Karfreitag: Tanzverbot und kein Fleisch essen? Ursprung der Traditionen zum Feiertag

Christin Richter

Karfreitag ist ein Feiertag - aber nicht irgendeiner. Der Karfreitag gehört zur Karwoche und folgt zu Ostern auf den Gründonnerstag. Warum es an diesem Karfreitag Tanzverbot gibt und warum viele Menschen an diesem Tag kein Fleisch essen, erklären wir euch im nachfolgenden Ratgeber.

Nachdem wir euch erklärt haben, wann Karfreitag und Ostern 2016 ist und im Artikel Karfreitag Geschäfte offen: Ladenöffnungszeiten zum Feiertag verraten haben, wo und wann ihr am Osterfeiertag einkaufen könnt, möchten wir euch nachfolgend zwei Traditionen vorstellen.

Tanzverbot an Karfreitag: Ein stiller Feiertag

Freut ihr euch, an Karfreitag frei zu haben und wollt die Zeit nutzen, um mal wieder richtig feiern zu gehen? Dann kommt euch vermutlich das Tanzverbot zu Ostern in die Quere. Ebenso wie am Volkstrauertag sind öffentliche Tanzveranstaltungen an diesen stillen Feiertagen verboten. An diesen christlichen Feiertagen könnten sich streng Gläubige gestört fühlen. Denn an Karfreitag soll an die Leiden und die Kreuzigung von Jesu Christi gedacht werden. Aus Rücksicht solltet ihr daher nicht nur auf das Feiern in der Öffentlichkeit verzichten, sondern gegebenenfalls auch zuhause nicht unbedingt lautstark das verlängerte Wochenende einleiten. Einige Clubbetreiber müssen auf Veranstaltungen am Karfreitag verzichten. Wenn Bußgelder für Discotheken-Betreiber verteilt werden, sind sie nicht selten in Höhe von ca. 1000 Euro ausgestellt. Und auch zuhause dürft ihr nicht jeden Film im TV sehen: Lest mehr in unserem Artikel FSK: Diese Filme sind an Feiertagen per Gesetz verboten.

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Ausnahmen vom Karfreitag-Tanzverbot

Die genaue Regelung und die Zeiten legen hier aber die Länder fest. Ganztägiges Tanzverbot ist noch in vielen Bundesländern aktuell. Besonders bei einem hohen Anteil katholischer Bevölkerung stößt laute Musik auf Unmut. Gerade in Bayern gilt dreitägiges Tanzverbot sowohl an Karfreitag, als auch am Gründonnerstag und Karsamstag.  Auch Sportveranstaltungen können verboten sein. So sind in Brandenburg beispielsweise öffentliche Fußballspiele verboten. Für Feierwütige gibt es aber natürlich auch Ausnahmen und nicht in allen Bundesländern halten die Bewohner andächtig die Füße still:

  • Berlin: Nach Feiertagsschutz-Verordnung müssen Clubs am Freitag von 4 Uhr bis 21 Uhr geschlossen haben. Das ist für die meisten Locations kein Problem, da die Partys sowieso erst nach 21 Uhr starten. Zudem bestätigt das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg, in den letzten sechs Jahren keine Bußgelder deswegen ausgestellt zu haben. (Quelle: rbb-online.de)
  • Bremen: Das Tanzverbot startet hier 6 Uhr und geht bis 21 Uhr.
  • Schleswig Holstein: Der Kieler Landtag hat den Feiertagsschutz gelockert. Am Karfreitag dürft ihr hier bis 2 Uhr morgens tanzen – dann erst wieder am Karsamstag nach 2 Uhr.
  • Hamburg: Hier gilt dasselbe, wie für Schleswig-Holstein: Ihr dürft in den Karfreitag reintanzen bis 2 Uhr.
  • Hessen: Abzappeln ist nicht zwischen Gründonnerstag 4 Uhr bis Karsamstag 0 Uhr.

Obwohl es sich um einen katholischen Feiertag handelt, sind die Ordnungsämter je nach Stadt und Gemeinde unterschiedlich streng. Ob tatsächlich fleißig Bußgelder verteilt werden, wissen die Veranstalter häufig selbst noch nicht.

Ralph Wiggum Ostern.

An Karfreitag kein Fleisch essen: Daher kommt der Fleischverzicht am Feiertag

Zu Ostern gehört ein Festessen dazu – allerdings gibt es den Braten bei vielen Familien erst am Ostersonntag oder Ostermontag. An Karfreitag Fisch und kein Fleisch zu essen, hat eine jahrhundertealte Tradition. Aber warum ist man an diesem katholischen Feiertag Fisch?

  • Der Fisch ist eins der ältesten Symbole im Christentum. Wollten sich die Christen heimlich versammeln, malten sie dieses Symbol an den Versammlungsort.
  • Zudem hängt es mit dem griechischen Wort „Ichthys“ für Fisch zusammen. Einige behaupten, die ersten drei Buchstaben „I“ und „CH“ würden an Jesu Christi erinnern (Quelle: ndr.de), für viele bedeuten alle Buchstaben etwas. Sie gelten als Anfangsbuchstaben von „Iesos Christos Theou Yios Soter“. Auf deutsch: „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“ (Quelle: theology.de).
  • Außerdem war Fisch früher teurer als Fleisch und die Menschen sollen sich an Karfreitag den Leiden Jesu Christi gedenken.

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Auch als Fastentag ist Karfreitag bei den Christen bekannt und hat eine lange Tradition:

  • Anfangs durfte nichts gegessen oder getrunken werden.
  • Strenggläublige Katholiken handhaben es heute folgendermaßen: Kinder ab 14 Jahren sollen auf Fleisch verzichten. Personen zwischen 18 bis 60 Jahren dürfen nur eine Mahlzeit zu sich nehmen.

Egal ob ihr an Karfreitag tanzt oder Fisch esst oder nicht – wir wünschen Frohe Ostern.

Bildquellen: Tiplyashina EvgeniyaJacek Chabraszewski, Syda Productions via Shutterstock

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