Der rote Drache schlägt zurück: Als Vergeltungsmaßnahme für Huawei nimmt China jetzt Europa ins Visier. Der geplante Gegenschlag soll zwei bekannte Unternehmen an einer empfindlichen Stelle treffen.

Im Streit um Huawei droht jetzt die nächste Eskalation: Nachdem Großbritannien beschlossen hat, den chinesischen Hersteller vom 5G-Aufbau des Landes auszuschließen und Frankreich einen ähnlichen Bann erwägt, plant China nun seinerseits einen Gegenschlag.

Vergeltung für Huawei: China erwägt Exportbeschränkungen für Nokia und Ericsson

Sollten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einen Huawei-Bann beim 5G-Netzaufbau beschließen, könnte das chinesische Handelsministerium Gegenmaßnahmen gegen Nokia und Ericsson einleiten. Das berichtet Cnet unter Berufung auf einen Bericht des Wallstreet Journal. Im Raum stehen Exporteinschränkungen für beide Unternehmen: Produkte, die Nokia und Ericsson in der Volksrepublik herstellen lassen, könnten im Extremfall nicht mehr so einfach in andere Länder ausgeführt werden.

Einem Analysten von Citi zufolge werden rund 45 Prozent aller Ericsson-Produkte in China produziert, wie Golem berichtet. Bei Nokia sind es mit 10 Prozent deutlich weniger. Beide Unternehmen wären von einer Exporteinschränkung betroffen, wenn auch in einem unterschiedlichen Maß. Eine Verlagerung der Produktion dürfte Zeit kosten und wäre wohl nicht kurzfristig möglich.

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Großbritannien könnte Huawei-Ausschluss wieder zurücknehmen

Ob sich der Streit um Huawei wirklich zuspitzt, dürfte auch maßgeblich davon abhängen, ob US-Präsident Donald Trump im November wiedergewählt wird. Zwar sehen sowohl Republikaner als auch Demokraten Huawei kritisch, doch der massiv gestiegene Druck auf den Konzern in den letzten anderthalb Jahren ist auf die Trump-Regierung zurückzuführen. Sollte Joe Biden der nächste US-Präsident werden, könnte Großbritannien sogar den geplanten Huawei-Ausschluss wieder zurücknehmen. Noch darf Huawei also hoffen.