Gesture Navigation: Xposed-Modul macht mit Wischgesten Software-Buttons überflüssig

Tuan Le 11

Gestensteuerung unter Android ist schon seit längerem ein heißes Thema, nur an der Umsetzung haperte es bislang. Nun gibt es mit dem Xposed-Modul Gesture Navigation eine neue sehr praktische Methode, mit der sich Nutzer permanent jeglicher Software-Tasten entledigen können.

Gesture Navigation: Xposed-Modul macht mit Wischgesten Software-Buttons überflüssig
Vorbemerkung: Zur Verwendung der Gesture Navigation ist ein gerootetes Android-Gerät mit dem Xposed-Framework erforderlich. Wem die Modifikation noch unbekannt ist, sei unser Tutorial zum Xposed-Framework empfohlen.

So segensreich Software-Buttons in Android auch sein mögen, so ärgerlich ist doch die Tatsache, dass die wertvollen Platz auf dem Bildschirm wegnehmen. Für fortgeschrittene Nutzer, die zur Steuerung des Betriebssystems lieber Gesten statt Buttons verwenden möchten, gibt es bereits einige Ansätze, zum Beispiel PIE Control aus dem Custom ROM Paranoid Android oder die Root-App GMD Gesture Control. Hier ist ein weiterer.

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Bei Gesture Navigation handelt es sich nun um ein Modul für Xposed, welches die Einrichtung einer umfangreichen Gestensteuerung ermöglicht. Erstmals erschienen ist das Modul zwar bereits im März, allerdings war zu dem Zeitpunkt der Funktionsumfang noch arg eingeschränkt. Mittlerweile hat das Modul dann ein großes Update auf die Version 1.05 erhalten, bei dem zahlreiche weitere Optionen hinzugefügt worden sind. Aktuell ermöglicht Gesture Navigation dem Nutzer die Einstellung von Gesten …

  • am Rand des Displays
  • in der Benachrichtigungsleiste
  • im Sperrbildschirmring (nur AOSP-ROMs)
  • durch Wischbewegungen mit bis zu fünf Fingern (global)
  • durch Berührungen mit zwei bis fünf Fingern (global)

Beim ersten Start des Moduls sind allerdings keinerlei Gesten eingerichtet - es gibt auch nicht die Möglichkeit, bestimmte Voreinstellungen anzuwenden, sodass die Einrichtung der Gesten dem Nutzer komplett selbst überlassen bleibt. Wer sich etwa der Navigation Bar entledigen möchte, richtet entsprechende Wischgesten für das Auslösen der Aktionen Zurück, Home und der Multitasking-Taste ein und deaktiviert im Anschluss die Navigation Bar durch das Modul Gravity Box beziehungsweise den in mittlerweile fast jedem KitKat-Custom-ROM integrierten Vollbildmodus.

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Sicherlich sind einige Nutzer gegenüber der Gestensteuerung kritisch eingestellt und bevorzugen die schnelle und unkomplizierte Navigation über die Software-Tasten. Doch Gesture Navigation erlaubt auch das Öffnen von Apps oder das Ausschalten des Bildschirms à la Knockoff und die Einrichtung von recht spezifischen Gesten mit drei und in der Premium-Version sogar vier oder fünf Fingern, bei denen eine versehentliche Eingabe ausgeschlossen ist.

Auch wenn es sich um ein vergleichsweise neues Modul handelt, funktionieren die Wischgesten bereits sehr gut. Die durch einfaches Antippen am Rand aktivierten Gesten sind jedoch nur bedingt empfehlenswert, da diese sehr häufig versehentlich bei Geräten mit schmalem Rand durch den Handballen aktiviert werden. Dagegen wurde das Antippen mit mehreren Fingern häufig gar nicht registriert. Eine kleine Einschränkung gibt es auch in Applikationen, die bereits integrierte Gesten besitzen - hier wird der jeweiligen App stets der Vorrang gegeben. Vor allem die Multitouch-Gesten machen aber eine Menge Spaß und funktionieren in so gut wie jeder Applikation einwandfrei. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, ohne Probleme per Multitouch wichtige Apps jederzeit aufzurufen und zwischen ihnen wechseln zu können, möchte man dieses Feature nicht mehr missen.

Um Fehleingaben und etwaige Probleme zu vermeiden, empfiehlt sich einige Kleinigkeiten zu beachten: Zunächst ist empfehlenswert, für die vom Rand ausgehenden Wischgesten unter „Width“ einen möglichst niedrigen Wert einzustellen. Dieser Wert bestimmt, wie breit der sensible Bereich am Rand ist, sodass ein hoher Wert oft zur versehentlichen Aktivierung der Geste führt. Wer sich erst daran gewöhnen muss, in Apps nicht mehr vom Bildschirmrand aus zu scrollen, sollte auf jeden Fall den Minimalwert 20 einstellen.

Bei den Multitouch-Gesten ist das Risiko zwar per se geringer, doch gibt es so einige Spiele (Beispiel: Fruit Ninja), in denen man schnell ungewollt sämtliche Gesten triggert. Um dies zu vermeiden, ist die Einrichtung der Sperrliste empfehlenswert - Gesten werden daraufhin in diesen Applikationen nicht mehr registriert. Wer nun seine Home- und Zurück-Taste deaktiviert hat, kann die App allerdings unter Umständen nicht mehr verlassen. Daher ist hier stets Vorsicht geboten, wenn man zugunsten von Gesture Navigation die Navigation Bar und Statusleiste komplett deaktiviert.

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Hier ein noch ein Video, das Gesture Navigation in Aktion zeigt:

Fazit: Gesture Navigation ist ein hervorragendes und mächtiges Tool für die umfangreiche Einrichtung der Gestensteuerung. Die kostenlose Version ist nur über das Xposed Framework verfügbar, für den Preis von 2 Euro werden einige Premium-Features wie Multitouch-Gesten ab vier Fingern sowie Pinch-Gesten ab drei Fingern freigeschaltet. Empfehlenswert ist der Kauf der Premium-Version allerdings ohnehin eher für besonders versierte Nutzer, denn mit den vorhandenen Optionen der kostenlosen Version lassen sich bereits Unmengen an Gesten einstellen.

Xposed Gesture Navigation

Ist Gestensteuerung unter Android interessant für euch oder ist euch das Ganze zu kompliziert? Sagt uns eure Meinung wie immer unten in den Kommentaren.

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