Vikings: Rollo - Namensgeber der Normandie & polarisierender Serienstar

Kristina Kielblock

Die fiktionale Serie Vikings enthält viele historische Fakten, nimmt sich aber auf der anderen Seite auch viele Freiheiten zu Gunsten der Dramaturgie. In der Serie ist Rollo der Bruder von Ragnar Lothbrok, was einer dieser dramaturgischen Kniffe ist. Aber viele Dinge, die Rollo in der Serie unternimmt und erfährt, hat auch der echte Rollo erlebt. 

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Rollo (Clive Standen) steht im Schatten von Ragnar (Travis Fimmel) und ist in dessen erste Frau Lagertha (Katheryn Winnick) verliebt – so lernen wir ihn gleich zu Anfang kennen. Aber Rollo strebt nach mehr Macht und hadert mit diversen Unzufriedenheiten. Am liebsten würde er von der Bildfläche verschwinden und sein Leben aufgeben, aber der Seher macht ihm Hoffnungen, dass die Götter noch etwas ganz Besonderes mit ihm vorhaben. Der wirklich krasse Bruch erfolgt, als Rollo sich nicht nur von seinem Bruder abkehrt und dem Franken-Christen-König zuwendet, sondern auch noch entschlossen gegen seine Leute in den Kampf zieht, um Paris vor seinen Freunden, Verwandten und eben auch dem eigenen Bruder zu beschützen. Der große Kampf im Midseason-Finale der vierten Staffel zwischen den beiden Brüdern verlief dann aber anders als erwartet und somit ist in dieser Geschichte auch noch alles offen. Soweit zur Serie, aber wer war eigentlich der echte Rollo?

Vikings: Rollo – Land gegen Schutz

Diejenigen unter den Skandinaviern, die sich für das Fahren auf Schiffen und Plündern der Küsten entschieden, nannte man Wikinger. Wikinger war keine nationale Zugehörigkeit, sondern eine Art Beruf, ein Lebensstil. Es gab auch slavische oder irische Wikinger – man nimmt an, dass sich auf vielen Booten buntgemischte Völkchen befanden, die sich einem Anführer unterordneten, der aber mit seinen Männern in Einklang stehen musste. Ein solcher Anführer war Wrolf bzw. Rolf, der Marschierer, der sich später auch Rollo nannte. Seine Mannschaft bestand vorwiegend aus Dänen.

Die Legende sagt über ihn, dass er so stark war, dass kein Pferd in der Lage war ihn zu tragen und er daher immer marschieren musste. Rollo hat mit seinen Kriegern nahezu 20 Jahre im Seinetal gewütet und geplündert, aber der fränkische Widerstand hinderte ihn daran, seine Eroberungen fortzusetzen. Ebenso wenig vermochten es aber die Franken, Rollo zum völligen Rückzug zu bewegen. Daher kam es zwischen ihm und seinem Hauptgegenspieler Karl, dem Einfältigen (Charles le Simple) zu Verhandlungen.

Die Geburtsstunde der Normandie

So kam es dann zu dem Vertrag 911, der allgemein als die Geburtsstunde der Normandie bezeichnet wird: Rollo und Karl unterzeichnen in St-Clair-sur-Epte einen Vertrag über Land und Schutz. Rollo bekam das Land zwischen Eure und Epte und musste sich im Gegenzug verpflichten, den König als Lehnsherren anzuerkennen und die Wikinger in Schach zu halten. Die Franken bezeichneten das den Nordmännern überschriebene Land als Normandie.

Der Vertrag wurde mithilfe einer Hochzeit bekräftigt: Rollo ehelichte die Königstochter Gisela, obschon er bereits mit Poppa verheiratet war und legte sich den Titel Herzog zu. Anschließend ließ er sich taufen, was in der Serie schon vorher stattfindet. Dort war es von Rollo nicht sonderlich ernst gemeint und auch in der Realität diente die Taufe vor allem politischen Zwecken – wie zu dieser Zeit häufig üblich. Es ging darum, die Kirche auf die eigene Seite zu ziehen und Anerkennung vom christlichen Abendland zu erhalten. Es ist bekannt, dass Rollo weiterhin auch Odin noch Opfer darbrachte.

Bis 923 gelang es Rollo, seinen Landbesitz noch weiter auszudehnen und auch die Ländereien westlich der Seine zu bekommen.

In der Serie soll Rollo auch in der folgenden fünften Staffel eine Rolle spielen, allerdings wird es anscheinend keinen weiteren Showdown mit seinem Bruder Ragnar geben. Wir warten gespannt, wie es dem Serien-Rollo weiter ergehen wird.

Bilder: Via History Channel

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