Mehrere chinesische Smartphone-Hersteller wollen anscheinend miteinander kooperieren, um unabhängiger von Komponenten aus den USA zu werden. Noch handelt es sich nur um eine Idee – doch das Beispiel Huawei dürfte Grund genug dafür sein, die Sache ernst zu nehmen. Den USA dürfte das sicher nicht gefallen.

 

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China-Smartphones: Mehr Eigenentwicklung geplant

Geht es nach der Vorstellung von Oppo-Managern, dann sollen in China produzierte Handys in Zukunft nicht mehr von Chips amerikanischer Hersteller wie Qualcomm abhängig sein. Man möchte lieber eigene Chips entwickeln, zusammen mit inländischen Partnern. Neben Oppo soll auch OnePlus und Realme starkes Interesse an der Idee gezeigt haben. Einem Bericht von PhoneArena zufolge hat sich bereits ein Team aus Ingenieuren mehrerer Unternehmen zusammengefunden, um Ideen des „Mariana“ getauften Projekts zu diskutieren.

Das erklärte Ziel der Initiative ist es, in Zukunft eigenständiger zu werden. Ganz wie Samsung, Apple und Huawei möchte man an eigenen Prozessoren arbeiten, um diese nicht mehr von MediaTek (Taiwan) oder Qualcomm (USA) beziehen zu müssen. Wie bereits vorher bekannt gegeben wurde, hat alleine Oppo für die nächsten drei Jahre eine Summe von rund 6,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung beiseite gelegt. Die Summe dürfte sich noch erhöhen, wenn weitere Partner mit ins Boot geholt werden.

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Huawei-Embargo als warnendes Beispiel

Das Beispiel Huawei hat gezeigt, dass man sich aufgrund instabiler Handelsbeziehungen zwischen den USA und China nicht immer auf amerikanische Partner verlassen kann. Mit eigenen Chips, die in China konzipiert und hergestellt werden, wäre man in diesem Bereich auf der sichereren Seite. Für den Software-Bereich (Android) gibt es derzeit aber keine eigenen Pläne.

Um den Spitzen-Prozessor Snapdragon 865 von Qualcomm zu schlagen, muss sich Oppo einiges einfallen lassen:

Snapdragon 865: Neuer Super-Prozessor vorgestellt.

Oppo: Qualcomm bleibt wichtiger Partner

Bei den Plänen von Oppo handelt es sich derzeit noch um Zukunftsmusik. In den nächsten Jahren wird der Hersteller auch weiter von Qualcomm- und MediaTek-Chips abhängig sein. Das wurde in einem internen Memo bekräftigt. Langfristig gesehen könnte der Absatz von Qualcomm in China aber sinken.

Günstiger dürften chinesische Handys mit eigenen Chips nicht werden. Forschung und Entwicklung verschlingen viel Geld, was wiederum auf die Kunden umgewälzt werden dürfte. Die Leistung der Handys könnte dabei aber steigen, da nicht mehr Massenware bei Drittanbietern gekauft wird, sondern Chips an die Bedürfnisse der eigenen Produkte angepasst werden können. Auch eine spätere Lizenzierung an kleinere Hersteller wäre durchaus möglich.

 

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Oppo wagt Expansion nach Europa

Oppo hat derzeit ehrgeizige Ziele. Kürzlich würde in Düsseldorf eine Europazentrale des Herstellers eröffnet. Hierzulande sollen vier Millionen Smartphones in den nächsten fünf Jahren verkauft werden, um einen Marktanteil von 15 Prozent zu erlangen. Den Anfang machen die Mittelklasse-Handys Oppo Reno 2 und Reno 2Z, die mit Preisen von etwas mehr als 450 Euro beziehungsweise rund 315 Euro gestartet sind.