Bahnt sich bei Huawei ein Sinneswandel an? Offenbar will der Handy-Hersteller nun doch weiter mit Google zusammenarbeiten, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Dafür müsste Huawei aber wohl ein oder zwei Projekte einstellen. 

Wer Huawei in den vergangenen Monaten beobachtet hat, bekam ein erstaunliches Bild zu sehen: Von Resignation über die US-Sanktionen und den damit einhergehenden Verkaufseinbrüchen fehlte jede Spur. Stattdessen arbeitete der Konzern mit Hochdruck an seinem eigenen Ökosystem. Teilweise erweckte es den Eindruck, Huawei habe kein Interesse mehr daran, den Play Store und Google-Apps auf die eigenen Smartphones zurückzubringen. Das sei aber falsch, versichert jetzt Huawei-Chef Richard Yu.

Huawei will bei Smartphones weiter mit Google zusammenarbeiten

„Wir hoffen noch immer, dass wir weiter mit Google zusammenarbeiten können“, so Richard Yu, Chef von Huaweis Smartphone-Sparte, gegenüber Wired. Das Unternehmen hofft, eine Lizenz von der US-Regierung zu erhalten, um wieder Smartphones mit Zugang zum Google Play Store und den damit verbundenen Google-Apps- und Services anbieten zu können. „Wir sind offen.“

Gleichzeitig erinnert Huawei daran, dass auch US-Unternehmen wie Google Geld dadurch verdienen, dass sich Huawei-Smartphones gut verkaufen – ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Sanktionen der USA nicht nur Huawei treffen, sondern am Ende auch der amerikanischen Wirtschaft schaden.

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Huawei: Eigenes Ökosystem soll „mehr Auswahl bieten“

Ganz abrücken von einem eigenen Ökosystem möchte der Konzern aber auch nicht. Die Google-Services und der Play Store sollen die „erste Wahl“ für die eigenen Handys sein. „Wir möchten Teil der Android-Plattform bleiben“, stellt Richard Yu klar. Huaweis hauseigene Lösung (HMS) soll aber bestehen bleiben und mehr Auswahl bieten.

Um in Zukunft weiter mit Google zusammenarbeiten zu können, sofern die US-Sanktionen irgendwann gelockert werden, dürfte Huawei aber zumindest ein oder zwei HMS-Projekte wieder einstampfen müssen. Dass Google einem Hersteller eine Android-Lizenz erteilt, der etwa eine eigene Suchmaschine in petto hat, ist eher unwahrscheinlich.