Der einzige Hersteller, der technologisch ansatzweise mit der Apple Watch mithalten kann, ist Samsung mit der aktuellen Galaxy-Watch-Generation. Doch plötzlich machen Gerüchte die Runde, wonach Samsung in diesem Jahr mit einer neuen Smartwatch auf das Android-Betriebssystem Wear OS umsteigen möchte. Das hätte meiner Meinung nach nur Nachteile. Ein Kommentar von Peter Hryciuk.

 

Samsung Galaxy Watch Active 2

Facts 

Samsung-Smartwatch mit Android? Nein, danke!

Samsung hat sich früh dafür entschieden, mit Tizen ein eigenes Betriebssystem für die Galaxy-Uhren zu verwenden. Das hat den Vorteil, dass der Hersteller die Software perfekt an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann und nicht auf Dritte angewiesen ist. Das gilt auch für die Hardware. Samsung agiert bei diesen Produkten also auf einem Level mit Apple. Entsprechend können Funktionen umgesetzt werden, die es bei der Konkurrenz mit Wear OS nicht gibt. Beispielsweise die Messung des Blutdrucks oder eines EKGs. Beides Funktionen, die Samsung nachgerüstet hat.

Umso unerklärlicher ist es für mich, wieso Samsung plötzlich das Betriebssystem wechseln möchte. Es gibt keine Android-Smartwatch auf dem Markt, die die Kunden wirklich zufriedenstellt. Besonders die Akkulaufzeit ist ein Problem. Hier schaffen Samsung-Uhren wenigstens zwei bis drei Tage, während eine Android-Uhr mit großem Akku gerade mal so über den Tag kommt. Es gibt auch bei der App-Unterstützung kaum Vorteile. Die wichtigsten Apps werden auch von Tizen unterstützt. Selbst Samsung Pay funktioniert mittlerweile, sodass man mit der Smartwatch kontaktlos zahlen kann. Google Pay wäre zwar nett, kann aber nicht der einzige Grund sein.

Samsung Galaxy Watch 3 bei MediaMarkt

Google hat Entwicklung von Wear OS schleifen lassen

Google hat in den letzten Jahren deutlich gezeigt, dass die Entwicklung von Wear OS eingeschlafen ist. Das Unternehmen macht auch keine Anstalten, dass sich daran etwas ändert. Nicht umsonst entscheiden sich viele Hersteller gegen Android auf einer Smartwatch. Das Betriebssystem verbraucht einfach zu viel Energie. Damit die Performance stimmt, muss man den neuesten Prozessor verbauen, was nicht von jedem Hersteller gemacht wird. Auf einer Samsung-Uhr hatte ich bisher noch nie Schwierigkeiten mit der Leistung. Wo wäre also der Vorteil von Wear OS auf einer Samsung-Smartwatch? Ich sehe beim besten Willen nur Nachteile.

Ich selbst bin erst kürzlich von einer alten Samsung Gear S3 zur Galaxy Watch Active 2 umgestiegen und bereue den Wechsel absolut nicht. Die Smartwatch kann endlich den vollen Funktionsumfang ausschöpfen, begleitet mich auf meinen E-Bike-Touren und pusht mir die Benachrichtigungen auf das Handy, die ich wirklich sehen will. Alles arbeitet perfekt mit dem Galaxy S21 zusammen. Android vermisse ich auf der Uhr nicht, auch wenn ich auf dem Handy nicht darauf verzichten kann.

Samsung Galaxy Watch Active 2 bei MediaMarkt

Die Samsung-Smartwatch meiner Wahl:

Samsung Galaxy Watch Active 2

Kann Samsung Google dazu bringen, Wear OS zu verbessern?

Nun wissen wir natürlich nicht, was hinter den Kulissen passiert. Samsung hat Google geholfen, Android groß zu machen. Vielleicht bringt Samsung Google auch dazu, Wear OS zu optimieren, den Energiebedarf zu verbessern und die Performance zu steigern, damit man im Vergleich zu Tizen keine Nachteile mehr hat. Dann wäre ich auch für Android auf einer Samsung-Smartwatch. Aktuell kann ich mir das aber nicht vorstellen, sodass ich hoffe, dass Samsung bei Tizen bleibt.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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