Mobile Payment: Bargeldlos mit Bezahl-Apps zahlen – Anbieter in Deutschland

Thomas Kolkmann 6

Bargeldlose Zahlungsmittel haben es in Deutschland nicht einfach: Nach wie vor regieren hierzulande Scheine und Münzen die Welt. Immer mehr Mobile-Payment-Lösungen versuchen langsam,  auf dem komplizierten deutschen Markt Fuß zu fassen. Wie stellen euch die wichtigsten Mobile-Payment-Methoden und Bezahl-Apps vor.

Die Deutschen hängen wie kaum ein anderes Land am Bargeld. Während es die Banken geschafft haben, uns das nationale Debitkarten-System Girocard aka „die EC-Karte“, durch die klar ersichtlichen Vorteile schmackhaft zu machen, sind gewöhnlichen Kreditkarten und erst recht Mobile-Payment-Methoden (mPayment) für die meisten Kontobesitzer „Neuland“. Wie Statista in einer Umfrage von über 1.000 Girokontobesitzern herausfand, benutzen 28 Prozent nach wie vor ihre EC-Karte nahezu niemals zum Bezahlen und bisher sind es nur 3 Prozent, die überhaupt schon ein Zahlungssystem per Smartphone ausprobiert haben.

Infografik: Den Deutschen ist ihr Bargeld lieb | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Die Vielzahl an aktuellen und eingestellten Systemen und die eher selektive Akzeptanz von verschiedenen Läden gegenüber den unterschiedlichen mPayment-Lösungen sind natürlich ebenfalls kontraproduktiv. Dazu versuchen viele Banken ihre eigenen Bezahlsystemen zu etablieren und sind dadurch möglicherweise weniger bereit, andere Systeme zu unterstützen. In diesem Ratgeber wollen wir euch eine Übersicht der wichtigsten Bezahl-Apps geben, damit auch ihr bald völlig bargeldlos und ohne zusätzliche Karte entspannt einkaufen gehen könnt.

1. Google Pay (ehemals Android Pay)

Seit Ende Juni 2018 ist Google Pay nun endlich auch in Deutschland erhältlich. Neben dem Konkurrenz-Produkt von Apple, welches noch auf die offizielle Markteinführung in Deutschland wartet, gehören die beiden Bezahlsysteme zu den größten Hoffnungsträgern, um mPayment in Deutschland endlich massentauglich zu machen. Google Pay funktioniert dabei per NFC und kann bei allen Geschäften, die kontaktloses Bezahlen an ihren Kassenterminals erlauben, eingesetzt werden.

Natürlich gibt es zum Start aber auch hier wieder eine klare Einschränkung: Die Anzahl unterstützter Banken und Karten. Eine aktuelle Liste dazu findet ihr in folgendem Artikel: Google Pay – welche Bezahlmethoden/Banken/Karten werden unterstützt?

Google Pay
Entwickler:
PayPal Mobile
Preis: Kostenlos

2. Payback Pay – Mobile Payment

Nicht nur für Punktesammler interessant: die Mobile-Payment-Methode „Payback Pay“ vom beliebten Shopping-Bonussystem. Mit Payback Pay haben Payback-Kunden den Vorteil noch einfacher Punkte zu sammeln und als Zahlmethode einzusetzen sowie eCoupons einzusetzen. Das mPayment-System von Payback hat darüber hinaus den Vorteil, dass es nicht nur per NFC, sondern auch per QR-Code funktioniert, der vom Strichcode-Scanner einfach eingelesen werden kann.

Payback Pay wird bisher bei Aral, dm, Galeria Kaufhof, Real und Alnatura akzeptiert. Alle weiteren Infos zu Payback Pay findet ihr in folgendem Artikel: Payback Pay – Mit dem Smartphone per QR-Code zahlen.

Payback Pay – die neue Payback-App.
PAYBACK - Karte, Coupons, Geld
Entwickler:
Preis: Kostenlos
PAYBACK - Karte, Coupons, Geld
Entwickler: PAYBACK
Preis: Kostenlos

3. PayPal – Mobile Payment

Mit der PayPal-App hat man das Online-Konto immer auf dem Smartphone dabei. Die Akzeptanz der ehemaligen eBay-Tochter geht dabei heutzutage bereits über Online-Shops und Lieferdienste hinaus. Trotzdem sind die Bezahlmöglichkeiten in der physischen Welt noch stark limitiert. Bisher akzeptieren nur vereinzelte Cafés, Restaurants und andere kleine Läden PayPal als Zahlungsmethode. Bei großen Handelsketten kann man mit der PayPal-App leider noch nicht bezahlen.

PayPal
Entwickler:
Preis: Kostenlos
PayPal
Entwickler: PayPal Mobile
Preis: Kostenlos

Apple Pay, Samsung Pay & Co.

Einige mPayment-Methoden sind in anderen Ländern schon lange bekannt und werden gut unterstützt. So ist Google Pay bereits im Spetember 2015 in den USA unter dem Namen „Android Pay“ an den Start gegangen. Hierzulande mussten wir auf den Start des Dienstes fast drei Jahre warten.

Aber auch andere große Dienste wie Apple Pay und Samsung Pay sind bereits in den USA, in Teilen Asiens und selbst auf dem europäischen Markt (UK, Italien, Schweiz etc.) vertreten. In Deutschland wartet man jedoch immer noch geduldig auf diese Mobile-Payment-Systeme.

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Apple Pay auf Deutsch: Screenshots und Video der Einrichtung.

MyWallet, Base Wallet, mPass, kesh und nun auch Vodafone Wallet – eingestellt

Die verschiedenen Wallet-Apps der deutschen Mobilfunkanbieter wurden nach und nach eingestellt. Gestartet sind die Projekte als starker Hoffnungsträger, um Mobile Payment auch in Deutschland salonfähig zu machen. Und auch wenn Geräte ohne NFC mit Stickern nachrüstbar waren und die Akzeptanz durch Maestro-PayPass und V-Pay durchaus gegeben war, wurden Telekom MyWallet, Base Wallet und o2 mPass nach und nach eingestellt. 2017 ist von den Mobile-Payment-Methoden der Mobilfunkanbieter fast keiner mehr übrig.

Und auch die Mobile-Payment-Lösung der biw (Bank für Inverstments und Wertpapiere AG) ist seit Ende November 2017 eingestellt. Dabei war auch hier das System mit Guthaben-Konto und QR-Code für den Strichcode-Scanner an der Kasse durchaus intuitiv und einfach. Jedoch gab es bis zuletzt nicht genug Akzeptanzstellen, sodass sich auch kesh nicht durchsetzen konnte.

Am 28. Juni 2018 hisst nun auch der letzte große deutsche Mobilfunkanbieter die weiße Fahne: Die Vodafone Wallet wird ebenfalls beendet. An den Gründen hat sich dabei nicht viel getan. Auch Vodafone beklagt eine zu niedrige Marktakzeptanz und durch die eingestellten Wallet-Dienste der anderen Anbieter auch die fehlende Möglichkeit, eine Standardisierung der Dienste zu erreichen.

Was haltet ihr vom mobilen Bezahlen?

Geht es nach einigen Experten, soll das Bezahlen mit Bargeld schon bald ein Ende finden. Stattdessen soll z.B. das Smartphone als digitale Geldbörse an der Kasse bereitstehen. Was haltet ihr vom mobilen Bezahlen?

 Bildquellen: pathdoc via Shutterstock

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