Apple Watch: Alles nur geklaut bei der Smartwatch des iPhone-Herstellers?

Sven Kaulfuss

Die Apple Watch bietet eine Vielzahl von medizinischen Funktionen, auf die der iPhone-Hersteller sichtlich stolz ist. Doch wurde das Wissen um diese Smartwatch-Features auch wirklich ehrenhaft erworben oder hat Apple einfach nur geklaut? Genau dieser Vorwurf wird jetzt nämlich laut.

Masimo erhebt schwere Vorwürfe gegen Apple. Die kalifornische Firma – führend bei nicht-invasiven Patientenüberwachungstechnologien und Pulsoximetrie – erhebt dieser Tage Klage in den USA. Wie Bloomberg berichtet, wird Apple beschuldigt, sich „unter dem Deckmantel einer Arbeitsbeziehung“ geheime Informationen von Masimo beschafft zu haben. Des Weiteren glaubt die Firma, dass die Entwicklung der Apple Watch nicht nur davon profitierte (hier geht’s vor allem um den Herzfrequenzsensor), sondern vielmehr auch gleich 10 Patente des Unternehmens verletzt.

Schon die erste Apple Watch, die 2015 auf den Markt kam, besitzt einen Herzfrequenzsensor. Und so funktioniert er:

Funktionen der Apple Watch.

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Smartwatch-Entwicklung: Technologie der Apple Watch geklaut?

Apple soll demnach im Jahr 2013 Kontakt zu Masimo gesucht haben, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Apple wollte die Produkte des Unternehmens „mehr verstehen“, so dass diese beziehungsweise die Technologie dahinter vielleicht gar in zukünftige Apple-Geräte integriert werden könnte. Laut Masimo wurden die Gespräche als sehr produktiv empfunden, allerdings wurden kurz darauf auch mehrere Mitarbeiter von Masimo einfach abgeworben. Darunter beispielsweise Michael O’Reilly, der zuvor als Chief Medical Officer und EVP of Medical Affairs bei Masimo tätig war und seitdem bei Apple für Gesundheitsprojekte zuständig ist und auch bei der Entwicklung der Apple Watch involviert war.

Zweifellos gehört die Smartwatch von Apple zu den Highlights der letzten Dekade:

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Apple Watch, Falthandys und Co: Diese Technik der letzten 10 Jahre hat den Markt revolutioniert

Ganz konkret fordert Masimo mit der Klage, die zukünftige Nutzung der patentierten Erfindungen zu unterbinden, eine Rückgabe der vertraulichen Informationen und natürlich Schadensersatz in unbekannter Höhe. Eine „kleine Nummer“ ist das Unternehmen übrigens nicht, wurden beispielsweise noch im Jahr 2016 fast 700 Millionen US-Dollar umgesetzt und derzeit circa 3500 Mitarbeiter beschäftigt.

Exkurs in die Vergangenheit: Da war doch was …

Um ehrlich zu sein, hört sich die Geschichte vertraut an und erinnert an die Anfangstage von Apple. Damals stattet Steve Jobs und eine Reihe von Mitarbeitern dem Xerox PARC einen Besuch ab und ließen sich den Alto vorführen – den ersten Computer mit grafischer Benutzeroberfläche. Viele der dort aufgeschnappten Ideen fanden sich wenig später dann eins zu eins in der Lisa und im Macintosh wieder – nachweislich kein Zufall. Xerox störte dies aber nicht, da man an der Technologie letztlich kein Interesse hatte. Es wird spannend sein zu beobachten, wie das jüngste, mögliche „Kopier-Drama“ nun ausgeht.

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