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Netflix gelingt, woran niemand mehr zu hoffen glaubte: Yippie!

Netflix rettet den deutschen Film. (© IMAGO / Kirchner-Media)
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Deutschland sagt Danke, denn es musste wohl erst ein amerikanischer Streaming-Dienst daherkommen, um den deutschen Film international wieder salonfähig zu machen. Warum dies ein Glücksfall ist, erläutere ich in der aktuellen Ausgabe der GIGA-Wochenendkolumne.

Denke ich an den deutschen Film in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht. In mir steckt zwar kein zweiter Heinrich Heine, allerdings ein überzeugter Filmliebhaber. Der kennt das Gros der deutschen Produktionen jedoch nur vom Hörensagen.

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Dies hat einen guten Grund: Entweder läuft mal wieder die tausendste Komödie mit Til Schweiger (oder Matthias Schweighöfer), alternativ versucht ein verkopfter Autorenfilm Fragen zu beantworten, die nie jemand gestellte hatte. Hierzulande interessierte dies immer weniger Kinogänger und international spielt der deutsche Film so gut wie keine Rolle.

Netflix rettet den deutschen Film

Mal abgesehen von wenigen Einzelfällen ein bedauernswerter Dauerzustand, der die deutsche Filmlandschaft trefflich umschreibt. Bis heute hat sich der deutsche Film nicht von den Einschnitten nach 1933 mehr erholen können. Erst kamen die Nazis, dann verkitschte Heimatfilme, die in den unsäglichen Kinokomödien der Neunzigerjahre ihre unausweichliche Fortsetzung fanden.

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Noch in den 1920er-Jahren war der deutsche Film federführend, international bedeutsam und innovativ. Dieser Status konnte nie wieder hergestellt werden. Auch verschloss sich Deutschland dem populären und erfolgreichen Genrekino. Action-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Filme kamen aus Hollywood, nicht aus Deutschland.

Einer der Gründe, warum wichtige deutsche Regisseure dieses Genres wie Wolfgang Petersen oder auch Roland Emmerich die Flucht ergriffen und ihr Glück in Hollywood suchten – mit Erfolg.

Hoffnung für den deutschen Film:

Im Westen nichts Neues – Trailer

Doch es gibt Hoffnung und die gibt uns ausgerechnet jetzt ein amerikanischer Streaming-Dienst. Netflix finanziert nämlich über Landesgrenzen hinweg und fördert so auch deutsche Talente. Bestes Beispiel der jüngste Oscar-Erfolg „Im Westen nichts Neues“. Nominiert für neun Academy Awards, vier Oscars konnten die Macher im Anschluss letzte Woche mit nach Hause nehmen. Ein solcher Erfolg war bisher noch keinem deutschsprachigen Film zuteilgeworden.

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Spielte der deutsche Film abgesehen von wenigen Ausnahmen („Nirgendwo in Afrika“, „Der Untergang“ oder auch „Das Leben der Anderen“) in den letzten Jahren international keine Rolle, katapultiert dieser unglaubliche Erfolg von Netflix das deutschsprachige Kino endlich wieder in die erste Reihe.

Ein Glücksfall und wahrscheinlich auch kein Einzelfall. Schon zuvor hatte Netflix ein Gespür für hiesige Talente. Beispielhaft sei hier die Serie „Dark“ genannt, selbst wenn das neueste Werk der Macher („1899“) leider zu früh abgesetzt wurde.

Netflix gibt in dieser Dokumentation spannende Einblicke in den Film:

Netflix bringt einem internationalen Publikum endlich gute deutsche Filme und Serien nahe, etwas, was das deutsche Kino bisher zuletzt kaum aus eigener Kraft vermochte.

Streaming-Diensten wird ja oftmals vorgeworfen, das Ende der Kino- und Filmlandschaft einzuläuten. Im Falle des deutschen Filmes entpuppt sich konkret Netflix aber im Gegensatz dazu als eine Art Retter mit dicker Brieftasche.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

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Fürs Geld muss man sich nicht schämen

Letzteres mag man kritisieren, doch genau diese deutsche Knausrigkeit hielt den Erfolg bisher zurück. Übrigens nicht nur in der Filmlandschaft. So hassen viele Fußballfans zum Beispiel einen gewissen ostdeutschen Fußballklub im Besitz eines Energydrink-Herstellers aus Österreich. Da wird mit einer scheinheiligen Argumentation der Kommerz angeprangert, dabei war der doch schon längst vorher angekommen und ist am Ende für den Erfolg auch bitter notwendig.

Weder muss sich dafür der deutsche Film gesponsert aus den USA, noch der deutsche Fußball gesponsert aus Österreich schämen. Im möchte am Ende einfach gute und professionelle Unterhaltung genießen, egal ob auf der Leinwand oder im Stadiio.

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