Ein Betriebssystem wie Windows 7 zu deinstallieren ist keine ganz einfache Aufgabe. Es kommt vor allem darauf an, aus welchem Grund man das tun will. Will man downgraden und z.B. wieder Windows XP oder Vista aufspielen? Oder geht es darum, ein ganz neues Betriebssystem zu installieren?

 
Windows 7
Facts 

So oder so sollte man einige Vorbereitungen treffen und sich einige Dinge zurechtlegen, bevor man wirklich anfängt, Windows 7 zu deinstallieren. Denn danach will man ja irgendetwas mit dem Rechner machen und dann sollte man schon wissen, worauf man zurückgreifen kann. Es gibt auch genügend Situationen, in denen man Windows 7 gar nicht deinstallieren muss, um etwas anderes mit dem PC zu machen. So ist es beispieslweise bei sehr vielen Linux-Variationen möglich, das neue Betriebssystem parallel zu bereits existierenden Systemen zu installieren. Dann entscheidet man sich beim Booten für das jeweilige Betriebssystem und verliert nichts.

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Windows 7 deinstallieren und ein neues System installieren

Zuallererst einmal: Windows 7 ist das Betriebssystem. Es ist also das Programm, welches den Rechner überhaupt am Laufen hält. Will man Programme in Windows deinstallieren, dann nutzt man dazu Werkzeuge von Windows oder spezielle Programme. Aber diese sind darauf angewiesen, dass Windows läuft. Also das Betriebssystem, das wir gerade entfernen wollen. Man kann das mit dem Ast vergleichen, den man absägt, während man darauf sitzt. Also dürfte klar sein, dass wir „von außen“ zugreifen müssen, wenn wir Windows deinstallieren wollen. Wir müssen den Rechner über eine CD oder einen USB-Stick booten und das Betriebssystem dann entfernen.

Windows 7 deinstallieren festplatte formatieren

Und bevor man damit loslegt, sollte man klären: Was will ich eigentlich erreichen? Will ich Windows 7 entfernen und stattdessen, danach ein anderes Betriebssystem installieren? Will ich es deinstallieren, weil es nicht mehr richtig läuft und es dann neu installieren? Oder will ich einfach nur den gesamten PC formatieren und von all meinen Daten säubern?

All diese Fälle sind Radikalkuren. Man kann nicht erwarten, dass man Windows 7 deinstallieren und beispielsweise seine installierten Programme funktionsfähig erhalten kann. Selbst wenn es eine Funktion gäbe, Windows zu deinstallieren, würde das nicht die nötigen Verbindungen erhalten. Installiere ich ein komplexes Programm, wie etwa ein Officepaket, dann legt das an vielen Stellen seine Treiber und Bibliotheken ab. Beispielsweise im Systemverzeichnis von Windows. Das wird aber bei einer Deinstallation gelöscht. Ebenso, wenn wir das System von einer CD starten und das Windows-Verzeichnis löschen. Die einzige Chance, alle Verbindungen zu erhalten, wäre eine Installation über das bestehende Windows, was als solches gar nicht geht und hier bestenfalls als Reparatur durchgeführt würde. Und die beseitigt nicht die Probleme, aus denen wir Windows eventuell deinstallieren wollen. Wir haben also nur folgende Optionen:

Windows 7 deinstallieren, indem wir die Festplatte formatieren

Eine Systemfestplatte können wir nur formatieren, wenn das Betriebssystem nicht aktiv ist. Wir benötigen also eine bootfähige CD oder einen bootfähigen USB-Stick. Dann können wir den PC formatieren und ein neues Betriebssystem aufspielen. Das ist nämlich nötig, wenn wir den Computer danach wieder benutzen wollen.

Bevor wir diesen Schritt gehen, sollten wir uns aus dem noch laufenden System ein paar Informationen holen. Denn bei einer Neuinstallation fehlen uns nicht nur die bisher benutzten Programme. Vielmehr fehlen viele der benötigten Hardwaretreiber für unseren Computer. Wer garantiert uns, dass die neue Installation die nötigen Treiber für das DVD-Laufwerk, den Monitor, die Grafik- und Netzwerkkarte mitbringt? Also sollten wir mit Hilfe von Programmen wie HWiNFO64 herauskriegen, welche Hardware wir derzeit benutzen und alle Typenbezeichnungen aufschreiben. Es ist auch keine schlechte Idee, sich diese Treiber gleich zu besorgen, wenn der Internetanschluss noch funktioniert. Die Hardwareinformationen finden wir zur Not auch im Gerate-Manager in der Systemsteuerung.

Windows gerätemanager

Windows 7 deinstallieren während einer Neuinstallation

Auch das ist ein extremer Weg, der aber von den meisten Betriebssystem-Setups beherrscht wird. Windows-Installationen aber auch die verschiedenen Linux-Distributionen bieten uns in der Regel an, eine alte Version zu löschen bzw. die Platte neu zu formatieren. Das ist auch durchaus empfehlenswert, da wir ja mit den installierten Programmen zumeist auch nichts mehr anfangen können. Natürlich sollte man all seine wichtigen Dokumente, Bilder etc. gesichert haben - das versteht sich von selbst.

Bevor wir Windows 7 deinstallieren: Aufräumen!

Die bislang beschriebenen Methoden gehen davon aus, dass Windows deinstalliert werden soll, weil man die Festplatte reinigen will oder weil Probleme aufgetreten sind. Besonders häufig wird in Foren geraten, den „Rechner platt zu machen“, wenn man sich den BKA Trojaner oder ähnliches eingefangen hat. Dabei wäre das oft gar nicht nötig, weil wir mit einer Antivirus-Boot-CD noch einiges retten können. In dem Fall wird Windows nämlich ganz außen vor gelassen. Man bootet von CD oder vom Stick ein Linux-System. Das dann die Festplatte auf Schädlinge untersucht und diese ggfs. sogar killen kann. Danach kann man oft wieder störungsfrei arbeiten oder muss schlimmstenfalls einige Programme neu installieren.

Geht es jedoch nur darum, dass der Rechner immer mehr Störungen hat, langsam geworden ist und häufig abstürzt, dann sollte man sich versichern, dass kein Hardwareschaden vorliegt. Denn in dem Fall würde es nichts nützen, Windows 7 zu deinstallieren, weil die gleichen Probleme immer noch aufträten. Festplattenschäden und selbst eine fehlerhafte Grafikkarte können ein ganzes System so instabil machen, dass es arbeitsunfähig wird. Erst wenn sichergestellt ist, dass hier alles in Ordnung ist, können wir uns ans Aufräumen machen.

Leider weiß man ja oft nicht, wer in so einem Fall der Störenfried ist. Es reicht völlig aus, ein x-beliebiges Programm zu installieren, um den Computer an den Rand des Abgrunds zu treiben. Es gibt nur eine Handvoll Programmiersprachen, mit denen Windows-Programme hergestellt werden. Die meisten Programme einer Sprache greifen auf denselben Satz von Treibern und Bibliotheken zurück, die nur einmal installiert werden, damit man Platz spart. Wenn nun irgendein Programm einen schadhaften Satz dieser Treiber neu einrichtet, werden alle Programme damit Probleme haben, die auf diese Treiber zurückgreifen wollen. Und auch hier haben wir wieder mehrere Optionen.

  1. Wir können das Programm, welches Probleme hat und vorher einwandfrei funktionierte, deinstallieren und neu über die kaputten Treiber neu installieren. Das hilft oft bei Problemen.
  2. Wir können zu einem Zeitpunkt unseres Betriebssystems zurückkehren, an dem es funktionierte. Zu diesem Zweck setzt Windows nämlich Wiederherstellungspunkte. Damit können wir unser Windows 7 wiederherstellen und eine kleine Rückwärtsreise in der Zeit machen.
  3. Wir können Windows Programme deinstallieren. Eins nach dem anderen und angefangen mit den zuletzt installierten. Nicht selten beseitigt das einige Probleme. Allerdings kann es sein, dass während so einer Deinstallation gerade die defekten Treiber zurückbleiben, weswegen Schritt 2 die sicherere Methode darstellt.

Fazit

Man muss nicht immer gleich Windows 7 deinstallieren, weil irgendetwas nicht (mehr) richtig funktioniert. Auf jeden Fall sollte man einen Plan B bereithalten. Was soll als nächstes auf den Computer? Linux? Oder wieder Windows 7? Wenn es darum geht, eine Vireninfektion ein für allemal auszumerzen, dann muss man gar nichts mehr deinstallieren. Dann macht man „das System platt“ und das bedeutet, die gesamte Festplatte wird formairtiert und man beginnt bei Null. Also: Erst nachdenken. Freunde fragen... dann schießen!

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