Wer zu Hause Internet über einen DSL-Anschluss oder per Kabel nutzen möchte, braucht ein Modem. Viele Modelle „routen“ die Verbindung an weitere Geräte und stellen auch WLAN zur Verfügung, weswegen man die Geräte landläufig WLAN-Router nennt. Die Stiftung Warentest hat aktuelle Produkte getestet. Für uns keine Überraschung: Der Sieger stammt aus Berlin und hört auf den Namen „FritzBox“. GIGA stellt die besten Modelle vor und gibt einen Überblick zum Thema.

 

Kaufberatung

Facts 

Ein WLAN-Router mit Modem stellt für Computer, Tablets und andere Web-fähige Devices die Verbindung nach „draußen“ dar: Er wählt sich in das Internet ein und stellt Handys, Tablets, Computern, Fernsehern und anderen Geräten über kabelgebundenes Netzwerk, auch LAN oder Ethernet genannt, sowie drahtlos per WLAN Zugang zum Internet zur Verfügung. Neben diesen Netzwerkfunktionen mit Schutzmechanismen bieten viele Router weitere Möglichkeiten – von der Telefonzentrale bis hin zum Smart-Home-Hub.

Die besten WLAN-Router 2020: Alle Testsieger im Überblick

Preistipp Testsieger Stiftung Warentest Empfehlung für Kabel-Internet
Produkt AVM FritzBox 7530 AVM FritzBox 7590 AVM FritzBox 6591 Cable
Preis ca. 120 Euro ca. 200 Euro ca. 260 Euro
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Der Preistipp: AVM FritzBox 7530

AVM FritzBox 7530

AVM FritzBox 7530

Vorteile:

  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • viele und sehr gute Funktionen

Nachteile:

  • wenige Anschlüsse

Unser Preistipp ist die FritzBox 7530. Für kleinere Haushalte reicht sie völlig aus. Im Vergleich zum Topmodell sind die Maximalübertragungsraten des WLAN mit 866 MBit/s beziehungsweise 400 MBit/s niedriger, das macht aber im Alltag nur wenig spürbaren Unterschied. Zudem bekommt man weniger Anschlüsse. Ansonsten bietet der Router eine ähnlich hohe Funktionsvielfalt, inklusive integrierter DECT-Basis.

Dass AVM ein guter Kompromiss gelungen ist, belegt auch der Test der Stiftung Warentest: Die FritzBox 7530 als eines der günstigsten Produkte punktet mit einem geringeren Stromverbrauch und nimmt mit Gesamtnote 1,6 den zweiten Platz ein. Zum Vergleich: Konkurrenzprodukte von anderen Herstellern erreichen die Note 2,1 oder schlechter.

TECH.tipp: Die besten FRITZ!Box-Funktionen

Testsieger bei Stiftung Warentest: AVM FritzBox 7590

AVM FritzBox 7590

AVM FritzBox 7590

Vorteile:

  • Schnelle Datenübertragung
  • Viele und sehr gute Funktionen

Nachteile:

  • Etwas hoher Stromverbrauch

Im Test der Stiftung Warentest (siehe Heft 3/2020) belegt die FritzBox 7590 von AVM mit der Gesamtnote 1,5 den ersten Platz. Ob Datenübertragung, Sicherheitsfunktionen, Telefonieren, Handhabung oder Vielseitigkeit – überall erreicht der DSL-Router ein „sehr gut“. Einzige Ausnahme: der Stromverbrauch. Hier reicht es „nur für Note 2,3. GIGA hat nachgemessen: Im Betrieb benötigt der Router bei uns rund 11 Watt. Es gibt nur geringe Energiesparmöglichkeiten, indem man zum Beispiel die DECT- oder WLAN-Leistung reduziert (nur in kleinen Räumlichkeiten sinnvoll). Am besten steckt man den Router aus, wenn man für ein paar Tage nicht zu Hause ist.

Die Ausstattung des Top-Routers von AVM ist üppig, regelmäßige Software-Updates mit Funktionserweiterungen können wir vom Berliner Hersteller erwarten. Dank WLAN AC+N und Multi-User-MIMO erreicht man über das kabellose Netz eine Geschwindigkeit von bis zu 1.733 MBit/s (5 GHz) und 800 MBit/s (2,4 GHz). Eine DECT-Basis für den direkten Anschluss von Festnetztelefonen ist integriert.

Kabelrouter bei Stiftung Warentest: AVM FritzBox 6591 Cable

AVM Fritz!Box 6591 Cable

AVM Fritz!Box 6591 Cable

Vorteile:

  • schnelle Datenübertragung
  • viele und sehr gute Funktionen

Nachteile:

  • hoher Stromverbrauch
  • teuer

Für Kabel-Internet-Anschlüsse hat die Stiftung Warentest 03/2020 nur die AVM FritzBox 6591 Cable getestet. Der noch etwas höhere Stromverbrauch als bei den DSL-Modellen sorgt für Abwertung, die FritzBox 6591 Cable bekam deshalb trotz Topnoten in den anderen Bereichen nur eine Gesamtnote von 2,0. Wichtig: Die 6591 unterstützt bereits das DOCSIS-Protokoll in Version 3.1, das für Gigabit-fähige Kabelanschlüsse notwendig ist.

Router-Kauf: Was man wissen sollte

WLAN-Router: DSL, Kabel, Glasfaser?

Egal ob Internet per Kabel, (V-)DSL, Glasfaser, ISDN, Satellit oder LTE – für den Zugang braucht man ein Modem. Ein solches Modem ist in den oben genannten Geräten bereits integriert, per Kabel wird das Gerät an den entsprechenden Anschluss der Telefon oder der TV-Kabeldose im Haushalt angesteckt. Es ist aber auch möglich, Modem und WLAN-Router separat zu betreiben. Dazu gleich mehr.

Wichtig zu wissen ist, dass WLAN-Router normalerweise nur für einen der genannten Anschlusstypen konzipiert sind. Soll heißen: Sie beherbergen nur eines der entsprechenden Modems. Darüber hinaus gibt es auch Router für Glasfaseranschlüsse, die in Deutschland aber noch nicht flächendeckend angeboten werden. Mehr zu Techniken und Verbreitung in unsere Übersicht zu Internet-Anbietern 2020.

Auf welche Funktionen sollte man beim Kauf einer FritzBox achten?

Auch nach einem Blick in das Heft der Stiftung Warentest – beziehungsweise auf die WLAN-Router oben – mag sich manch einer noch fragen, welches Modell er nehmen soll. Für mehrere Geräte und Personen im Haushalt, für einen üppigen Datentransfer innerhalb des Netzwerks oder Streaming mit einem leistungsfähigen Tarif ist eine hohe Geschwindigkeit sinnvoll, damit es nicht zu Leistungseinbußen kommt. Dann ist die FritzBox 7590 die erste Wahl. Auch auf die Anschlüsse sollte man achten. Nur das Topmodell liefert ISDN-Unterstützung und bietet zwei statt einen USB-Port. Hier kann man zum Beispiel einen Drucker und eine Festplatte anschließen.

Eine DECT-Basis und integrierte Telefonanlage-Funktionen bieten beide AVM-Router. Auch in der weiteren Ausstattung gleichen sich die Geräte. Wofür man die Geräte einsetzen kann, zeigen unsere Tipps für die FritzBox:

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FritzBox: Diese 20 Funktionen sollte jeder Besitzer kennen

Telekom, o2, Vodafone – welcher WLAN-Router ist für die DSL-Tarife sinnvoll?

Zumindest die großen Anbieter von DSL-Tarifen stellen den Kunden eigene Router zur Verfügung – oft für einen monatlichen Obolus. Diese muss man nicht benutzen, seit 2016 gilt das Ende des Routerzwangs und damit das recht auf freie Wahl der Endgeräte für den Internetzugang. Ist man mit dem vom Provider zur Vergung gestellten Produkt zufrieden, spart man sich weitere Ausgaben für die Hardware. Diese Modelle sind normalerweise aber weniger leistungsfähig und funktionsreich als die oben genannten Router und/oder kosten mehr. Zum Beispiel hat der Telekom Speedport Smart 3 im Test der Stiftung Warentest nur „befriedigend“ abgeschnitten.

WLAN-Router wie die FritzBox und Geräte anderer Hersteller lassen sich einsetzen, egal bei welchem Anbieter man den Internet-Tarif gebucht hat. Die oben genannten DSL-FritzBoxen unterstützen zudem Supervectoring 35b (VDSL).

Modem und Router als separate Geräte

Wer bei seinem Internet-Anbieter ein Modem ohne WLAN-Funktion erhalten hat oder mit seinem Gerät unzufrieden ist, muss nicht unbedingt die komplette Hardware gegen einen WLAN-Router mit Modem austauschen. Stattdessen kann man auch ein modemloses Router-Modell nach eigenem Geschmack kaufen und an das bestehende Modem anschließen. Hierfür bietet sich ein WLAN-Router ohne integriertes Modem wie die günstige FritzBox 4040 an. Nachteil: Der Stromverbrauch steigt bei zwei gleichzeitig betriebenen Geräten etwas an.

AVM FRITZ!Box 4040: WLAN-Router ohne Modem

AVM FRITZ!Box 4040: WLAN-Router ohne Modem

Kann man selbst den Router einrichten?

Einen guten Router selbst in Betrieb zu nehmen ist kein Hexenwerk. Am einfachsten verwendet man einen Windows-PC oder Mac, der über ein Netzwerkkabel mit dem Router verbunden ist. Im Browser kann man dann einfach die Einrichtungsseite aufrufen und alle wichtigen Einstellungen vornehmen. Wichtig: Man benötigt die Zugangsdaten seines Tarifs, diese finden sich in den Vertragsunterlagen.

Braucht man einen WLAN-Repeater oder Mesh-WLAN?

Ein WLAN-Repeater erweitert das Funknetz des WLAN-Routers, mehr dazu in unserer Kaufberatung zu den besten WLAN-Repeatern. Ihn benötigt man dann, wenn das Netzwerk nicht überall erreichbar ist, wo man es benötigt, und eine günstigere Positionierung des Routers nicht möglich ist.

Tipps für den Einsatz von Repeatern:

  • Einige FritzBox-Modelle kann man auch als Repeater einsetzen. So lässt sich ein ausgedienter Router noch für die WLAN-Erweiterung nutzen.
  • Viele neue Repeater-Modelle von AVM lassen sich auch im Mesh-Betrieb nutzen. Damit wird ein großes WLAN statt mehrerer einzelner kleiner Netze aufgespannt. Falls eine Mesh-Option angeboten wird, empfehlen wir diese zu nutzen. So erhält man stabilere Verbindungen ohne Aussetzer und eine höhere Bandbreite.

Wer einen größeren Bereich, etwa Haus und Garten oder eine Wohnung mit mehr Etagen mit WLAN abdecken möchte, kann gleich zu einem ganzen Mesh-System greifen, etwa dem TP-Link Deco P9. Damit kann man an mehreren Stellen im Haushalt kleinere Zugangsstationen fürs WLAN aufstellen und erhält so eine wesentlich bessere Abdeckung ohne Lücken.

TP-Link Deco P9 - Powerline WLAN Mesh Set

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Welches Zubehör benötigt man für die FritzBox?

Das unbedingt notwendige Zubehör liegt bei – wie zum Beispiel die Anschlusskabel. Um einen Computer per Kabel an den Router anzuschließen, verwendet man ein Netzwerkkabel.

Für die Telefonie koppelt man ein DECT-Telefon mit der FritzBox. Am besten auf die Funktionen abgestimmt sind die Modelle des selben Herstellers, wie unser Test des FritzFon C6 ergab.

AVM FRITZ!Fon C6 DECT-Komforttelefon

AVM FRITZ!Fon C6 DECT-Komforttelefon

Nicht unbedingt notwendig, aber für manch einen interessant: AVM bietet Smart-Home-Geräte, die sich über die FritzBox ansteuern lassen. Zudem gibt es kostenlose Apps für iOS und für Android, die bei Konfiguration und Bedienung der angeschlossenen Geräte helfen. Und schließlich gibt es noch die Fritz!App Fon. Mit dieser lässt sich auch ein Smartphone oder Tablet im Heimnetzwerk als Festnetz-Gerät verwenden.