Dieser Schlag sitzt: In einem Interview lässt Ex-RTL-Chef Helmut Thoma kein gutes Haar an dem TV-Sender. Die Rede ist von Wahnsinn und „Rentnerfernsehen.“ Insbesondere für den Rauswurf von Dieter Bohlen zeigt er kein Verständnis.

RTL steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Der Kölner Sender baut sein Programm um und möchte einen stärkeren Fokus auf Nachrichtenangebote legen. Gleichzeitig hat man sich ohne Vorwarnung von Dieter Bohlen getrennt und das Vorzeigegesicht von „Deutschland sucht den Superstar“ rausgeworfen. Der ehemalige Chef des TV-Senders, Helmut Thoma, übt scharfe Kritik am aktuellen Kurs.

Ehemaliger RTL-Chef kritisiert Rauswurf von Dieter Bohlen

„Ich staune vor mich hin“, so Thoma im Interview mit T-Online. So verstehe er etwa den Rauswurf von DSDS-Juror Dieter Bohlen nicht. „Das ist so, als wenn in einer erfolgreichen Serie die einzige Hauptperson ausgetauscht wird.“ Für die Zukunft der Show sieht der Ex-RTL-Chef schwarz, an einen Erfolg glaubt der 82-Jährige nicht. Thomas Gottschalk, der zwischenzeitlich den Bohlen-Ersatz gibt, sei zwar ein „toller Moderator“, aber könne keine bösen Sprüche klopfen.

Besonders harte Worte findet Thoma für die Ausrichtung von RTL. Der Sender verabschiede vom Fokus auf die 14-19-Jährigen. Stattdessen sieht er einen Kurswechsel zum „Rentnerfernsehen.“ Die Älteren allerdings seien für Werbetreibende kaum relevant. Nachhaltig sei das für ihn zudem nicht: „Die Alten werden ja nicht mehr, sondern nur älter. Die halbe Zielgruppe stirbt also in absehbarer Zeit weg. Es wäre Wahnsinn, wenn man sich auf die beschränken würde.“

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Streaming nicht dauerhaft erfolgreich

An den langfristigen Erfolg von Streaming, wie ihn auch RTL mit dem neuen Angebot RTL Plus anstrebt, glaubt Thoma ebenfalls nicht. Die dort produzierten Serien und Filme seien zu teuer, um dauerhaft fortgeführt werden zu können. Es sei auch, so Thoma, kein Zufall, dass Netflix immer wieder die Preise erhöhe. Weltweit tätige Unternehmen wie Netflix, Disney oder Warner können so erfolgreich sein, „aber einem deutschen Unternehmen sind da schnell Grenzen gesetzt.“