Assassin's Creed Odyssey: Ubisoft rechtfertigt Mikrotransaktionen im Spiel

Kamila Zych

Assassin’s Creed Odyssey macht sich in einer Nebenquest über das Pay-to-Win-System von Star Wars Battlefront 2 lustig. Dabei beinhaltet das Spiel selbst Mikrotranskationen. Jetzt hat sich Ubisoft dazu geäußert, warum das so ist.

Update vom 10. Oktober 17.23 Uhr:

Ähnlich wie schon in Assassin’s Creed Origins gibt es in Assassin’s Creed Odyssey erspielbare Lootboxen. Nur heißen diese nicht Heka-Truhen sondern Olympian Gifts. Diese kannst du lediglich mit dem speziellen Zahlungsmittel Oreichalkos erwerben, das weitaus seltener im Spiel zu erspielen ist, als die gängigen Drachmen. Außerdem musst du mindestens zwei tägliche Quests abschließen, um genügend Währung für ein Olypian Gift zu sammeln. Ubisoft hat sich nun gegenüber Kotaku zu diesem Umstand geäußert:

„Es dauert möglicherweise länger, Olympian Gifts zu bekommen als Heka-Kisten in Origins. ist ein guter Weg, um die engagiertesten Spieler zu belohnen und andere dazu zu bewegen, regelmäßig zu Assassin’s Creed: Odyssey zurückzukommen und die neuesten Änderungen zu sehen, die wir hinzugefügt haben.“

Dieses Statement erinnert an die Aussage von EA zum „Gefühl von Stolz und Errungenschaft“. Ziemlich widersprüchlich, wenn du bedenkst, dass sich Ubisoft in Assassin’s Creed Odyssey genau über diese Aussage von EA lustig macht.

Ubisoft reagiert auf Grinden in Rainbow Six: Siege

In ähnlicher Form, äußerte sich Ubisofts Community Manager UbiNoty kürzlich zu einem Reddit-User, der laut eigener Aussage nach gut einem Jahr alle Operatoren mit Ansehen in Rainbow Six: Siege freigeschaltet hat. „Es ist eine Errungenschaft und er/sie sollte stolz darüber sein, was er/sie erreicht haben“, lauten die Worte des Ubisoft-Repräsentaten. Ein anderer User nennt dies eine „aktualisierte Version des bewährten ‚Stolz und Errungenschaft‘-Arguments“.

Kein Balancing des Schwierigkeitsgrades in Assassin’s Creed Odyssey

Darüber hinaus bestreitet Ubisoft laut Kotaku, den Schwierigkeitsgrad in Assassin’s Creed Odyssey angepasst zu haben, um Spieler zum Kauf von XP-Boosts oder anderen Zeitersparnissen zu verleiten: „Zeitersparnisse, wie der permanente XP-Boost, sind 100% optional für Spieler, die ihren Fortschritt verbessern wollen und wurden nicht [aus witschaftlichen Gründen] oder zum Balancing des Schwierigkeitsgrades berücksichtigt.“

Fakt ist, dass alle Items, außer Zeitersparnisse, im Spiel zu erreichen sind, ohne Echtgeld dafür zu zahlen und Mikrotranskationen nicht zwingend erforderlich sind. Trotzdem klingen die Aussagen von Ubisoft im Hinblick auf das Star Wars Battlefront 2-Debakel in den Ohren einiger Fans sicherlich etwas fragwürdig.

Originalmeldung vom 10. Oktober 2018: Assassin’s Creed Odyssey macht sich über EA lustig

Mit dem Pay-to-Win-System in Star Wars Battlefront 2 hat sich Electronic Arts viele Feinde gemacht. Assassin’s Creed Odyssey erinnert uns ein Jahr später in einer Nebenquest auf ironische Weise an das Lootboxen-Debakel.

Konkret geht es um eine Aussage, für die EA ziemlich viel Kritik einstecken musste: Um die vielen Stunden zu rechtfertigen, die du investieren musst, um in Star Wars Battlefront 2 Helden wie Darth Vader freizuschalten, argumentierte der Publisher im November 2017 mit der Vermittlung eines Gefühls von „Stolz und Errungenschaft“. Das englische Pendant sense of pride and accoomplishment wird seither mit EA assoziert – und das nicht gerade im positiven Sinne.

EA sorgte nur für einen von vielen Shitstorms im Jahr 2017.

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Die größten Shitstorms und Skandale 2017.

Nun greift Ubisoft den Begriff in Assassin’s Creed Odyssey auf humorvolle Weise auf. In einer Nebenquest in Lato auf Kreta wirst du dazu herausgefordert dich mit einem Minotauren zu messen. Vorher aber musst du drei Prüfungen meistern, um dich als würdig zu erweisen. Nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Prüfung erhältst du einen Token als Beweis. Diese kannst du dir entweder erkämpfen oder aber für eine gewisse Summe erkaufen.

Wir zeigen dir übrigens im folgenden Video, wie du den Minotaurus letzten Endes findest.

Assassin's Creed Odyssey: So findet und besiegt ihr den Minotaurus.

Deine letzte Prüfung besteht darin, die Söhne eines alten Mannes zu finden. Doch statt dir ebenfalls anzubieten, für die Prüfung zu bezahlen, stellt der Mann deine Ambitionen in Frage: „Du willst deinen Sieg erkaufen? Das… bist du etwa keine Kriegerin? Wo ist deine Ehre? Wo ist dein Gefühl von Stolz und Errungenschaft?“ 

Der polnische YouTube-Kanal Ciekawostki ze świata gier hat die Nebenquest in einem Video dokumentiert.

Free-to-Play-Spiel verarscht EA mit Emote

Übrigens ist Assassin’s Creed nicht das erste Spiel, dass sich in diesem Zusammenhang über EA lustig macht. Das Free-to-Play-Spiel Battlerite hat sogar ein Emote namens „Dab of Pride and Accomplishment“ eingeführt. Um seinem Namen gerecht zu werden ist das Emote für eine hohe Ingame-Summe erhältlich, die entsprechend langes Grinden voraussetzt.

Mit der Nebenquest spielt Ubisoft nicht nur auf die Aussage von EA an, sondern kritisiert auch indirekt das umstrittene Pay-to-Win-System. Dabei ist Ubisoft selbst nicht frei von Fehlern, denn auch in Assassin’s Creed Odyssey werden XP-Boosts und andere Zeitersparnisse angeboten, die du dir für Echtgeld erwerben kannst. Doch was hältst du persönlich von der EA-Anspielung in Assassin’s Creed Odyssey? Findest du es sympathisch oder eher etwas fragwürdig? Wir freuen uns auf dein Kommentar unter dem Artikel.

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