Software ist der Weg in die Zukunft für VW. Dank der neuen Möglichkeiten sieht man beim Autohersteller bereits den Rubel rollen, zusätzliche Funktionen sollen E-Auto-Fahrer gegen Aufpreis erwerben. Immerhin, der Servicegedanke kommt dabei nicht zu kurz.

 

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VW startet Software-Offensive: E-Auto-Fahrer können sich mehr Reichweite kaufen

Für VW führt der Weg in die Zukunft der Mobilität über konzerneigene Software-Lösungen, das hat Vorstandschef Herbert Diess bereits bekräftigt. Inzwischen ist man sich beim Wolfsburger Autobauer klarer darüber, wie dieser Weg aussehen soll und hat erste Details verraten: Eines der Kernstücke werden Software-Updates und -Zusatzangebote, die VW-Fahrer sich künftig online für ihre Fahrzeuge freischalten können.

Dabei ist die Auswahl groß: Schon jetzt können Besitzer eines aktuellen Volkswagens etwa per Download Amazons Alexa im Fahrzeug nutzen. Zu den Plänen für die nächsten Jahre gehört aber weit mehr: Mehr Leistung, eine höhere Reichweite, zusätzliche Assistenzfunktionen, Videospiele für die Ladepausen, all das wird sich bald in Autos von VW finden – wenn man bereit ist, dafür zu zahlen. Die Krönung werde das vollautonom fahrende Auto. Auch das will VW per Software-Update bei Bedarf für seine Wagen freischalten, erklärte Thomas Ulbrich, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen, gegenüber der Zeitung Welt. Zum Ende des Jahrzehnts will man damit soweit sein, erste „Functions on Demand“ plant man, im zweiten Quartal 2022 anzubieten.

Over-the-Air-Updates sind bei vielen Autobauern Pflicht, doch es gibt auch einige Mythen über E-Autos, an denen nichts dran ist. Mehr dazu im Video:

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Autonomes Fahren wird bei VW zum Abo-Modell

Das lässt sich Volkswagen etwas kosten. Das Unternehmen wolle „neue Erlöse in der Nutzungsphase seiner Autos generieren“, so die Ankündigung. Genaue Preise sind noch nicht bekannt, Ulbrich gab aber bereits Einblick in die Vorgänge bei Volkswagen: „Beim autonomen Fahren können wir uns vorstellen, dass wir es stundenweise zuschalten. Wir gehen von einem Preis von rund sieben Euro pro Stunde aus.“

VW deutet also an, dass Software-Services für begrenzte Zeiträume gebucht werden könnten – ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ermöglicht man damit den Zugang zu einer ansonsten wohl exklusiven, weil teuren Funktion für Kunden, die sich kein Oberklasse-Modell zulegen wollen oder können. Andererseits bedeutet es für diejenigen, die etwa permanent eine möglichst hohe Reichweite ausnutzen wollen, dass sie wohl ein dauerhaftes Abo zum Auto dazu buchen müssen. Da der Trend ohnehin zu Auto-Abos geht, dürfte das in Zukunft kein Ausschlusskriterium werden.