Gruselige Demonstration: Google Assistant telefoniert wie ein Mensch

Kaan Gürayer 1

Vom Busfahrer zur Kassiererin: Millionen Jobs, so Zukunftsprognosen, sollen durch Digitalisierung wegfallen. Vom angekündigten Job-Verlust ist bisher aber noch nichts zu sehen. Ein Update für den Google Assistant zeigt jetzt aber, dass das Horror-Szenario vielleicht schneller eintritt als uns allen lieb ist. 

Google Assistant telefoniert selbstständig wie ein Mensch.

Gerade wurde die Eröffnungs-Keynote der Google I/O 2018 beendet. Neben einer neuen Version von Google Fotos und dem öffentlichen Beta-Program von Android 9.0 stand vor allem der Google Assistant im Fokus der Entwicklerkonferenz.

Eine Reihe von neuen Features wird Googles digitaler Helfer erhalten. Für das meiste Staunen im Publikum hat aber die Reservierungsfunktion gesorgt. Wer etwa in Zukunft einen Frisörtermin braucht, muss nur noch ins Smartphone sprechen und Google Assistant erledigt den Rest. Das allein klingt noch nicht nach spannender Innovation, allerdings geht der Google Assistant keinen technischen Umweg und bucht sich in irgendwelche Reservierungssysteme ein – er ruft einfach an! Richtig gelesen: Der Google Assistant ruft Frisöre an und macht für seinen Besitzer Termin aus.

An zwei Anrufen (Video oben) hat Google die neue Funktion gezeigt: Einmal wurde ein Frisörtermin ausgemacht, ein anderes mal bei einem Restaurant nach einem Tisch gefragt.

Bemerkenswert: Die Mitarbeiter in beiden Geschäften haben nicht gemerkt, dass sie mit einer Maschine sprechen. Die Stimme des Google Assistant war vollkommen natürlich, der digitale Helfer konnte außerdem auf Rückfragen reagieren und hat – um die menschliche Illusion perfekt zu machen – sogar Pausen eingelegt und Interjektionen wie „Hm“ verwendet. Die Demonstration war sowohl beeindruckend als auch gruselig.

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Google Assistant ausschalten: Schritt für Schritt (Anleitung).

Google Assistant: Werden Sekretärinnen bald arbeitslos?

Laut Google-Chef Sundar Pichai wird die Reservierungsfunktion später im Jahr als „Experiment“ starten. Wenn das Feature auch nur ansatzweise so funktioniert, wie der US-Konzern es auf der Bühne gezeigt hat, müssen sich Sekretärinnen oder persönliche Assistenten – deren Aufgabenfeld zumindest teilweise solche Arbeiten umfassen – in naher Zukunft wohl einen neuen Job suchen oder andere Aufgaben erledigen.

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