. Im Wohnzimmer oder Heimkino ist mehr Platz vorhanden und es muss mehr Power her: Dann sind Kombinationen mit Subwoofer interessant. Auch die optionale Erweiterbarkeit um Rücklautsprecher ist dann ein Punkt, der kaufentscheidend sein kann.

Konnektivität: HDMI, eARC, Apple AirPlay und mehr

Wie kommt der Sound zur Soundbar? Bei den vielen Anschlussmöglichkeiten (u.a. HDMI, HDMI ARC, HDMI eARC, TOSLINK, S/PDIF, Klinke, Cinch) ist man schnell überfordert. Auch hier lohnt es sich, vor dem Kauf zu prüfen, was der eigene Fernseher bietet und wie man die Soundbar idealerweise anschließt. Ansonsten steht man womöglich im Wohnzimmer und stellt fest, dass ein Adapter benötigt wird. Wer es drahtlos mag, achtet beim Kauf der Soundbar auf Bluetooth, Apple AirPlay 2 oder ein anderes WLAN-Lautsprechersystem (Sonos, Yamaha Musiccast etc.).

Klang: Stereo oder Surround?

Auch wenn einige Hersteller von „beeindruckenden Surround-Effekten aus nur einer Box“ sprechen – bei virtuellem Surround (meist erzeugt durch Klangreflexionen an Wänden und Decke) sollte man kein Wunder erwarten. Wer einmal ein echtes Surround-System mit Subwoofer, Rear- und Deckenlautsprecher gehört hat, wird diesen Eindruck nicht vergessen. Vor allem die kleinen Standalone-Soundbars kommen trotz digitaler Signalverarbeitung nicht an dieses Erlebnis heran. Dazu kommt, dass Dolby Digital, Dolby Atmos, DTS-HD und Co. nicht ohne Weiteres zu haben sind: Man braucht entsprechend codiertes Quellmaterial (Blu-ray, Streaming-Dienst), einen geeigneten Zuspieler (z.B. Apple TV 4K), die richtigen Kabel (z.B. HDMI) und Anschlüsse (z.B. HDMI ARC für Dolby Atmos, siehe auch unser Test der Sonos Arc Soundbar). Wenigstens sind viele Soundbar-Modelle nachträglich erweiterbar, sodass man bei Bedarf etwa einen Subwoofer oder Lautsprecher für die hinteren Kanäle nachrüsten kann.

Wenn man hauptsächlich das TV-Programm konsumiert (Nachrichten, Shows), dann reicht eine einfache Soundbar mit ordentlichem Stereo vollkommen aus. Wobei man auch hier wissen sollte, dass „Stereo“ allenfalls als Eintrag im Datenblatt zu verstehen ist. Durch den geringen Abstand der beiden Kanäle innerhalb einer Soundbar ist der Panorama-Effekt hörbar begrenzt – egal, was der Hersteller verspricht. Für hochwertigen Musikgenuss braucht man nunmal zwei separate Boxen mit größerem Abstand.