Mit einem Google Chrome IP Changer anonym surfen

Marco Kratzenberg

Vielen ist auf den ersten Blick nicht klar, warum sie ihre IP-Adresse in Google Chrome wechseln sollen. Google Chrome nutzt, wie eigentlich jeder Browser, die Standard-IP-Einstellungen von Windows. Mit der IP ist der Anwender theoretisch eindeutig identifizierbar. Logischerweise ist er das aber nicht, weil schon in einem einfachen Haushalt mehrere Personen über dieselbe IP ins Netz gehen.

Und warum sollte man seine IP wechseln wollen, wenn man nicht gerade etwas illegales vorhat? Ganz einfach! Das fängt schon damit an, dass man sich Musikvideos bei Youtube nicht ansehen kann, wenn man eine deutsche IP hat. Manche Downloadportale erlauben einer IP pro Zeiteinheit nur eine eingeschränkte Menge von Downloads. Wenn man da weiter machen will, braucht man eine andere IP. Das sind nur einige Beispiele.

Wie funktioniert ein Google Chrome IP Changer?

Grob gesagt benutzt jeder IP Changer für Google Chrome einen Umweg über einen anderen Server. Normalerweise findet der Datenverkehr vom eigenen Rechner, über den Provider und dann auf möglichst direktem Weg zur Zielwebseite statt.

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Es gibt einige solcher Server, die den Datenverkehr kostenlos umleiten. Dann gehen die Daten vom eigenen Rechner, über den Provider zu einem „Proxy-Server“. Der leitet die Daten dann weiter an die Zielseite. Diese glaubt, man käme nun plötzlich nicht mehr aus Deutschland, sondern z.B. aus Polen. China, Frankreich. Zurück geht es dann denselben Weg.

Das Problem liegt u.a. darin, dass die Geschwindigkeit solcher Verbindungen sehr oft zu wünschen übrig lässt. Ein weiteres Problem ist, dass nicht wenige Seiten den Zugriff über solche Server blockieren, weil sie sehr häufig von Hackern und Spammern benutzt werden.

Die IP Changer Erweiterungen für Google Chrome greifen auf eine Liste von öffentlichen Proxy-Servern zu, wie sie zahlreich im Internet kursieren. Diese Listen sind aber nicht immer aktuell. Darauf tauchen auch Server auf, die gar nicht als öffentliche Proxys gedacht waren und abgeschaltet wurden, sobald der Besitzer den Missbrauch gemerkt hat. Dadurch entsteht die Situation, dass immer häufiger Webseiten gar nicht geladen werden, weil man keinen Umweg beschreitet, sondern in einer Sackgasse gelandet ist.

Was sollte man in Google Chrome mit einem IP Changer tun und was nicht?

Was definitiv jedem klar sein sollte, ist die Tatsache, dass man keinem Anbieter solcher öffentlicher Umleitungen trauen darf! Sämtlicher Datenverkehr läuft plötzlich über einen Server in Russland, China oder sonstigen Ländern, in denen man niemanden zur Rechenschaft ziehen kann. Da wird man hoffentlich keine Mails abrufen, kein Homebanking machen oder sonstige vertrauliche Daten senden.

Man weiß nie, was auf der Zwischenstation mit meinen Daten geschieht. Wer dahintersteckt und was auf dem umgekehrtem Weg auf meinem Rechner landet. Für einen geschickten Programmierer ist es eine Klacks, jeden Dateidownload über seinen Server zu entpacken, einen Virus einzuschleusen, ihn wieder zu packen und weiterzugeben. Langsam ist die Verbindung sowieso, also wir schon keiner misstrauisch.

Im Grunde bleibt dann nicht mehr viel, was man mit so einem Proxy machen kann. Meist wird so etwas auch in Ländern genutzt, in denen Webseiten von der Regierung gesperrt werden. Das ist bei uns nicht das Problem. Den meisten von uns dürfte ein Plugin wie ein Youtube Proxy reichen, mit dem wir den Streit zwischen Google und der Gema umgehen können.

Woher bekommt man einen Google Chrome IP Changer?

Solche Erweiterungen finden sich zuhauf im Google Chrome Webstore. Mit Suchworten wie „ip changer“ oder „anonymus“ kommt man hier schon weiter. Allerdings sollte man sich die Zeit nehmen, die Bewertungen der einzelnen Erweiterungen zu studieren. Dann wird man recht schnell feststellen, was funktioniert und was nicht.

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