Seit wann gibt es Handys? Ein kleiner Überblick

Marco Kratzenberg

Seit wann gibt es Handys“ ist aus mehreren Gründen die falsche Frage. Denn zum einen gab es vorher schon mobile Telefone und zum anderen ist Handy überraschenderweise auf Deutschland beschränkter Begriff. Hier eine kleine Geschichte des ersten Handys.

In England heißen sie „Mobile phone“, US-Bürger sprechen vom „Cell phone“. Nur in deutschsprachigen Ländern heißt das Ding „Handy“. Also müssten wir also statt „Seit wann gibt es Handys“ fragen: „Seit wann gibt es Mobiltelefone?“. Die Antwort dürfte einige überraschen.

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Handywerbung der 90er: Das waren noch Zeiten.

Das erste „Handy“ – Motorola DynaTAC 8000X

Heute haben Grundschulkinder teilweise schon ein Handy und viele Menschen verzichten schon vollkommen auf Festnetzanschlüsse. Aber wenn man darüber nachdenkt, seit wann es eigentlich Handys gibt und diese Frage im Freundeskreis diskutiert, dann gehen die Annahmen nicht selten meilenweit daneben. Man erinnert sich an Handy-Werbung aus den 90ern (siehe oben) und vielleicht an Erzählungen der Eltern über die ersten Handys. Das erste ernstzunehmende „Handy“ kam 1983 auf den Markt – nach 10-jähriger Entwicklung.

Das DynaTAC 8000X der Firma Motorola kostete damals 3.995 Dollar (heutiger Wert über 9.600 Dollar) und wog fast 800 Gramm. Man konnte damit eine Stunde telefonieren, 30 Rufnummern speichern und diese auf einer einfachen, roten LED-Anzeige sehen.

Was gab es denn vor dem ersten Handy?

Abgesehen von Funk-Feldtelefonen der Armee gab es bereits seit 1958(!) spezielle Funknetze für bewegliche Telefonie. Das „A-Netz“ war zum Beispiel für Autotelefone gedacht – die seinerzeit noch mit Röhrentechnik arbeiteten. Es wurde 1972 vom „B-Netz“ abgelöst, das wiederum 1984 im „C-Netz“ aufging. Das oben vorgestellte DynaTAC 8000X hätte in keinem der Netze gearbeitet, weil es auf den Motorola-Mobilfunkstandard AMPS ausgerichtet war.

Die beschriebenen Netze funktionierten nicht über Landesgrenzen hinweg und die Netzabdeckung war auch in Deutschland anfangs recht bescheiden. Aber die ersten beweglichen Telefone waren auch eher etwas für wohlhabende Bürger – und Angeber. Erst gab es fest eingebaute Autotelefone, später folgten tragbare, schwere Geräte in der Größe kleiner Aktenkoffer. Die konnte man in Restaurants auf den Tisch stellen und sich wichtig fühlen.

Erst Anfang der 80er-Jahre wurden „Handys“ in größeren Stückzahlen unters Volk gebracht. Telekom und „D2“ lieferten sich ein Wettrennen um Benutzerzahlen und subventionierten die Geräte. Mit der Zeit wurden Handys immer billiger und auch die Gebühren sanken kräftig.

Aber woher eigentlich in Deutschland der Begriff „Handy“ stammt, der übersetzt so viel wie „handlich“ bedeutet, weiß kein Mensch.

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