Da hat WhatsApp wohl in ein Wespennest gestochen: Die neuen Nutzungsbedingungen bringen dem sonst so beliebten Messenger nur noch Ärger ein. Selbst die Politik hat sich mittlerweile eingeschaltet – und greift zu drastischen Worten, die nicht weniger als eine Drohung sind.

 

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Stattliche 19 Milliarden US-Dollar hat Facebook vor sechs Jahren für WhatsApp auf den Tisch gelegt. Eine gigantische Summe, die das Unternehmen auch wieder hereinholen muss. Die Refinanzierung läuft über Werbung: Je mehr Facebook über die Nutzer von WhatsApp weiß, desto besser kann die Werbung auf sie zugeschnitten werden. Dass Mark Zuckerberg die Nutzerdaten von Facebook und WhatsApp zusammenführen würde, war also klar. Überraschend ist hingegen der Sturm der Entrüstung, den die neuen Nutzungsbedingungen nach sich ziehen.

WhatsApp: Indische Regierung droht Messenger

In die Angelegenheit hat sich jetzt auch die indische Regierung eingeschaltet, wie GSMarena berichtet. Der Telekommunikationsminister hat einen scharf formulierten Brief verfasst, der die neuen Nutzungsbedingungen kritisiert. „Einseitige Änderungen sind nicht fair und inakzeptabel“, heißt es dort. Darüber hinaus erinnerte die Regierung in Neu-Delhi daran, dass die meisten WhatsApp-Nutzer weltweit aus Indien kommen – das kann man wohl als eine unverhohlene Drohung interpretieren. Wenn WhatsApp mit den Änderungen der Nutzungsbestimmungen fortfährt, so liest es sich zwischen den Zeilen, könne die Regierung auch andere Seiten aufziehen und WhatsApp ins Visier nehmen.

Dass die indische Regierung keine Probleme damit hat, auch zu drastischen Mitteln zu greifen, zeigt das Beispiel TikTok. Im vergangenen Jahr wurde die populäre Social-Media-App neben 59 anderen Anwendungen chinesischer Hersteller im Land verboten.

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WhatsApp verschiebt Einführung der neuen Nutzungsbedingungen

WhatsApp selbst hat die Einführung der neuen Nutzungsbedingungen kurzfristig verschoben. Sollten die Änderungen zunächst am 8. Februar in Kraft treten, hat man jetzt den 15. Mai als neuen Termin auserkoren. Womöglich will Facebook etwas Gras über die Sache wachsen lassen, bevor man die Änderungen durchzieht. Wer seine Daten nicht mit Facebook teilen will, kann sich bei den WhatsApp-Alternativen umsehen. Dazu gehört auch Telegramm, auch wenn der Messenger aus Russland derzeit ganz eigene Probleme hat.