Mehr Sicherheit bei WhatsApp, Telegram, Signal und anderen Messengern: Ein deutsch-österreichisches Forscherteam hat eine Lösung vorgestellt, um die Privatsphäre der Apps für Android und iOS deutlich zu erhöhen. Die Anwendung kommt so gut an, dass man jetzt sogar einen Preis gewonnen hat.

 

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ContactGuard: Mehr Privatsphäre bei Messengern

Auch wenn sich Messenger wie Signal, WhatsApp und Telegram nicht nur im Detail unterscheiden, haben alle Apps gemein, dass sie auf das Adressbuch der Besitzer zugreifen. Kontakte werden dabei übertragen und gespeichert, ohne dass Nutzer hier viel Kontrolle ausüben können. Eine neue Anwendung der TU Darmstadt und TU Graz soll genau hier Abhilfe schaffen.

Die von Forschern der beiden technischen Universitäten entwickelte Anwendung hört auf den Namen ContactGuard und hat nun sogar einen Preis gewonnen. Beim deutschen IT-Sicherheitspreis der Horst-Görtz-Stiftung konnte man den zweiten Platz belegen. Das sollte Grund genug sein, sich genauer mit der Anwendung auseinanderzusetzen.

Grundsätzlich möchte ContactGuard als Schnittstelle zwischen Benutzer, Adressbuch und Messenger fungieren. Statt Messengern wie WhatsApp, Telegram oder Signal einen vollständigen Zugriff auf das Adressbuch zu ermöglichen, lassen sich über ContactGuard beliebig viele Kontakte als wichtig markieren. Diese landen dann nicht automatisiert auf den Servern der Messenger.

Ein vollständiger Abgleich des Adressbuchs findet entsprechend nicht statt. Das ist vor allem deshalb sinnvoll, weil nicht alle Kontakte einer Datenverarbeitung mit allen Messengern zugestimmt haben. Gemeinsame Kontakte wiederum werden über sichere kryptografische Protokolle ermittelt. Hier kommt eine verschlüsselte Datenbank zum Einsatz, die an jeweilige Nutzer gesendet und nur auf dem Smartphone gespeichert wird.

Es muss nicht immer WhatsApp sein: Alternativen zum Messenger gibt es hier im Video.

TECH.tipp: WhatsApp-Alternativen

ContactGuard: „Kein Ausspionieren von Kontakten mehr“

Die Forscher möchten kritische Szenarien einschränken oder bestenfalls vollständig vermeiden. Dazu gehört auch „das Ausspionieren von Kontakten oder das Weiterverkaufen von Daten und das Auswerten sensitiver Beziehungen“. Statt auf existierende Ansätze zu setzen, kommen hier neue Verschlüsselungsprotokolle zum Einsatz, die gleichsam sicherer und effizienter sein sollen.

Es dürfte Bedarf an ContactGuard bestehen, waren es doch gerade Datenschutzbedenken, die zuletzt für massive Kritik an WhatsApp gesorgt hatten.