Du solltest dir keinen 3D-Fernseher mehr kaufen – hier sind 5 Gründe

Thomas Kolkmann 9

Im Kino funktioniert 3D noch, im eigenen Heimkino stirbt die einst als heißer Trend gehandelte Technik jedoch einen langsamen Tod. Wir erklären, warum du heute besser keinen 3D-Fernseher mehr kaufen solltest.

Du solltest dir keinen 3D-Fernseher mehr kaufen – hier sind 5 Gründe

Damit 3D funktioniert, ist mehr als nur ein 3D-Fernseher nötig: ein Blu-Ray-Player der kompatibel zu 3D-Blu-Rays ist, zur Technik passende 3D-Brillen und natürlich auch die Filme als 3D-Blu-Ray. Doch die hohen Einstiegskosten mal außen vor gelassen: Es gibt noch mehr Gründe, auf 3D zu verzichten.

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1. Keine neuen 3D-Fernseher: „Er ist tot, Jim!“

Der wahrscheinlich wichtigste Grund dagegen, sich heute noch auf 3D-Technologie festzulegen ist schlicht und ergreifend dieser: 3D stirbt, zumindest was den Heimgebrauch und die Unterstützung durch neue Geräte angeht. Seit 2012 sinken die Verkaufszahlen entsprechender Endgeräte. Samsung, Sharp und Hisense haben sich folgerichtig bereits aus dem Markt für 3D-Fernseher verabschiedet, LG und Sony folgten zuletzt ebenfalls. Panasonic ist der letzte Hersteller, der 2017 noch neue 3D-TVs ins Programm aufnimmt. Aber auch hier glauben wir an ein baldiges Ende der Unterstützung des immer mehr zum Mauerblümchen verkommenden Features.

2. Der soziale Aspekt von 3D – und seine Tücken

Was man bei der Anschaffung von einem 3D-Fernseher und dem ganzen Drumherum häufig vernachlässigt, ist der soziale Aspekt. Man möchte seine 3D-Filme im eigenen Heimkino ja nicht immer allein sehen. Viele machen sich den Aufwand ja gerade, um mit Freunden und Familienmitgliedern gemütlich zuhause einen Film zu schauen.

Doch die Technik hat ihre Tücken: 3D-Brillen bemerkt man im Idealfall nicht, sind aber für einige Menschen, zum Beispiel Kinder, durchaus unbequem. Nicht jeder Mensch nimmt außerdem den 3D-Effekt überhaupt wahr, wieder anderen wird davon unwohl (Kopfschmerzen, Übelkeit) und für Brillenträger sind die Polarisations- oder Shutterbrillen, die über den eigentlichen Brillen getragen werden müssen, besonders nervig. Gute Shutterbrillen mit großem Sichtfeld und seitlichem Lichtschutz kosten mindestens 30 Euro. Wenn man drei bis vier Personen einplant, sind so schnell 100 Euro mehr auf der 3D-Einkaufsliste. Und wenn jetzt noch jemand unangekündigt weitere Freunde zum Filmabend mitbringt, ist schnell eine Person mehr da, als Shutterbrillen vorhanden sind – und der 3D-Heimkinoabend ist damit gelaufen.

3. Qualität und Quantität von 3D-Filmen

Während zum Anfang des 3D-Hypes noch einige unkonventionelle Filme als 3D-Scheibe erschienen sind, sind es mittlerweile fast nur noch die aktuellen Kino-Blockbuster. Die Anzahl der Releases von 3D-Blu-rays nimmt weiter ab. Streamingdienste wie Netflix, Maxdome und Amazon Prime bieten gar nicht erst 3D-Versionen der Filme an.

Neben der geringen Auswahl an Titeln variiert auch die Qualität des 3D-Masterings. Häufig sind Filme zu dunkel. Material, das von 2D auf 3D konvertiert wird, besitzt oft Tiefenunschärfen, die unnatürlich wirken. Und wenn bestimmte Animationen mit niedriger Bildwiederholfrequenz erstellt wurden, kann die Szene in 3D – aufgrund der halbierten Bilder pro Sekunde – sichtlich ins Ruckeln geraten. Filmenthusiasten wägen ab, ob ihnen das „Gimmick“ 3D die allgemein schlechtere Bildqualität wert ist – und entscheiden sich für ein Nein.

Video: Der 77 G6V aus LGs Signature-Reihe ist eines der letzten TV-Modelle von LG, der noch 3D-fähig ist. Der 77-Zoller ist zwar auf dem aktuellen Stand der Technik, kostet aber auch deutlich über 20.000 Euro.

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4. UHD, HDR, QLED, OLED, Curved, Smart TV: Andere Fortschritte lassen 3D links liegen

Sieht man mal von 3D ab, hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan, was die Technik von Fernsehern angeht. Satte Schwarzwerte und intensive Farben von TV-Geräten mit QLED- und OLED-Panels, die kontraststarken Bilder und wesentlich feiner abgestuften Farben von HDR-fähigen Fernsehern und natürlich die gegenüber Full-HD vervierfachte UHD-Bildschirmauflösung sind nur einige davon. In den kommenden Jahren erwarten wir noch höhere Auflösungen, höhere und adaptive Bildfrequenzen und verbesserte Gaming-Tauglichkeit bei Fernsehgeräten dank geringerer Input-Lags. Sprich: Die Bildqualität aktueller Fernseher wird sich weiter verbessern, immer größere und bessere Modelle rücken in bezahlbare Bereiche vor. Vor allem UHD ist ein Standard, der sich gerade in jeder Hinsicht durchsetzt – ganz im Gegensatz zu 3D.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind 3D-fähige Fernseher heute nicht mehr auf dem Stand der Technik. Wenn man heute in 3D-fähige Infrastruktur fürs Heimkino investiert, riskiert man auch, diese anderen Trends zu verpassen.

5. Beste Bildqualität zuhause, Kino als Alternative

Insgesamt sieht die Situation für 3D in den eigenen vier Wänden im wahrsten Sinne immer düster aus. Kaum namhafte Hersteller haben noch 3D-Fernseher im aktuellen Repertoire, 3D-Blu-Rays sind nach wie vor rar gesät und ein Filmabend mit 3D ist oft schwer zu realisieren.

Falls du ein Hardcore-3D-Fan bist, möchten wir dir dein „Lieblingsfeature“ natürlich nicht madig reden. Aber auch als 3D-Fan solltest du dir bewusst machen, dass es in Zukunft immer schwieriger sein wird, deinem Hobby nachzugehen. 3D-Filme anzuschauen hat natürlich unbenommen etwas für sich. Wenn es darum geht, nur gelegentlich Blockbuster mit Tiefenwirkung zu genießen, kann du dir dieses „Gimmick“ auch einfach den Kinobesuch aufheben – und zuhause schlicht auf die optimale Bildqualität in 2D setzen.

Bildquellen: Panasonic, DariuszSankowski/Pixabay (CC0), Blu-ray Disc Association

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