Linux: Backup vom System und Dateien erstellen – so geht's

Robert Schanze

Ein Linux-Backup ist dank den Programmen Timeshift und Grsync einfacher und zuverlässiger als jemals zuvor. Wir zeigen euch in diesem Linux-Tipp, wie ihr damit euer Linux-System und eure privaten Daten sichert.

Es ist grundsätzlich eine gute Idee, ein System-Backup eures Linux-Betriebssystems zu machen und separat davon ein Backup eurer privaten Dateien. Wir zeigen, wie das sehr einfach geht.

Linux: System-Backup erstellen

Ein falscher Linux-Befehl, und ihr zerschießt euer ganzes Linux-Betriebssystem. Mit Timeshift sind diese Zeiten glücklicherweise vorbei und auch Linux-Einsteiger können das Programm intuitiv bedienen, eigene Backups erstellen und in wenigen Minuten wiederherstellen.

Beispiel:

  • Ihr wollt ein Backup eures Linux-Betriebssystems haben, das im Notfall schnell wiederhergestellt werden kann (auch ohne Live-CD).
  • Ihr könnt manuelle oder automatische System-Backups einstellen, die im Hintergrund wöchentlich, monatlich, täglich und / oder beim Systemstart durchgeführt werden.
  • Alte Backups werden automatisch entfernt (lässt sich einstellen).

Unsere Bilderstrecke zeigt, wie das mit Timeshift geht:

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13 Bilder
Timeshift-Backup erstellen (Anleitung).

Der große Vorteil von Timeshift ist (neben der hohen Benutzerfreundlichkeit), dass das Programm nicht bei jedem Backup immer wieder alle Dateien sichert, sondern inkrementelle Backups ausführt. Dabei baut ein Backup auf dem nächsten auf und sichert nur die Daten zusätzlich, die sich seit des vorherigen Backups geändert haben. Dadurch wird eine Menge Speicherplatz gespart.

Alternativ sichert ihr eure ganze Partition, auf der Linux installiert ist, mit CloneZilla.

Linux: Datei-Backup erstellen

Beispiel:

  • Ihr wollt jeden Monat ein Backup eurer privaten Dateien erstellen.
  • Dabei sollen die Daten nicht jedes Mal erneut auf den Backup-Zielordner kopiert werden, sondern nur die Dateien, die neu hinzugekommen oder sich geändert haben.
  • Dadurch dauert der Backup-Vorgang nur beim ersten Mal recht lang, danach ist er aber deutlich kürzer.

Das alles funktioniert hervorragend mit Grsync (einer grafischen Benutzeroberfläche zum Kommandozeilen-Tool Rsync). Unsere Bilderstrecke zeigt anhand eines Beispiels, wie ihr das Tool dafür einstellen müsst:

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Grsync-Backup erstellen (Anleitung).

Daten-Backup bei Servern

Etwas umständlich wird es, wenn ihr beispielsweise Daten eines Servers auf einen anderen Datenträger sichern wollt. Hier bricht Grsync unter Umständen mit dem Fehler (Permission Denied: 13) ab, weil unter anderem nicht hinterlegt ist, als welcher Nutzer ihr den Vorgang auf dem Server ausführen wollt.

Hierfür solltet ihr dann lieber Terminal-Befehle nutzen, die direkt mir rsync arbeiten:

Als Beispiel seht ihr den Befehl:

rsync -r -t -p -o -g -v --progress --ignore-existing -s "ssh -1 robert " /run/user/1000/gvfs/smb-share:server=bigserv.local,share=roberts/ /media/robert/BACKUP_Platte/Roberts/

Erklärung:

  1. rsync -r -t -p -o -g -v –progress –ignore-existing  -s bedeutet, dass rsync mit den oben beschriebenen Parametern gestartet wird (nur neue Dateien dem Backup hinzufügen, gelöschte Dateien aus Quellverzeichnis werden aus Backup NICHT gelöscht).
  2. „ssh -1 robert „bedeutet, dass per SSH auf den Server zugegriffen wird als Benutzer „robert“.
  3. /run/user/1000/gvfs/smb-share:server=bigserv.local,share=roberts/ ist das Quellverzeichnis und bedeutet: Linux Mint hat den Quell-Ordner „roberts“ des lokalen Servers mit der Bezeichnung „bigserv“ im Ordner „/run/user/1000/gvfs/“ gemountet.
  4. /media/robert/BACKUP_Platte/Roberts/ ist das Zielverzeichnis und bedeutet: Das Ziel ist der Ordner „Roberts“ auf der Festplatte „BACKUP_Platte“. Linux hat das Zielverzeichnis im Ordner „/media/robert/“ gemountet.

Wenn wir am Beispiel die aus der Quelle gelöschten Dateien auch aus dem Backup entfernen wollen, lautet der Befehl so:

rsync -r -n -t -p -o -g -v --progress --delete --ignore-existing -s "ssh -1 robert " /run/user/1000/gvfs/smb-share:server=bigserv.local,share=roberts/ /media/robert/BACKUP_Platte/Roberts/

Welches Betriebssystem findest du am besten? (Desktop)

Ich habe mit Windows 3.1 angefangen und finde Windows 7 immer noch sehr gut. Mittlerweile ist Linux Mint (Cinnamon) mein Favorit, da Windows 10 Wege geht, die ich nicht immer gut finde. Welches Betriebssystem findet ihr heute am besten?

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