BMW läutet noch in diesem Jahr das Ende einer Ära ein: Die Produktion des i3 – seines Zeichens erstes reines Elektroauto der Bayern – wird im Sommer eingestellt. Einen echten Nachfolger hat man nicht in petto.

 
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Schluss mit Kult-E-Auto: BMW stellt i3 ein

Das Ende des i3 war absehbar, doch jetzt kommt das Aus unerwartet plötzlich: Das erste E-Auto von BMW wird bereits im Sommer 2022 eingestellt. Zuvor war die Rede davon, den kompakten Stromer in Leipzig noch bis 2024 weiter zu bauen. Nun ist schon im Juli Schluss, 250.000 Stück sollen es bis dahin ingesamt sein.

Mit dem i3 gehörte BMW in Deutschland zu den Pionieren der Elektromobilität. Bereits 2013 wurde das reine Elektroauto eingeführt, eine Range-Extension-Version mit kleinem Benzinmotor für extra Reichweite gab es allerdings auch.

Heute wirkt der i3 besonders im Vergleich mit aktuellen Elektroautos deutlich aus der Zeit gefallen, trotz eines Updates von 2018. Gerade in Sachen Formsprache sticht der Alt-Stromer auch sehr aus dem weiteren Sortiment der Bayern heraus. Der Zeitpunkt kommt trotzdem überraschend plötzlich. Erst hieß es, es gehe bis 2024 weiter. Dann stand 2023 im Raum, nun ist es schon in fünf Monaten soweit, wie BMW bestätigt (Quelle: Autocar).

Einen Nachfolger für den i3 plant man offenbar nicht. Stattdessen will BMW die Marktlücke mit dem Konzernbruder Mini Electric füllen. Den Vorteil des Ikonenstatus bringt der schon einmal mit. Auch die Zahlen beim elektrischen Mini sprechen dafür, dass die Strategie aufgehen könnte. Gerade im vergangenen Dezember zeigte sich jedoch: Der i3 ist zumindest bisher noch nicht abgeschlagen – im Gegenteil nahmen die Neuzulassungen zuletzt erheblich zu (Quelle: Goingelectric).

Das neueste Feature für Elektroautos von BMW macht sich auf großen Karosserien besonders gut:

BMW zeigt den Farbwechsel am iX Flow

Aus der Zeit gefallen: i3 beugt sich dem Markt für Elektroautos

Aber der Markt dürfte sich perspektivisch vom BMW i3 wegbewegen: Der Trend geht auch bei BMW hin zu massigen SUVs, ob als Verbrenner oder E-Auto. Mit kleineren Elektroautos versuchen die Hersteller hingegen, einen jungen, modernen und nachhaltigen Lifestyle zu verkaufen. Der Mini lässt sich leicht an dieses Bild anpassen.

Ob BMW das unter eigenem Namen auch angehen will oder weiter auf größere Elektroautos wie den iX3 oder das Spitzenmodell iX setzen wird, muss sich zeigen. Besondere Features wie der Farbwechsel mit E Ink machen sich jedenfalls auf großen Karosserien viel besser.