Für die meisten Autoproduzenten ist längst klar: Der Verbrennungsmotor hat ausgedient, die Zukunft gehört dem E-Auto. Wie schnell man aber den vollständigen Umstieg auf Elektroantriebe wagen will – darüber ist sich die Industrie uneins. Volvo, Fiat und Mini haben feste Ziele genannt und Opel verrät jetzt auch das Datum.

 

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VW, Mercedes, Opel: Wann laufen nur noch E-Autos vom Band?

Darüber, dass in Zukunft in den Hallen der Automobilhersteller Elektroautos überhand nehmen werden, besteht bei VW, Ford, Volvo und Co. großteils Einigkeit, nicht aber über den genauen Zeitpunkt dieses Umbruchs. Derzeit übertrumpft man sich in der Branche gerne mit möglichst ambitionierten Zielen. Als potenzieller Käufer – eventuell mit Markenpräferenz  – kann man im Wirrwarr von Ankündigungen und öffentlichen wie internen Plänen schon einmal die Übersicht verlieren. Hier findet ihr ihn wieder, denn wir haben einen Überblick zu den wichtigen Automarken und ihren Wechselplänen auf E-Antrieb zusammengestellt.

In Deutschland machen mit Abstand die Stadtflitzer Smart aus dem Hause Daimler den besten Eindruck. Denn abgesehen von einer fragwürdigen Sammleredition mit Verbrennungsmotor kommen die aktuellen Modelle bereits mit dem Kürzel EQ versehen, das auch die elektrischen Varianten von Mercedes tragen. Smart hat bereits seine Produktpalette auf Elektroantrieb umgestellt.

Ein ehrgeiziges Ziel hat jüngst Opel angekündigt: Ab 2028 werden keine Verbrenner mehr verkauft, die bisherige Palette bis 2024 auf E-Antrieb umgebaut (Quelle: Opel). Das Gros der Hersteller peilt aber das Jahr 2030 an, bis dahin will man den Umstieg geschafft haben. So lautet etwa der Plan von Volvo, Fiat oder Mini. Auch Ford hat sich das Ende der laufenden Dekade vorgenommen, könnte es laut jüngsten Aussagen aber sogar früher schaffen.

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VW-Konzern nennt konkrete Ziele für seine Marken

Im Volkswagenkonzern gibt es unterschiedliche Ansätze: Bei der Premiummarke Audi beeilt man sich etwas mehr, schon 2033 sollen nur noch elektrische Wagen vom Band laufen. Vorige Woche waren die Ingolstädter damit die erste deutsche Marke, die ein Datum für den Verbrennerausstieg fixierten. Die Kernmarke VW selbst lässt sich mehr Zeit. In einem Interview kündigte VW-Vertriebschef Klaus Zellmer erst kürzlich die Pläne an: „In Europa steigen wir zwischen 2033 und 2035 aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen aus, in den USA und China etwas später“, sagte er dem Münchner Merkur.

Während Smart bereits elektrisch fährt, dauert es bei Mercedes noch etwas länger: Auf das Jahr 2039 hat sich die Premiummarke aus Stuttgart festgelegt, um dann den letzten Verbrenner zu verkaufen. Damit stellt man sich hinter der Konkurrenz an, obwohl der aktuelle Mercedes EQS zumindest im Bezug auf die Reichweite aktuell als bestes E-Auto gilt.

Bei BMW hat man auch nur der Tochtermarke Mini bereits ein Enddatum für Verbrennungsmotoren verpasst. Die Bayern selbst wollen sich nicht auf ein Datum festlegen, sondern den Kunden immer das Anbieten, was nachgefragt wird. Ähnlich schätzt man die Lage bei Toyota ein: Der volumenmäßig größte Autohersteller weltweit will sich nicht auf das E-Auto verlassen. Wasserstoffantriebe und Hybridfahrzeuge werden auch weiterhin angeboten. Dem vollständigen Umstieg auf E-Autos erteilen die Japaner eine Absage.