Mit NIO ist ein weiterer E-Auto-Hersteller in Deutschland an den Start gegangen. Das Aushängeschild, die Elektro-Limousine ET7, kann ab sofort bestellt werden. Mit seinen Akku-Wechsel-Stationen hat das chinesische Start-up bereits viel Aufmerksamkeit bekommen. Doch eine Entscheidung dürfte den Deutschlandstart zum echten Risiko machen.

Nur im Abo: NIO geht mit seinen E-Autos volles Risiko

NIO hat begonnen, seine Elektroautos in Deutschland anzubieten. Den Anfang macht wie geplant die Limousine ET7, die ab sofort verfügbar ist. Es folgen ab Januar 2023 das SUV EL7 sowie im März das Modell ET5, das wohl eine etwas abgespeckte Version des ET7 werden soll. Das Versprechen, im vierten Quartal in Deutschland an den Start zu gehen und erste Elektroautos noch vor dem Jahreswechsel bereitzustellen, scheint der chinesische E-Auto-Hersteller damit einhalten zu können.

Das Elektro-SUV ES7 erscheint in Deutschland wegen Namensstreitigkeiten mit Audi als EL7. (Bildquelle: NIO)

Doch mit dem offiziellen Start steht auch eine Entscheidung des Unternehmens fest, die den Erfolgsaussichten in Deutschland einen ziemlichen Dämpfer verpassen könnte. NIO wird die drei E-Auto-Modelle nach derzeitigem Stand nicht zum Kauf anbieten. Kunden sollen stattdessen nur ein Abo abschließen können. Das Geschäftsmodell greift zwar in der Automobilindustrie bereits seit einiger Zeit um sich. Doch sich gänzlich und von Beginn an darauf zu verlassen, ist ein gewagtes Spiel.

Zumal in Deutschland, wo der Besitz des eigenen Autos einen hohen Wert hat. Wer sich für eines der NIO-Modelle begeistert, wird als potenzieller Käufer vor vollendete Tatsachen gestellt. Es bleibt nur die Möglichkeit, sich für das Abo zu entscheiden. Der Preis hat es obendrein in sich: Monatlich schlägt der ET7 mit 1.549 Euro zu Buche, wenn ihr euch für ein Test-Angebot entscheidet. Immerhin ein Rundum-Sorglos-Paket, bei dem auch der Akkuwechsel – also die Ladekosten – bereits inbegriffen sind. Ungekündigt läuft das Abo weiter, der Monatspreis reduziert sich mit der Zeit. Kündigungen sind monatlich möglich.

Ob ihr E-Auto oder Verbrenner wählt, ist auch eine Frage des Geldes:

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Möglichkeit Nummer 2: Ein monatlicher Fixpreis mit fester Vertragslaufzeit zwischen 12 und 60 Monaten. Bei 36 Monaten kostet der ET7 1.199 Euro mit 75-kWh-Akku (Quelle: Automobil-Industrie). Kunden zahlen für drei Jahre 43.164 Euro – eine Menge Geld für ein Auto, das einem nicht gehört.

Der ET5 bietet den Einstieg in NIOs E-Auto-Abonnements. (Bildquelle: NIO)

Zu erwarten war, dass NIO wie in anderen Märkten den E-Auto-Akku zur Miete anbietet. Das passt auch zum Alleinstellungsmerkmal der Chinesen, dem automatisierten Akkutausch, statt auf Ladestationen zu setzen. Nun müssen Kunden zumindest fürs erste aber komplett auf den Kauf verzichten.