Ein kürzlicher Crash von Xbox Live hat Spielern den Zugriff auf ihre Spiele-Bibliotheken verwehrt. Der Vorfall zeigt, dass digitale Spiele zwar oft bequem, aber dennoch ziemlich problematisch sind.

 
Xbox Series X
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Ein Kommentar von Gregor Elsholz

Von einem Moment auf den anderen war es zappenduster: Ein heftiger Ausfall von Xbox Live hat dazu geführt, dass Spieler den Zugriff auf ihre digitalen Spiele-Bibliotheken verloren. Games konnten aufgrund von Netzwerk-Problemen schlicht nicht mehr gestartet werden. Für manche dauerte der Ausfall einige Stunden, für andere mehrere Tage – Zeit genug also, traurig darüber zu sinnieren, dass ihre Xbox zu einem teuren Briefbeschwerer verkommen war.

Die Panne wurde somit gewissermaßen zu einer existenziellen Erinnerung daran, wie flüchtig der Besitz von digitalen Spielen sein kann – und dass „gekauft“ in der Branche oft leider nur „geliehen“ bedeutet.

Xbox-Panne: Die Krux an digitalen Games

Digitale Games sind in der Videospiel-Branche in den letzten Jahren zum Standard für viele Gamer geworden. Prinzipiell bietet das Konzept auch viele Vorteile: Ihr braucht kein riesiges Regal mehr, um eure Sammlung unterzubringen, die Umwelt wird dank des Verzichts auf Plastik-Verpackungen geschont und ihr müsst euch keinen Zentimeter vom Sofa wegbewegen, um Spiele zu kaufen oder neue Discs einzulegen.

Auf der anderen Seite aber sind digitale Spiele-Bibliotheken, prall gefüllt wie sie auch sein mögen, immer komplett von der Plattform abhängig, auf der ihr sie erbaut habt. Euch gehören immer nur die Lizenzen für die Spiele, nie jedoch die Spiele selbst. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der sich dann schmerzhaft bemerkbar macht, wenn die Plattform selbst technische Probleme hat oder sich das dahinterstehende Unternehmen entscheidet, den Support einzustellen.

PlayStation & Nintendo: Besitz ist ein dehnbarer Begriff

In der jüngeren Vergangenheit haben sowohl PlayStation als auch Nintendo die technische Unterstützung für ältere Konsolen wie die Wii U oder PS3 reduziert oder bestimmte Online-Stores abgeschaltet. In der Folge haben Gamer schon den möglichen Zugang zu Spielen, DLCs und anderen Inhalten verloren. Auch Server-Ausfälle und langgezogene Wartungsarbeiten sind schon auf allen Plattformen vorgekommen.

Das Paradox von digitalen Spielen, die einerseits so viel Bequemlichkeit und Flexibilität bieten und andererseits so starr an das Wohlwollen und die Ressourcen von Unternehmen wie Sony, Nintendo und Microsoft gebunden sind, wird die Branche in der Zukunft immer wieder beschäftigen – zumal die Xbox Series X|S und die PS5 jeweils auf ein komplett digitales Konsolen-Modell ohne Disc-Laufwerk setzen.

Für alle, die rein digital unterwegs sind, bedeutet dies, dass normalerweise alles wunderbar funktioniert – aber eben nur bis zu dem Punkt, an dem die Lichter ausgehen. Dann tappt ihr im Dunkeln und müsst euch voll und ganz darauf verlassen, dass euer Vermieter den Lichtschalter findet.

In unserem Video zeigen wir euch alles, was ihr über die Xbox Series X|S wissen müsst:

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