Händler vieler Branchen bangen um knappen Warennachschub und mit ihnen auch die Kunden. Besonders hart trifft es die Elektro-Artikel, mehr als die Hälfte der Händler fürchtet Umsatzeinbußen durch Warenmangel.

Wer sich einen neuen Fernseher zulegen will oder auf eine Next-Gen-Konsolen spekuliert, muss Geduld mitbringen. Das ist teils seit Monaten bekannt. Doch die Branche fürchtet auch jenseits von Unterhaltungselektronik, dem vorweihnachtlichen Andrang nicht Herr werden zu können. Kein Wunder, schlagen hier die Chipkrise im Speziellen und der allgemeine Warenmangel gleich doppelt zu.

Von TV bis Küchenmaschine: Hälfte der Händler fürchtet Einbußen

So fürchten 53 Prozent aller Elektronikhändler zu Weihnachten erhebliche Umsatzeinbußen, wie eine Erhebung des Handelsverbands Deutschland (HDE) für Oktober und November ergeben hat (Quelle: Statista). Auch in den Bereichen Sportartikel, Pflanzen, Musikinstrumente und bei Möbeln sind die Sorgen groß:

Der Überblick über die Branchen zeigt kaum Entspannung für das Weihnachtsgeschäft (Quelle: Statista).

Insgesamt gehen derzeit 20 Prozent der befragten Geschäfte über die Branchen hinweg von erheblichen Mindereinnahmen aus. Für Kundinnen und Kunden heißt das: Ein Fünftel der Händler wird die Nachfrage mit einiger Sicherheit oft nicht erfüllen können.

Auf den ersten Blick sieht das noch deutlich besser aus als im September, als 97 Prozent der Einzelhändler für Unterhaltungselektronik über Lieferprobleme klagten. Doch der Schein trügt. Das zeigt sich, wenn man auch die Händler einbezieht, die geringere Einbußen erwarten.

Bei Sportartikel und Musikinstrumenten gehen 100 Prozent davon aus, die Nachfrage nicht erfüllen zu können und in Folge dessen Einbußen zu haben. Auch in der Elektrobranche ist der Anteil der Händler, die überhaupt keine Einbußen erwarten, nur sehr gering. Zu eingeschränkter Warenverfügbarkeit, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, kommt es in diesen Fällen also wohl praktisch überall.

Wenn doch Ware verfügbar ist, wird's teuer

Besonders bitter für Kunden: Auch der lang erwartete Zeitpunkt der Preiserhöhung rückt nun in greifbare Nähe. „Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an“, meint etwa Klaus Wohlrabe vom ifo-Institut.

Wer noch das Glück hat, ein ordentliches TV-Angebot zu finden, sollte unsere Tipps zum Fernseher-Kauf – zu sehen im Video – ernst nehmen:

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Wie hoch die Preissteigerungen ausfallen, ist noch unklar. Bei LG und Samsung sind bereits seit einiger Zeit steigende Preise zu beobachten, teils ging es schon um mehr als 20 Prozent in die Höhe. Da sich die Lage bisher nicht entspannt, sondern weiter verschärft, sind auf lange Sicht größere Preissteigerungen realistisch. Umso mehr kann es sich in dieser Woche lohnen, einen Blick auf die Angebote zum Black Friday zu werfen und doch noch eines der bald seltenen Schnäppchen zu ergattern.