Huawei steht im Fadenkreuz der USA: Immer wieder werden Vorwürfe der Spionage und der Staatsnähe zur chinesischen Regierung laut. Doch was ist dran an den Vorwürfen? Eine neue Dokumentation des ZDF hat sich auf Spurensuche begeben – und dabei überraschende Antworten erhalten.

 

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Huawei und China: Neue ZDF-Doku gibt Einblicke

Huawei ist der größte Smartphone-Hersteller der Welt, nachdem Samsung als langjähriger Spitzenreiter verdrängt wurde. Ein Grund zum Feiern dürfte das in der Chefetage von Huawei aber nur bedingt sein. Handelsstreitigkeiten mit den USA machen Huawei stark zu schaffen. Durch ein Embargo ist es amerikanischen Unternehmen nicht gestattet, mit Huawei Geschäfte zu betreiben. Das betrifft sowohl die Hardware als auch die Software, weshalb neue Huawei-Handys ohne einfachen Zugriff auf Google-Dienste ausgeliefert werden.

Nun hat sich ein Team des ZDF nach China aufgemacht, um Huawei vor Ort zu besuchen und im Idealfall besser zu verstehen. In der daraus entstandenen Dokumentation mit dem Titel „Weltmacht Huawei - Hightech-Riese unter Spionageverdacht“ wird versucht, den Vorwürfen der USA nachzugehen. Es geht um die Besitzverhältnisse und die Geschichte des Gründers Ren Zhengfei, der zuvor bei den chinesischen Streitkräften diente.

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Beweise für eine mögliche Spionage durch Huawei kann auch die ZDF-Doku nicht finden. Befragte Experten gehen aber durchaus davon aus, dass Huawei „im Ernstfall“ auf den Handys seiner Nutzer Spionage-Software installieren könnte.

Eine überraschende Antwort hat Huawei zum Vorwurf parat, das Unternehmen hätte geistiges Eigentum bei westlichen Unternehmen gestohlen. Einer Sprecherin zufolge seien Huawei-Handys heutzutage „vielleicht zu sicher“. Im gleichen Atemzug wird gegen die USA geschossen: „Die USA können dann nicht mehr die eigene Bevölkerung und die anderer Länder ausspionieren.“

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Huawei als „Teil einer aggressiven Handelspolitik“

Huawei wird zunehmend als eine Art Stellvertreter für chinesische Politik gesehen. Einer der befragten Experten bringt es auf den Punkt: „Wäre Huawei ein Unternehmen aus Brasilien, aus Indien oder Europa – es würde niemanden interessieren“. Da Huawei aber nun mal aus China kommt, wird das Unternehmen als „Teil dieser aggressiven chinesischen Handelspolitik“ gesehen, die vor Spionage nicht zurückschrecken dürfte. Beweise dafür liegen aber weiter nicht vor.

Die Dokumentation „Weltmacht Huawei - Hightech-Riese unter Spionageverdacht“ kann in der Mediathek des ZDF gesehen werden.

Simon Stich
Simon Stich, GIGA-Experte für Smartphones, Mobilfunk und die Gerüchteküche.

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