Das hat sich Xiaomi sicher anders vorgestellt: Im vierten Quartal 2021 tritt der chinesische Hersteller auf der Stelle, Gewinner sind hingegen Apple und Samsung. Für Xiaomi stellt sich die Frage, ob die bisherige Strategie noch eine Zukunft hat. Ein Kommentar von Kaan Gürayer.

 
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Xiaomi kann Smartphone-Marktanteil nicht erhöhen

Es sind beklemmende Zahlen, die die Marktforscher von Canalys für Xiaomi zusammengetragen haben: Im jüngst abgelaufenen vierten Quartal 2021 sicherte sich der umtriebige Elektronikkonzern einen Anteil von 12 Prozent am weltweiten Smartphone-Absatz – genauso viel wie im Jahr zuvor. Gold- und Silbermedaille gehen an Apple und Samsung (Quelle: Canalys)

Notorische Optimisten, die das Glas stets halbvoll sehen, würden jetzt einwenden: „Weder verbessert noch verschlechtert, passt doch!“ Doch so einfach ist die Sache für Xiaomi nicht. Der Hersteller bringt gefühlt jede Woche neue Smartphones in den Handel, die mit einem noch aggressiveren Preis-Leistungs-Verhältnis auf Kundenfang gehen sollen. Angesichts dessen sind diese Zahlen mehr als nur ernüchternd, zumal es auch bei Smartwatches nicht gut läuft.

Mit dieser „Viel hilft viel“-Strategie erinnert Xiaomi an das ehemalige Geschäftsgebaren von Samsung. Auch die Südkoreaner haben bis vor einigen Jahren noch den Markt mit unzähligen, kaum unterscheidbaren Smartphones geflutet.

Vorbild Samsung

Der Branchenprimus hat aber die Kurve bekommen, setzt mittlerweile auf „Klasse statt Masse“ und hat vor allem im Bereich Software und Ökosystem massiv aufgeholt. Kaum ein anderer Hersteller, abgesehen von Google höchstselbst, liefert so zügig und auch lange Android-Updates aus. Und auch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Geräte – vom Smartphone über das Tablet bis zur Smartwatch und In-Ear-Kopfhörern – macht enorme Fortschritte und reicht mittlerweile fast schon an das große Apple-Vorbild heran.

Smartphones sind nur ein Spielfeld von Xiaomi:

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Wandlung zum Premiumhersteller

Dass Xiaomi bei den Marktanteilen keinen Boden mehr gutmachen kann, ist ein erster vorsichtiger Fingerzeig, dass der Konzern in nächster Zeit eine unbequeme und auch schmerzhafte Wandlung vollziehen muss: Vom Billigheimer zum Premiumhersteller. Denn eins ist auch sicher: Den preislichen Unterbietungswettbewerb gegen Realme und Co. kann Xiaomi dauerhaft wohl nicht bestehen.