Nach Huawei gerät ein weiterer chinesischer Hersteller in das Visier von US-Behörden. Jetzt wurden einige europäische Länder dazu aufgefordert, auf Technologien zu verzichten. Wie bei Huawei soll es um Spionage gehen – doch Beweise hat man bislang nicht vorgelegt.

Nach Huawei: Deutschland soll auf Nuctech verzichten

Mehrere Behörden der USA haben verschiedene EU-Länder dazu aufgefordert, auf Technologien des chinesischen Anbieters Nuctech zu verzichten. Neben Deutschland ging eine Warnung bezüglich des Unternehmens auch in Griechenland und Italien ein. Nuctech stellt sei Ende der 1990er-Jahre unter anderem Scanner her, die an Flughäfen zur Überprüfung des Gepäcks von Reisenden eingesetzt werden.

Die USA erheben laut WinFuture ähnliche Vorwürfe, denen sich auch schon Huawei ausgesetzt sah. Nuctech soll eng mit der chinesischen Regierung zusammenarbeiten und verpflichtet sein, Daten an eben diese weiterzugeben. Verflechtungen mit der Regierung sind nicht von der Hand zu weisen, wurde das Unternehmen doch vom Sohn des damaligen Generalsekretärs der Kommunistischen Partei Chinas gegründet.

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Nuctech wird beschuldigt, sensible Informationen über Reisende weiterzuleiten. Beweise dafür wurden aber bislang nicht vorgelegt. Die USA stören sich zudem an den Dumping-Preisen des Unternehmens, die ihrer Ansicht dazu genutzt werden, um leichter in sicherheitsrelevante Bereiche vorzudringen. Die Europäische Union hatte Nuctech im Jahr 2010 mit einer zusätzlichen Zollgebühr belegt, um eine „Überflutung“ europäischer Flughäfen mit Nuctech-Produkten zu verhindern. In manchen afrikanischen Ländern ist Nuctech zudem in Korruptionsskandale verwickelt.

Nuctech weist Anschuldigungen von sich

Nuctech steht bereits seit Jahren im Visier der USA, hat Anschuldigungen bisher aber immer von sich gewiesen. Im Jahr 2014 wurden Produkte des Unternehmens von US-Flughäfen nach einer Untersuchung durch die Verkehrssicherheitsbehörde TSA verbannt.

Im Video: Diese Huawei-Handys haben Zugriff auf den Play Store.

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US-Bann: Huawei weiter unter Druck

Unternehmen aus den USA ist es seit Mai 2019 untersagt, mit Huawei Geschäfte zu betreiben. Google ist davon auch betroffen, weshalb neue Handys von Huawei nicht ohne Weiteres einen einfachen Zugriff auf den Play Store sowie weitere Google-Apps und -Dienste bereitstellen.

Die Verkaufszahlen des aktuellen Top-Handys Huawei P40 Pro sprechen eine eindeutige Sprache. Auch künftige Smartphones des Herstellers sind stark von dem Embargo betroffen. Die Sanktionen sorgen unter anderem dafür, dass die Vorstellung des Mate 40 (Pro) wohl nach hinten geschoben wird.