Glück im Unglück: Trotz der US-Sanktionen blickt Huawei auf ein erfolgreiches 2019 zurück – einem Zufall sei dank. In diesem Jahr sieht es hingegen düster aus. Der Entzug der Android-Lizenz macht dem Handy-Hersteller immer mehr zu schaffen. 

 

Huawei

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Als die US-Regierung Huawei im Mai vergangenen Jahres auf die sogenannte „schwarze Liste“ setzte, war das ein Schock für das chinesische Unternehmen. Plötzlich war der Zugang zum Google Play Store und den überlebenswichtigen Google-Diensten weg. Zumindest der Zeitpunkt der US-Sanktionen hat Huawei aber noch etwas Luft zum Atmen verschafft: Eine Reihe von Smartphones, darunter auch die P30-Serie, wurde kurz zuvor noch vorgestellt und entging damit dem US-Bann – und verkauften sich hervorragend.

Huawei rechnet mit weniger verkauften Smartphones

Damit ist es nun aber vorbei, wie Android Authority unter Berufung auf The Informationen berichtet. Demnach rechnet Huawei für das laufende Jahr mit einem Minus von 20 Prozent bei den Smartphone-Verkaufszahlen. Konnte Huawei 2019 noch 240 Millionen Handys unter die Leute bringen, sollen es in diesem Jahr nur noch 190 Millionen Endgeräte sein. Vor allem schwächere Verkaufszahlen in Europa und anderen Ländern außerhalb des chinesischen Heimatmarktes sollen dafür sorgen, dass Huawei weniger Smartphones verkauft.

Der Grund für die Verkaufsschwäche ist klar: Ohne Zugang zum Google Play Store und essenziellen Google-Apps wie YouTube oder Gmail dürften Huawei-Smartphones kaum mehr den Anklang bei Käufern finden, den sie in der Vergangenheit gefunden haben.

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Huawei arbeitet an Alternative zum Google Play Store

Huawei selbst arbeitet derweil mit Hochdruck daran, seine Play-Store-Alternative namens „AppGallery“ zu verbessern. Damit möchte sich der Hersteller langfristig von Google unabhängig machen. Selbst an einer eigenen Suchmaschine scheint der Konzern zu tüfteln. Um mehr Apps in die AppGallery zu bekommen, lockt Huawei App-Entwickler mit Geld: Im Vergleich zum Google Play Store können Developer in Huaweis App Store bis zu 90 Prozent der Einnahmen behalten.