Windows 10: Erfahrung und Fazit

Robert Schanze 8

Ich habe in meinem Leben schon viele Windows-Betriebssysteme genutzt und ausprobiert, angefangen von Windows 3.1, über Windows 95, 98, ME, XP, Vista, 7 und 8. Aber wie gut gefällt mir Windows 10? Lest hier meine persönlichen Erfahrungen und mein vorläufiges Fazit zu Windows 10.

Introducing Windows 10.

Bereits die Insider Previews von Windows 10 haben mich erahnen lassen, dass mir Windows 10 nach Windows 8 wieder deutlich besser gefallen wird. – Vermutlich genauso wie mir Windows 7 um Längen besser gefallen hat als Windows Vista. Info: Vista war meine erstes Betriebssystem, dass ich übersprungen habe; Windows 8 war mein Zweites. Theoretisch musste mir demnach Windows 10 wieder deutlich besser gefallen. Ob das stimmt, lest ihr hier.

Windows 10: Erfahrung und Fazit – Der erste Eindruck

Nach der Installation zeigte sich Windows 10 in voller Pracht auf meinem Desktop-PC: Im Hintergrund das Hero-Wallpaper, vorne das neue Startmenü mit dem neuen Suchfeld in der Taskleiste. Was es damit auf sich hatte, sollte ich bald erfahren. Die Optik von Windows 10 finde ich modern und auch das Startmenü sieht endlich so aus, wie ich es bereits unter Windows 8 erwartet hätte: Eine sinnvolle Kombination der klassischen Startmenü-Einträge und neuen Kacheln.

Das Hero-Wallpaper selbst finde ich nicht übermäßig schick, wenn ich bedenke, was Microsoft da für einen Aufwand betrieben hat, um es zu erstellen. Dann doch lieber die Mühe ins Betriebssystem direkt stecken, oder?

Mein erster Eindruck: Modernes, schickes Betriebssystem mit schönem Startmenü – Sehr gut.

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Windows-Jokes, die dich zum Lachen und dann zum Weinen bringen werden.

Windows 10: Erfahrung und Fazit – Die ersten Minuten

Desktop-Hintergrund und Farben waren schnell angepasst. Um das Startmenü einzurichten, habe ich etwas gebraucht, vor allem um herauszufinden, wie ich neue Gruppen erstelle. Die Unterordner im Reiter Alle Apps gibt es in Windows 10 nicht mehr. Stattdessen werden direkt alle Programme und Apps angezeigt. Die Unterordner vermisse ich allerdings auch nicht, ich finde, das bringt Übersicht und Ordnung in das Startmenü.

Grundsätzlich mag ich seit jeher Software, die mir Optionen liefert. Software, die sich nach meinen Bedürfnissen und Arbeitsweisen anpassen lässt, ist mein Freund. Bei Microsoft-Betriebssystemen mache ich da keine Ausnahme. Daher gefällt mir auch nicht, dass ich bestimmte vorinstallierte Apps nicht auf intuitivem und einfachem Weg deinstallieren kann. Das geht nur mit dem Kommandozeilenprogramm. Auch habe ich eine Weile gebraucht, um herauszufinden, wie ich Programme deinstalliere. Und mir ist aufgefallen, dass viele meiner alten Spieleklassiker unter Windows 10 nicht mehr laufen wollen. Das gilt besonders für solche, die den Kopierschutz Securom oder Safedisc nutzen. Schade, aber ich sehe auch ein, dass etwa auf Windows 7 nicht mehr alle Programme von Windows 3.1 laufen können. Ansonsten laufen Programme flüssig und schnell. Ich habe auch das Gefühl, dass sie Windows 10 einen Ticken geschmeidiger läuft als Windows 7.

Besonders gefallen hat mir des Weiteren das neue Info-Center, die im Grunde die gleiche Arbeit übernimmt wie die Statusleiste bei Android-Smartphones oben am Bildschirmrand. Das Info-Center informiert über alle möglichen App- und Webseiten-Benachrichtigungen und wenn Dinge meine Aufmerksamkeit erfordern. Auch virtuelle Desktops sind eigentlich schon überfällig gewesen und erleichtern das strukturierte Arbeiten mit dem Betriebssystem ungemein, genauso wie das Fenstermanagement mit Snap Assist.

Zu meiner weiteren Freude gibt es in Windows 10 zudem das sogenannte Dark Theme, das in meinen Augen bislang aber nur halbherzig umgesetzt ist. Finde ich schade, denn ich mag dunkle Themes. Ich arbeite damit angenehmer, vor allem Abend, wenn es schon dunkler ist. Das sind für mich die kleinen Dinge in einem Betriebssystem, die mich begeistern. Hier hätte Microsoft lieber mal ein extra Team engagieren sollen, statt für das Hero-Hintergrundbild.

Windows 10: Das solltet ihr VOR dem Upgrade wissen

Windows 10: Cortana makes my day

Ich gebe es zu: Ich mag Cortana. Ich mag, dass ich mit ihr bestimmte Themen im Internet verfolgen kann. Ich mag, dass sie mich an Termine erinnert. Ich mag, dass sie mir sagt wie das Wetter wird. Ich mag, wie sie meine unreifen und total kindlichen Anmachsprüche kontert. Und ich mag die Vorstellung einer KI, die mich als digitaler Assistent – wie J.A.R.V.I.S. aus Iron Man – persönlich betreut und mir im Arbeitsalltag hilft.

Was ich nicht an ihr mag? Ich mag nicht dieses ungute Gefühl, dass die KI beziehungsweise das Betriebssystem alles über mich wissen muss, um produktiv zu funktionieren. Als kleines Beispiel: Ich mag nicht, dass Cortana meine Position kennen muss, um überhaupt eingeschaltet werden zu können. Mir ist klar, dass damit bestimmte Funktionen nicht mehr laufen würden, aber dennoch könnte Cortana die übrigen Funktionen wie Websuche, Termine, Nachrichtenvorschläge etc. weiterhin anbieten. Da versucht Microsoft in meinen Augen zu viel Datensammelei zu betreiben, die nicht nötig ist. Wie gesagt: Ich mag Software, die ich anpassen kann. Auf Dinge wie Positionserkennung will ich verzichten. Meine Freundin weiß im besten Fall, wo ich bin – das reicht.

Der Windows Store und Microsoft Edge – Selten genutzt

Zu den Apps in Windows 10 kann ich nicht viel sagen, weil ich seltenst welche nutze: Der Windows Store hat bei weitem nicht die Auswahl eines Google Play Store, aber für das nötigste dürfte es reichen. Was mich etwas stört: Die Apps Word Mobile, Excel Mobile und PowerPoint Mobile hätte ich gern genutzt, da man sie aber ohne Office-365-Abo quasi nur als Viewer benutzen kann, sind sie für mich nutzlos.

10 Reasons to Upgrade to Windows 10 - MICROSOFT EDGE.

Das gleiche bei Microsoft Edge: Der Browser ist in meinen Augen um Einiges interessanter als der Internet Explorer und auch moderner. Vor allem die Notizfunktionen sind interessant. Allerdings würde ich die Notizen auch gerne als Datei speichern und nicht nur über Apps wie OneNote teilen.

Die besten Windows-10-Apps – Top 10

Windows 10: Ständig online und totale Überwachung?

Windows 10 ist als Cloud-basiertes Betriebssystem entworfen. Das merkt man an allen Ecken und Enden. Zwar lässt sich Windows 10 auch offline betreiben, aber dann muss man trotzdem die Login-Daten für das Microsoft-Konto eingeben, um etwa Apps im Windows Store herunterzuladen. Außerdem funktioniert natürlich Cortana nicht mehr, wenn ich mit einem lokalen Konto arbeite, weil Gründe!!! ;)

Auch die Datenschutz-Einstellungen in Windows 10 wirken auf mich nicht wirklich transparent. Es gibt ein strukturiertes Datenschutz-Menü, das sich anpassen lässt, okay, aber das macht die ganze Sache noch nicht transparent. Mir fehlen oft an vielen Stellen Beispiele, die mir verdeutlichen, was jetzt eigentlich genau übertragen wird, wenn ich den Schalter umlege. Und einen 10000-Seiten-langen Text mit Instruktionen, Datenschutzbestimmungen und allgemeinen Geschäftsbedingungen will ich mir auch nicht durchlesen. Ich möchte kurz und knackig wissen, worauf es ankommt. Da das ein Wunsch ist, der vermutlich zu naiv ist, um jemals realisiert zu werden, bin ich skeptisch was Windows 10 und das Thema Datenschutz angeht und nutze Tools, die mir wenigstens das Gefühl geben, die Kontrolle über mein Betriebssystem zu haben. Und die Tatsache, dass Microsoft auch Telemetrie-Funktionen in Windows 7 und 8 per Update nachgerüstet hat, die ebenfalls Nutzerdaten auswerten und an Microsoft-Server senden, machen das Thema „Microsoft und Datenschutz“ in meinen Augen nicht attraktiver.

Windows 10: Mein Fazit

Insgesamt macht Windows 10 auf mich einen guten Eindruck. Ich mag die Optik, ich mag das neue Startmenü, ich mag die kleinen guten Änderungen wie etwa virtuelle Desktops, das Fenstermanagement und das Dark Theme und ich mag Cortana. Das Betriebssystem und Programme laufen bis auf wenige Ausnahmen rund und flüssig. Kurzum: Windows 10 macht mir Spaß.

Die Online-Verbindung per Microsoft-Konto kann man sehen wie man will: Android-Smartphones sind auch ständig über den Google-Account eingeloggt, Microsoft hat es jetzt mit Windows 10 eben nachgemacht. Beim Thema Datenschutz denke ich, dass jeder selbst entscheiden muss, wie er damit umgeht. Ich persönlich brauche eine Weile bis ich mein Betriebssystem so eingerichtet habe, dass ich produktiv damit arbeiten kann. Für mich gehört dazu bislang auch die Installation von Programmen, die Windows 10 das Senden von Nutzerdaten abgewöhnen.

Windows 10 kaufen: Home und Pro

Was ihr zu Windows 10 wissen solltet:

Wie sehen eure Erfahrungen mit Windows 10 aus?

Windows 10 ist seit Ende 2015 am Markt, inzwischen sind bereits zahlreiche Nutzer auf das neueste Betriebssystem von Microsoft umgestiegen. Zählt ihr auch dazu? Und wie sehen eure Erfahrungen mit Windows 10 aus? Voll zufrieden, eher nicht so begeistert oder habt ihr es etwa wieder deinstalliert? Lasst es uns in der folgenden Umfrage zu Windows 10 wissen!

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