GEZ-Gier? Rundfunkbeitrag in Deutschland könnte bald jedes Jahr steigen

Johann Philipp 34

17,50 Euro, soviel zahlt jeder Haushalt monatlich für die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland. Für den Rundfunkbeitrag gibt es nun neue Vorschläge zur Finanzierung. Warum die Änderung sogar Vorteile bringt und wie viel wir zahlen müssen.

GEZ-Gier? Rundfunkbeitrag in Deutschland könnte bald jedes Jahr steigen
Bildquelle: GIGA.

GEZ-Revolution: Rundfunkbeitrag könnte regelmäßig steigen

Der Rundfunkbeitrag könnte sich künftig an der Inflationsrate orientieren und damit regelmäßig steigen. Diesen Vorschlag macht Siegfried Schneider, der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, auf einer Veranstaltung in München. „Feste Budgets und ein Teuerungsausgleich um den Wert der Inflation haben den Vorteil der Planungssicherheit für die Sender“, argumentiert er.

Der Beitrag könnte dann beispielsweise jedes Jahr um einige Cent angehoben werden. Der Vorschlag ist dabei nicht neu. Bereits im Juni forderten mehrere Bundesländer eine Anpassung an die Inflationsrate (wir berichteten).

Eine jährlich steigende Abgabe klingt im ersten Moment nach einem großen Nachteil, könnte sich aber als Chance zur Umgestaltung des Rundfunkbeitrags herausstellen. Denn mit der Reform soll die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender effizienter gestaltet werden.

Die Befürworter sehen aber auch die Politik am Zug: Sie müsse klar definieren, welchen Auftrag ARD, ZDF und Deutschlandradio haben und wie viel Geld dafür nötig sei, betonte Schneider: „Nicht jede Show, nicht jedes Sportevent, nicht jeder Krimi zählt zum Grundversorgungsauftrag mit den Schwerpunkten Information, Kultur und Bildung im engeren Sinne“, sagt er.

Wofür wir eigentlich Rundfunkgebühren zahlen, lest ihr in unserer Bilderstrecke:

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Wofür zahlt man Rundfunkgebühren (ehem. „GEZ“) ?

Sender sollen Geld effizienter ausgeben

Bisher legt eine unabhängige Kommission fest, wie hoch der Beitrag ausfällt. Die Sender müssen ihren Finanzbedarf anmelden und er wird dann für die nächsten vier Jahre festgesetzt. Dieses Konzept soll mit der Reform abgeschafft werden und der Beitrag automatisch steigen.

Was die GIGA-Redaktion vom Rundfunkbeitrag hält, zeigen wir im Video:

Das denken wir über den Rundfunkbeitrag.

Das bisherige Verfahren hat Nachteile, denn die Sender geben häufig mehr an, als sie eigentlich brauchen. Denn es kann durchaus passieren, dass ein Teil wieder weggestrichen wird. Zudem sind einige Gelder an bestimmte Bereiche gebunden. Wenn die Sender nun besonders sparsam sind, können die Gelder nicht an anderer Stelle eingesetzt werden. Mit dem neuen Modell hätte die Sender ein frei verfügbares Budget.

Die nächste reguläre Steigerung des Beitrags wird für den 1. Januar 2021 erwartet. Erst danach könnte das neue Modell eingesetzt werden. Wie die FAZ berichtet, könnte der Beitrag dann um 50 Cent auf dann 18 Euro steigen.

Quelle: heise, Winfuture, FAZ

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