Escape From Tarkov-Entwickler machen Streamer mit DMCA-Gesetz mundtot

Marina Hänsel 2

„The Digital Millennium Copyright Act“ (DMCA) sollte eigentlich als gesundes Copyright-Gesetz Urheber in den USA schützen. Inzwischen jedoch wird es auch genutzt, um jene Streamer, YouTuber und Co. mundtot zu machen, die sich kritisch gegenüber den Titeln äußern, die sie spielen.

Ich würde lieber Inhalte für extreme Pay-to-Win-Spiele voller Mikrotransaktionen, die 60 Dollar kosten, produzieren und sie spielen, als Entwickler zu unterstützen, die Kritik und Vorschläge nicht akzeptieren können.

Das ist eine deutliche Aussage. Ganz besonders, wenn die Community von Eroktic eigentlich nur Escape from Tarkov auf seinem Twitch-Kanal sehen möchte. Der Streamer ist einer von mehreren, die im Zuge des amerikanischen Copyright-Gesetzes DMCA angezeigt wurden. Und das von niemand anderem als dem Entwickler des Spiels, das Eroktic bis dahin hauptsächlich gestreamt hat – Escape From Tarkov. In einem Interview mit Polygon gab der Entwickler Battlestate Games nun zu, dass es ihm nicht darum ging, Eroktic am Spielen des Shooters zu hindern. Einzig seine kritischen Äußerungen zum Spiel haben gestört – um ihn mundtot zu machen, bot sich das Copyright-Gesetz geradezu an.

Bilderstrecke starten
8 Bilder
So verdienen Twitch-Streamer ihr Geld.

Dabei soll das DMCA Urheber eigentlich schützen und die Rechte jener sichern, deren Inhalte von anderen im Internet benutzt werden. Das Gesetz erlaubt Entwicklern, Let’s Player und Streamer daran zu hindern, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Im weiteren Verlauf können Videos entfernt und ganze Kanäle geschlossen werden. Im Sinne vom US-amerikanischen DMCA unterstehen YouTuber und Twitcher also den Spielemachern sowie -publishern. Ursprünglich ganz anders gedacht, gleitet es in Richtung einer Zensur, die zuschnappen kann – wie im Fall von Eroktic:

Ich habe 80-90% der Zuschauer auf YouTube verloren. Im Grunde habe ich keine Einkünfte mehr durch YouTube und meine Twitch-Abonnenten sind von 1700 auf 600 gefallen, Zahl sinkend.

Er ist nicht der einzige. Und während das Gesetz solcherlei Aktionen von Entwicklern zu unterstützen scheint, bietet Battlestate Games – und das vielleicht nicht als einziger Entwickler – Youtubern und Streamern einen Kompromiss an: Wenn ihr nicht mehr kritisch über unser Spiel sprecht, gibt’s keine Anzeige. Einfach, aber effektiv.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung