Ein kanadisches Unternehmen bietet ein 50-PS-Tuning für Teslas Model 3 für rund 1.000 Euro an – und unterbietet Teslas eigenen Preis für das Upgrade um die Hälfte. Teslas Versuch, Nutzer von dem Billig-Tuning abzuschrecken, kontert das Unternehmen jetzt erneut.

 

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Tuning-Anbieter gegen Tesla: Immer eine Nasenlänge voraus

Ein Tuning-Programm, der sogenannte Acceleration eBoost, steigert die Motorleistung eines Tesla Model 3 um umgerechnet 50 PS. Das Upgrade, das sich per Software über ein Hardwaremodul auf das E-Auto aufspielen lässt, kostet bei Tesla rund 2.000 Euro. Ingenext, ein kanadisches Unternehmen, bietet die selbe Dienstleistung für nur 1.000 Euro an – und zog Teslas Unmut auf sich.

Tesla blendete bei Nutzern, die das Modul von Ingenext an ihr Auto angeschlossen hatten, eine Warnmeldung ein, die vor Schäden am Fahrzeug warnte. Ingenext ließ das nicht auf sich sitzen und kontert mit einem weiteren Modul, das eine klare Botschaft enthält.

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„Netter Versuch“: Tesla vorgeführt

An bestehende Kunden schickte Ingenext ein weiteres Hardwaremodul mit einer eindeutigen Botschaft an den Autobauer. Das offenbar aus dem 3D-Drucker stammende Bauteil ziert der Spruch „Netter-Versuch-Modul“: Es enthält Software, die den Warnhinweis der Tesla-Software unterdrückt. Ein einfaches Softwareupdate für das ursprüngliche Ingenext-Modul genügte nicht, erklärt das Portal Electrek.

Das Modul von Ingenext erlaubt es Autobesitzern auch, das ESP ihres Fahrzeugs abzuschalten – „Drift Mode“ nennen das die Entwickler. Die Kanadier haben offenbar noch einiges in petto: Ein neues „Bonus“-Modul eröffnet Tesla-Besitzern weitere Möglichkeiten: Sie können damit etwa Stauräume durch Annähern – also mithilfe der Näherungssensoren – öffnen oder die Scheibenwischer manuell kontrollieren, schreibt Electrek.

Es ist davon auszugehen, dass Tesla auf die Provokation von Ingenext erneut reagieren wird – immerhin dürfte der Autobauer nur ungern auf Zusatzeinnahmen durch das hauseigene Tuningpaket verzichten wollen. Das Kopf-an-Kopf-Duell zeigt schon jetzt eindrucksvoll, inwiefern die Software von E-Autos zunehmend zum Spielfeld für Hacker – gut wie böse – werden könnte.

Thomas Konrad
Thomas Konrad, GIGA-Experte für macOS, iOS und Apple-Hardware.

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