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Netflix rettet „Wetten, dass..?“ – warum das weniger verrückt ist, als es klingt

Im November moderiert Thomas Gottschalk zum letzen Mal „Wetten, dass..?“. (© IMAGO / STAR-MEDIA)

Das deutsche Fernsehen verliert zum wiederholten Mal die „größte Fernsehshow Europas“, denn Thomas Gottschalk ist raus. „Wetten, dass..?“ läuft bis auf Widerruf ein letztes Mal im Herbst. An eine Zukunft der Oldtimer (gemeint sind hier sowohl die Sendung also auch der Moderator) glaubt so recht niemand mehr. Dabei könnte ausgerechnet die Streaming-Konkurrenz von Netflix der Retter in der Not sein. Warum? Verrate ich in der aktuellen Ausgabe meiner Wochenendkolumne auf GIGA.

Was haben „Wetten, dass..?“ und Zombies gemein? Immer, wenn man glaubt, sie seien endgültig erledigt, erheben sich beide aus dem Grab und tanzen den Freudentanz auf den Gräbern der deutschen Fernsehlandschaft. Nach dem überraschenden Revival im Jahr 2021 und der Sendung im letzten Jahr soll für die Kultsendung nach dem 25. November 2023 zunächst wieder Schluss sein.

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„Wetten, dass..?“ auf Netflix – bin ich denn vollkommen irre?!

Thomas Gottschalk erklärt, dass er für weitere Sendungen nicht mehr zur Verfügung steht (Quelle: t-online). Ob das ZDF „Wetten, dass..?“ nochmals wiederbelebt, darf nach dem phänomenalen „Lanz-Flop“ der Jahre 2012 bis 2014 bezweifelt werden. Erst Gottschalk erweckte die tote Sendung kurzzeitig wieder zum Leben und wird nun erneut ihr Totengräber.

Überhaupt, wer schaut heute noch die großen Samstagabend-Shows? So etwas sehen sich doch nur noch Boomer und noch ältere Greise an. Sendungen wie „Wetten, dass..?“ sind Vergangenheit, die Zukunft gehört dem Streaming à la Netflix und Co. Filme und Serien auf Abruf, live schaut man maximal noch Nachrichten und Fußball, oder?

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Grundsätzlich ist diese Einschätzung erst mal nicht falsch. Das klassische Fernsehen befindet sich im Sinkflug und spätestens mit dem Abgang von Stefan Raab bei ProSieben straucheln auch deren Live-Formate. Da kann sich der gute Elton noch so sehr anstrengen, wie er mag.

Streaming ist die Zukunft, die kann aber auch etwas verwirrend sein:

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Machen wir also den Deckel drauf und vergessen die großen Live-Shows für immer? Nicht so voreilig, möchte ich meinen. Ausgerechnet die Streaming-Anbieter wie Netflix könnten zum Retter werden.

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Bereits im letzten Jahr wurde publik, dass Netflix auf der Suche nach echten Live-Formaten ist. Bisher sind die eher die Ausnahme. Erwähnt seien in erster Linie Sportübertragungen. Federführend vor allem Amazon Prime Video oder auch Apple TV+. Netflix befindet sich da noch eher in der Selbstfindung.

Warum nicht bei „Wetten, dass..?“ zugreifen? Ich weiß zwar nicht, wie es aktuell um die Lizenzrechte steht, doch ein internationaler Player wie Netflix wäre doch der ideale Partner. Die Sendung lebte nicht zuletzt von den Gästen mit Weltrang, zu denen hat Netflix durch die eigenen Hollywood-Verbindungen leichten Zugriff.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

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So könnte es klappen …

Eine modernisierte Variante von „Wetten, dass..?“ wäre für den Streaming-Anbieter dann folgerichtig auch die perfekte Werbeplattform. Neue Filme und Serien ließen sich perfekt mit den Stars in Szene setzen.

Funktionieren könnte dies aber nur, wenn man sich auf eine Runderneuerung einlassen würde. Die deutsche Verschrobenheit des Originals müsste geopfert werden. Ein solches „Wetten, dass..?“ müsste sich an ein internationales Publikum richten. Ergo: English please. Das deutsche Publikum muss dann halt Untertitel lesen oder die eigenen Englischkenntnisse aufbessern, na und?

So oder so ähnlich könnte dann ein internationales „Wetten, dass..?“ mal aussehen – quasi eine längere Late Night Show:

Marty McFly und Doc Brown bei Jimmy Kimmel
Marty McFly und Doc Brown bei Jimmy Kimmel

Moderiert werden würde „Wanna Bet?“ nicht von Gottschalk, sondern vorzugsweise von einem amerikanischen Late-Night-Talker. Mein Herzenswunsch: Conan O’Brien. Wenn der nicht zur Verfügung steht, gerne auch Jimmy Kimmel oder Stephen Colbert.

Kurzum: Damit „Wetten, dass..?“ leben kann, muss „Wetten, dass..?“ – so wie wir es kennen – zunächst sterben. Nur fürs deutsche Gemüt wird Netflix oder ein anderer Streaming-Anbieter das alte Schlachtross des ZDF nicht retten. Allerdings lassen sich die Grundelemente auch international umsetzen.

Ich meine, die wesentlich langweiligere Oscar-Verleihung schaut sich die Welt ja auch einmal pro Jahr an. Warum nicht ein starbesetztes, kurzweiliges Format bestehend aus lustigen Wetten aus aller Welt und coolen Sprüchen ansehen? Die deutsche Spießigkeit will derweil aber niemand mehr zurück.

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