Die Androhung eines Zwangsgeldes hat anscheinend Wirkung gezeigt: Telefónica (o2) kommt um eine Strafzahlung der Bundesnetzagentur herum, da ein Zwischenziel beim LTE-Ausbau erreicht wurde. Auch die Telekom darf sich auf die Schulter klopfen. Der Ausbau der LTE-Netze ist aber immer noch nicht abgeschlossen.

o2: LTE-Strafzahlung gerade noch abgewendet

Im April 2020 wurde es der Bundesnetzagentur zu bunt. Nachdem die Auflagen an die Netzbetreiber zum Ausbau der LTE-Netze in Deutschland nicht erfüllt wurden, sollte die Androhung einer Strafzahlung über 600.000 Euro den Anbietern Beine machen. Insbesondere Telefónica (o2) wurde aufgefordert, deutlich mehr LTE-Stationen aufzustellen, um die Versorgung mit mobilem Internet in der Fläche zu gewährleisten. Nun hat das Unternehmen seine Ausbaupflichten anscheinend genutzt. Die Bundesnetzagentur zeigt sich zufrieden, wie heise online schreibt.

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Eigentlich sollten die LTE-Netze bereits zum Ende des Jahres 2019 vollständig stehen. Auflagen zufolge, die bei der Vergabe der LTE-Frequenzen festgelegt wurden, sollten bis Ende 2019 bundesweit 98 Prozent der Haushalte und je Bundesland 97 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde im mobilen Internet unterwegs sein können. Weder die Deutsche Telekom noch Vodafone noch Telefónica konnten die Auflagen erfüllen. Die Bundesnetzagentur setze anschließend mehrere Meilensteine für die kommenden Monate fest, an denen die Leistung des LTE-Ausbaus gemessen werden sollte.

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o2: Verzögerung wegen COVID-19

Telefónica wurde aufgefordert, bis Ende Juni 40 Prozent der erforderlichen 7.600 Standorte aufzubauen. Verzögerungen wegen der Coronavirus-Pandemie sorgten dem Netzbetreiber zufolge dafür, dass das Ziel nicht erreicht werden konnte. Nach einer Fristverlängerung bis Ende Juli wurde das Zwischenziel dann erreicht.

Ausruhen darf sich Telefónica aber nicht: Bis Ende September müssen noch 1.900 weitere Standorte versorgt werden. Am Ende des Jahres kommen dann noch mal 2.660 LTE-Stationen hinzu. Die Telekom hatte das erste Zwischenziel bereits vorzeitig erreicht.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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