Termine für eine Impfung gegen das Coronavirus sind heiß begehrt. Wer sich bereits impfen lassen kann, hofft darauf, dass es möglichst schnell geht. Doch die Realität sieht oft anders aus, bis man einen Impftermin ergattern kann, vergehen teils Wochen. Ein IT-Experte hat sich nun mit einer Software des Problems angenommen. Für 25 Euro gibt es einen Impftermin, höchstens eine Stunde soll das dauern. Doch das Geschäftsmodell kommt beim Gesundheitsministerium nicht gut an.

 

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In 60 Minuten zum Impftermin gegen Corona: Kieler Programmierer macht's möglich

Eigentlich war die Idee, Freunden und Familienmitglieder, die bereits impfberechtigt waren, die Suche nach einem Impftermin zu erleichtern. Dafür hat kürzlich ein IT-Spezialist aus Kiel eine Software programmiert, die innerhalb von höchstens einer Stunde genau das schaffen soll. Doch weil der Entwickler seinen Service nun auch bei eBay gegen Geld anbietet, schlägt das zuständige Gesundheitsministerium Alarm.

Für die Entwicklung des Programms hat der Kieler laut eigener Aussage eine Woche „intensiver Arbeit“ benötigt. Seinen Service bietet der IT-Experte jetzt auch bei eBay-Kleinanzeigen an. Für 25 Euro sollen Kunden garantiert innerhalb von 60 Minuten einen Termin gebucht bekommen. Der Preis wird dabei auf Verhandlungsbasis angegeben.

„Als Selbstständiger hat mir die Coronakrise selbst finanziell auch zu schaffen gemacht, deshalb verstehe ich total, wenn Menschen derzeit nicht so viel zahlen können, deshalb sind auch weniger als die genannten 25 Euro völlig okay“, erzählte der Kieler RTL. Das Geld nehme er nicht als Lohn, sondern verstehe es als Aufwandsentschädigung für seine Programmierarbeit. Verdienen wolle er daran nicht. Kunden geben persönliche Daten wie Name, Adresse und Kontaktdaten weiter, müssen außerdem ihre Impfbescheinigung übermitteln. Um den Rest kümmert sich das Programm.

Der Weg zum Impftermin ohne unterstützende Software im Video:

Corona-Impfung: Wann bekomme ich einen Termin?

Behörde will Geschäft mit Impfterminen gegen Corona verhindern

Wir RTL berichtet, kommt der Service allerdings nicht überall gut an. Das Gesundheitsamt Schleswig-Holstein hat sich eingeschaltet. Man bereite eine Strafanzeige sowie eine Unterlassungsverfügung vor. „Dass hier offenbar mit Impfterminen versucht wird ein Geschäft zu machen, ist nicht akzeptabel“, heißt es. Es sei nichts dagegen einzuwenden, anderen zu helfen, aber man rate allen, kein Geld fürs Impfen zu bezahlen.

Ob die rechtlichen Schritte gegen den Programmierer Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten. Da der Kieler keine Impftermine verkauft, sondern die Buchung eines Impftermins als Service anbietet, könnte es Lücken in der Argumentation des Gesundheitsamtes geben.