Unzweifelhaft steckt Samsung viel Aufwand und Liebesmüh in die Entwicklung faltbarer Smartphones, doch verliert der koreanische Hersteller dadurch einen anderen, wichtigeren Zukunftsmarkt aus dem Auge? Apple und Co. scheinen da besser gerüstet.

 
Samsung Electronics
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Geht's um faltbare und flexible Smartphones, dann gehört Samsung zu den absoluten Pionieren. Kein anderer Hersteller hat bisher so viel Entwicklungsarbeit geleistet und anschließend auch fertige Handys auf den Markt gebracht. Die Koreaner beackern das Thema nahezu obsessiv. Ein riesiger Fehler? Ja, wenn man Branchenexperten fragt (Quelle: The Korea Herald).

Samsung sieht vor lauter faltbarer Smartphones das Thema AR/VR nicht

Im betreffenden Artikel wird Samsungs alleinige Fokussierung auf faltbare Smartphones angemahnt. Die sorgt nämlich dafür, dass man das Zukunftsthema Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) komplett vergisst und den Mitbewerbern überlässt. Zudem ist die Konkurrenz noch besser gerüstet. Zitat:

„Nicht die Smartphone-Hersteller, sondern die großen Technologieunternehmen sind bei den XR-Geräten führend, weil sie über die erforderlichen Inhalte und Plattformen verfügen. Google hat ein Android-Betriebssystem, Microsoft hat eine Xbox und Sony eine PlayStation. Für Samsung ist es riskant, XR-Geräte auf den Markt zu bringen, daher hat das Unternehmen keine andere Wahl, als sich an faltbare Smartphones zu halten.“

Für Samsung ein großes Thema, für Apple nicht:

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Apple besser aufgestellt

Und Apple? Die werden von Samsungs Fehlverhalten profitieren. Es ist ein offenes Geheimnis, auch der iPhone-Hersteller bastelt mit vollem Elan an entsprechenden AR/VR-Lösungen. Die erste Mixed-Realtiy-Brille sollte schon dieses Jahr erscheinen. Doch auch wenn sich dies wahrscheinlich bis 2023 verzögert, so ist man noch immer weiter als Samsung. Zudem bleibt es nicht dabei, denn eine weitere AR-Brille soll auch noch von Apple kommen. Perspektivisch könnten derartige Lösungen in 10 Jahren sogar das iPhone ersetzen, so gut informierte Insider. Faltbare Smartphones sieht Apple dagegen derzeit nur als Spielerei an. Kann man beobachten, man muss aber noch nicht aktiv werden.

Ein faltbares iPhone existiert derzeit nur als Konzept:

Samsung hat da die schlechteren Karten. Selbst wenn man sich für eine Umkehr der Strategie entschließen würde, mangelt es noch immer an der Infrastruktur. Apple hingegen weiß, wie man ein eigenes Netzwerk aus App Store und Services spannt. Samsung wiederum ist auf Partner angewiesen, kann nicht frei agieren und ist somit schlechter aufgestellt. Soweit zu den Anmerkungen der Kollegen des Korea Herald. Ob man recht behält, wird die Zukunft zeigen. Doch besser ist wohl, man hat als Tech-Hersteller gleich mehrere Eisen im Feuer und ist stets offen für weitere Entwicklungen.