Huawei sucht einen Ausweg aus der aktuellen Krise. Die US-Sanktionen sind zwar etwas abgemildert worden, treffen das chinesische Unternehmen aber weiterhin hart. Nun soll ein neuer Plan verfolgt werden, der zumindest etwas Freiheit bringt.

 

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Huawei will eigene Chip-Fertigung bauen

Obwohl die harten Sanktionen gegen Huawei, die am 15. September verschärft wurden, wieder gelockert sind, möchte sich das chinesische Unternehmen noch unabhängiger von US-Technologie machen. Huawei entwickelt aktuell ein eigenes Ökosystem, das Google und Android ersetzen soll. Hier ist man schon relativ weit fortgeschritten, sodass im nächsten Jahr erste Smartphones auf Basis von Harmony OS erwartet werden. Jetzt will Huawei einen Schritt weiter gehen und auch eigene Chips fertigen. Das hat die Financial Times erfahren. Die erste Chip-Fabrik soll mithilfe von „Shanghai IC R&D Center“ aufgebaut werden, da Huawei bisher noch keine Erfahrung in der Fertigung hat. Damit soll Huawei bei wichtigen Chips unabhängiger werden, um nicht noch einmal von einem US-Bann so hart getroffen werden zu können.

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Auf US-Technologie soll in der neuen Chip-Fabrik verzichtet werden. Deswegen beginnt für Huawei die Entwicklung von Prozessoren auch Schrittweise. Zunächst in 45-nm-Fertigung, die vor 15 Jahren genutzt wurde. Im Jahr danach sollen 28-nm-Chips folgen, die in Fernsehern und IoT-Geräten verbaut werden können. Ende 2022 sieht der Zeitplan vor, dass die 20-nm-Fertigung anlaufen soll, um Hardware für 5G-Equipment ausstatten zu können. Smartphone-Chips werden mittlerweile in 5-nm-Fertigung hergestellt. Auf kurze Sicht wird diese Fabrik Huawei zwar nicht bei Smartphones helfen, auf lange Sicht wird Huawei die Technologie weiterentwickeln und Wissen sammeln, um dann auch Prozessoren für mobile Endgeräte bauen zu können. Dann kann man sich auch in dem Sektor unabhängiger machen. Da Samsung und Co. aber wieder liefern dürfen, ist dieser Schritt jetzt auch nicht so nötig.

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Huawei gewinnt durch Unabhängigkeit

Für Huawei wird die Situation zwar nicht einfacher, das chinesische Unternehmen versucht aber alles, um unabhängiger zu werden. Die US-Sanktionen treffen das Unternehmen zwar, machen es aber gleichzeitig auch stärker.

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