Die neuen Richtlinien von WhatsApp kommen nicht nur bei Nutzern, sondern auch bei Verbraucherschützern ausgesprochen schlecht an. Nun haben sich mehrere Organisationen mit einer Beschwerde bei der EU-Kommission gemeldet. Der Druck auf Nutzer sei schlicht „unangemessen“, heißt es.

 

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WhatsApp: Beschwerde bei EU-Kommission

Mehrere europäische Verbraucherverbände haben sich gemeinsam an die EU-Kommission gewandt, um sich über WhatsApps Umgang mit neuen Nutzungsbedingungen zu beklagen. In Brüssel ist dazu nun eine offizielle Beschwerde eingereicht worden. Gleich acht Verbraucherschutzorganisationen wollen sich gemeinsam gegen die neuen Nutzungsbedingungen wehren (Quelle: Handelsblatt).

Den Organisationen zufolge würde WhatsApp seine Nutzer zu Unrecht bedrängen, die neuen Richtlinien auf jeden Fall zu akzeptieren: „Der Inhalt dieser Benachrichtigungen, ihre Art, ihr Zeitpunkt und ihre Wiederholung üben einen unangemessenen Druck auf die Nutzer aus und beeinträchtigen ihre Wahlfreiheit.“

Darüber hinaus wird bemängelt, dass WhatsApp die Änderungen nicht in verständlicher Sprache erklärt. Das würde einen Verstoß gegen das EU-Verbraucherrecht darstellen. Dem Verbraucherrecht zufolge müssen „klare und transparente Vertragsbedingungen“ kommuniziert werden. Bereits im April 2021 hatten deutsche Datenschützer ähnlich argumentiert und die „unzulässige“ Weitergabe von Daten an Facebook kritisiert.

Im Video: Das sind die besten Alternativen zu WhatsApp.

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WhatsApp: Neue Richtlinien gelten seit 15. Mai

Nach einem Rückzieher und verschobenem Termin gelten seit dem 15. Mai 2021 bei WhatsApp neue Nutzungsbedingungen. Zentraler Kritikpunkt ist hier, dass WhatsApp Daten mit Facebook sowie weiteren zum Konzern gehörenden Diensten wie Instagram teilen möchte.

Zwischenzeitlich gab es Drohungen, dass WhatsApp nicht mehr funktionieren würde, falls Nutzer den neuen Bedingungen nicht zustimmen. Wahr gemacht wurden die Drohungen bislang aber nicht. Ursprünglich wollte WhatsApp seine neuen Richtlinien in Europa bereits zum 8. Februar 2021 einführen. Nach massiver Kritik wurde der Termin dann verschoben.