Arbeitet Apple wirklich an einer Alternative zur Nintendo Switch? Auch wenn Gerüchte dies immer wieder mal vorhersagen, meiner Meinung nach wäre eine eigene, mobile Spielkonsole von Apple aus gutem Grund keine sonderlich tolle Idee. Um ehrlich zu sein, gibt's sogar mehrere Dinge, die dagegen sprechen. In der aktuellen Wochenend-Kolumne verrate ich sie.

 
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Erst vor wenigen Tagen sorgte ein sehr spekulatives Gerücht für Aufregung. Demzufolge soll Apple an einer eigenen Switch-Alternative werkeln, handfeste Indizien und weitere Details wurden jedoch ausgespart. Nur so viel: Der verbaute Apple-Chip soll leistungsfähiger sein als alles, was Sony derzeit mit der PS5 oder Microsoft mit Xbox Series X anzubieten hat – es müsste also der Apple M1 Max oder dergleichen drinstecken. Vorhergesagt wurde ferner ein Preis von 449 bis 549 US-Dollar.

Meine Gründe gegen Apples Switch-Alternative

Klingt zunächst alles sehr verführerisch, dem einen oder anderen Gamer dürfte jetzt schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch bevor man voreilige Schlüsse zieht und schon mal anfängt zu sparen, sollte man in Betracht ziehen, dass nichts davon am Ende Realität wird. Ich bin nämlich der Meinung: Eine Switch-Alternative von Apple ist keine gute Idee. Früher oder später dürfte auch der iPhone-Hersteller zu diesem Schluss kommen, denn die Gründe sind allzu offensichtlich.

  • Zu kleiner Nischenmarkt: Gut 90 Millionen verkaufte Modelle der Nintendo Switch erscheinen zunächst viel. Wenn man jedoch bedenkt, dass diese Stückzahlen insgesamt in über vier Jahren erwirtschaftet worden, rückt das den Erfolg in ein anderes Licht. Zugegeben, noch immer ordentlich, doch Apple ist ganz andere Zahlen gewöhnt. Wenngleich nicht repräsentativ, mag ich dies aus meinem persönlichen Umfeld bestätigen. Da besitzt niemand eine Switch, mal von Ausrutschern in der „Bubble“ der GIGA-Kollegen abgesehen. Aber wir Technik-Redakteure sind ja eh eine ganz besondere und mit „normalen Menschen“ nicht zu vergleichende Spezies.

Zuletzt stellte Nintendo mit der Switch OLED eine Art Premium-Version der Konsole vor, mehr dazu im Video:

Nintendo Switch OLED: Alle Details im Überblick Abonniere uns
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  • Zu teuer: Apple ist nicht dafür bekannt, seine Hardware zu subventionieren. Die Spielkonsolenhersteller sehen dies anders, die verdienen vor allem über Lizenzen. Die Hardware wird da nur durchgeschoben, verhältnismäßig günstig erscheint dann auch eine Nintendo Switch für circa 300 Euro. Apple könnte da nicht mitziehen. Schon der „Gerüchtepreis“ liegt drüber, selbst wenn er im Angesicht der Leistung dann wieder günstig erscheint. Nur die Masse an potenziellen Kundinnen und Kunden interessiert dies nicht. Da zählt der günstige Einstiegspreis ganz ohne Relation.
  • Kein Content: Nintendo hat Pokémon, Super Mario oder auch Zelda. Was hat Apple? Nichts davon. Derartige „Markenbotschafter“ und Spielcharaktere fehlen schlichtweg. Apple müsste also ordentlich Geld in die Hand nehmen, um solche Alleinstellungsmerkmale zu kreieren. Wie schwierig dies ist, sieht man schon jetzt am ambivalenten Spielkatalog von Apple Arcade und den Bemühungen bei Apple TV+. Spielekonsolen verkaufen sich noch immer über die Games, nicht über die „dumme“ Hardware.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Apple, bleib bei deinem Leisten!

Apple tut gut daran, sich aus dem Markt der Gamer-Hardware rauszuhalten. Schon allein weil man mit iPhone, iPad und Apple TV bereits eine breite Basis für mobile Games besitzt, ein Gerätebestand, von dem Nintendo und Co. nur träumen können. Warum sich dann noch selbst Konkurrenz machen und den schon bestehenden Erfolg durch Kannibalisierung unnötig gefährden? Nein, die „Apple Switch“ ist mehr Wunschdenken, keine sinnvolle Option für den Hersteller aus Kalifornien.