E-Scooter helfen dem Klima nicht – sie können sogar schädlich sein. Zu diesem Urteil kommt die Europäische Umweltagentur. Auch Mitfahrdienste wie Uber und Lyft kommen in einer neuen Analyse schlecht weg. Doch E-Scooter haben auch gewisse Vorteile, wie sich zeigt.

Umweltagentur: E-Scooter sind „negativer Einfluss“

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat sich moderne Fortbewegungsmittel für die Stadt genauer angesehen und sie anschließend auf ökologische Gesichtspunkte und Klimaschädlichkeit hin bewertet. E-Scooter mit Akkuantrieb sind dabei nicht gut weggekommen, auch wenn durchaus Vorteile gesehen werden. Zu Fuß gehen oder mit dem Rad zu fahren sei aber in jedem Fall besser, so das Fazit.

Das Problem seien auch nicht die E-Scooter selbst, sondern die Leute, die mit ihnen unterwegs sind. Hierbei würde es sich nämlich nicht um Autofahrer handeln, die auf einen E-Scooter umsteigen. Stattdessen wären es vor allem Personen, die ohnehin sonst eher laufen, mit dem Rad fahren oder den Bus nehmen. Hinzu kommt laut der EU-Umweltagentur auch, dass der ökologische Effekt wegen „negativer Einflüsse“ bei der Herstellung der E-Scooter mehr als fraglich sei. Die reine Nutzung hingegen sei dabei aber wenig umweltschädlich, heißt es in dem Bericht.

Positiv werden E-Scooter laut heise online nur gesehen, wenn sie für die „letzte Meile“ genutzt werden. Aber auch hier gilt, dass es überhaupt nur dann einen positiven Effekt gibt, wenn stattdessen ein Fahrzeug mit fossilen Brennstoffen stehengelassen wird.

In Deutschland herrschen strenge Regeln, was den Umgang mit E-Scootern betrifft. Alle Infos dazu gibt es hier im Video:

E-Scooter in Deutschland: Was ist erlaubt?

EEA: Uber und Lyft sind keine Alternative

Neben E-Scootern hat sich die Europäische Umweltagentur auch Mitfahrdienste angesehen. Während das Teilen eines Autos prinzipiell positiv zu bewerten sei, handele es sich bei Diensten wie Uber und Lyft aber nicht wirklich um eine ökologische Alternativen. Es würde sich nicht um Mitfahrgelegenheiten handeln, sondern lediglich eine Art Ersatz für Taxis sein. Zudem würden Leute dadurch nicht angehalten, häufiger mit Bus und Bahn zu fahren.

In dem neuen Bericht werden auch die Städte kritisiert. Es müsse mehr dafür gesorgt werden, dass der ÖPNV attraktiver und zugänglicher wird. Dazu gehöre auch die Gestaltung von öffentlichen Verkehrsknoten, über die Fußgänger wie Radfahrer einen einfacheren Zugang zum Nahverkehr bekommen sollten. Nur so könnten die von der EU-Kommission erklärten ehrgeizigen Klimaziele im „Green Deal“ auch erreicht werden.

In der Bilderstrecke: Die beliebtesten E-Scooter in Deutschland.

Als positiv werden Projekte angesehen, bei denen ehemals fossil betriebene Dienste auf alternative Antriebe oder Wege setzen. Elektrische Lieferfahrzeuge wie der Street Scooter der Deutschen Post wurden ebenso gelobt wie Projekte, bei denen die Lieferung gleich per Drohne erledigt wird. Zustellfirmen sollten aber gerade auf der „letzten Meile“ enger miteinander kooperieren, um Potenziale besser ausschöpfen zu können.